Windsurfen© 3d-Master / Fotolia.com
Wellenkraftwerk

Weltweit ist man auf der Suche nach alternativen Energieträgern, welche nach Möglichkeit unerschöpflich sind. Eine Form davon sind die Wellen der Weltmeere. Und genau diese möchte man sich durch Wellenkraftwerke zunutze machen.

Wellenkraftwerk – Strom aus der Kraft des Wassers

Jeden Tag rauscht die Brandung an unsere zahlreichen Strände und birgt ein unheimliches Energiepotenzial. Mit Wellenkraftwerken möchte man sich, anders als bei Gezeitenkraftwerken, die kontinuierliche Kraft des Wassers zunutze machen und Strom daraus produzieren. Die Technik, um Energie aus der Strömung zu gewinnen, steckt noch in den Kinderschuhen: Derzeit wird sehr viel ausprobiert und experimentiert, um herauszufinden, welche Technik am wirtschaftlichsten ist.

Wo, wann und wie?

Für Wellenkraftwerke hat man sich Orte ausgeguckt, an welchen besonders hohe Wellen auftreten, die dementsprechend mehr Energie in sich bergen als kleinere. Dies trifft beispielsweise auf den Atlantik vor Schottland, Kap Hoorn, oder den Pazifik südlich von Neuseeland zu.

Durchschnittlich liefert eine ein Meter lange Welle rund 19 bis 30 Kilowatt, an den besten Stellen können jedoch bis zu 100 Kilowatt erreicht werden.

Das erste Wellenkraftwerk ging 2011 in Nordspanien ans Netz und versorgt seitdem dort rund 250 Haushalte, da es ein vergleichsweise kleines Kraftwerk ist. Das Problem: Die Energie aus dem Wasser ist vergleichsweise teuer. So kostet die Kilowattstunde etwa zehn Cent, wo Windkraft nur mit rund fünf Cent zu Buche schlägt.

Für die Umsetzung braucht es Erfahrung

Das größte Problem ist vorerst die geringe Erfahrung mit Wellenkraftwerken. So versuchen sich zahlreiche Forscher und Unternehmen an ihrer eigenen Idee und dementsprechend viele Techniken gibt es bereits. Welche die beste und effizienteste ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, wenn ausreichend Messwerte vorliegen. Um an diese zu gelangen, muss man sich jedoch vorerst Gedanken um die stellenweise heftigen Winterstürme machen, die in der Vergangenheit viel zerstörten.

Wie man mit Wellen eine Windturbine antreibt

Eine der zahlreichen Techniken wird auf der schottischen Insel Islay getestet und funktioniert nach dem Prinzip einer pneumatischen Kammer. Hierbei drückt jede Welle Wasser in zahlreiche Kammern hinein, wodurch die darüber liegende Luft komprimiert wird. Wird das Wasser durch die wieder verschwindende Welle wieder herausgezogen, so muss Luft nachströmen. So entsteht ein kontinuierlicher Luftstrom, welcher eine Windturbine antreiben kann. Anfangs zeigte sich nur eine enttäuschend geringe Leistung, welche jedoch verbessert werden konnte, sodass 2011 die erste kommerzielle Anlage gebaut wurde.

Seeschlangenmodell derzeit stillgelegt

Eine andere Idee, sich die Kraft der Wellen zunutze zu machen, war das Prinzip der Seeschlange. Hierbei installierte man Auftriebskörper auf der See, welche über hydraulische Gelenke miteinander verbunden waren. Durch die Wellenbewegung entstand eine kontinuierliche Bewegung in diesen Gelenken, aus welcher Strom gewonnen werden konnte. Nachdem die Seeschlange etwa ein Jahr in Betrieb war, legte man sie jedoch wieder still, da sich technische und finanzielle Probleme häuften.

Die Kraft der Wellen konzentrieren

Nach einem ganz simplen Verfahren funktioniert die sogenannte Rampe. Hierbei werden die Wellen durch einen großen schwimmenden Trichter nach oben hin konzentriert, wo das Wasser schließlich nur durch eine kleine Öffnung entweichen kann, in welcher eine Turbine hängt, die wiederum einen Generator antreibt. Das Schöne dabei: Das schwimmende Kraftwerk ist an keine Küste gebunden. In Betrieb ist ein erstes Forschungskraftwerk bereits seit 2003.

Den Anstieg des Meeresbodens nutzen

Ganz in Küstennähe - fast schon am Strand - läuft in Portugal ein weiteres Projekt, Waveroller genannt. Hierbei nutzt man den Anstieg hin zum Strand und installiert eine absenkbare Metallkonstruktion, auf welcher bewegliche Platten angebracht sind. Diese werden von der Wellenkraft hin und her bewegt und so kann durch ein angeschlossenes Hydrauliksystem Strom erzeugt werden.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Heizkosten

    Umfrage: Viele Mieter sitzen hohe Heizkosten aus

    Einer Umfrage zufolge empfinden viele Deutsche ihre Heizkosten als zu hoch. Aber nicht alle planen, auch etwas dagegen zu unternehmen. Viele der Befragten gab ein Mietverhältnis als Hindernisgrund an. Dabei können auch Mieter aktiv werden.

  • Strompreis

    Umlagen und Handelspreise sinken: Strom bleibt teuer

    Strom ist in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern teuer. Und daran ändert sich wohl auch im kommenden Jahr nichts, obwohl staatliche Umlagen und die Beschaffungspreise für die Stromhändler sinken.

  • Lichterkette

    Zeitung: Bei Billig-Lichterketten droht tödlicher Stromschlag

    Bei neuen Lichterketten sollte der Preis nicht das entscheidende Kriterium sein. Einer Zeitschrift zufolge gibt es bei den günstigeren Modellen etliche, die für den Menschen gefährlich werden können. Im schlimmsten Fall droht demnach sogar ein tödlicher Stromschlag.

  • Smart Meter

    Verzögerung bei der Einführung smarter Stromzähler

    Intelligente Stromzähler sollen dabei helfen, den Stromverbrauch in Deutschland zu drosseln. Deshalb werden alte Stromzähler nach und nach gegen die digitale Version ausgetauscht. Für Stromkunden mit einem geringen Verbrauch hat die Umrüstung bereits begonnen. Bei den Großkunden gibt es eine Verzögerung.

  • RWE

    RWE steigert Gewinn - bangen um Kohlemeiler

    Der Essener Energieriese RWE kann sich 2017 über eine deutlich verbesserte Bilanz gegenüber dem Vorjahr freuen. Besorgt zeigt sich Konzernchef Krebber über die politischen Pläne zur Drosselung des Kohlestroms. In Deutschland basiert der Kraftwerkspark der Firma zu 60 Prozent aus Kohlemeilern.

Top