Auto© Igor Mojzes / Fotolia.com
Wasserstoffauto

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Während Elektroautos immer größere Sprünge in ihrer möglichen Reichweite machen, kämpft sich auch ein Mitbewerber aus den Kinderschuhen: das Wasserstoffauto! Wer wird das Rennen um die Zukunft gewinnen?

Null Emissionen: Mit dem Wasserstoffauto in die Zukunft?

Wasserstoffautos werden als besonders klimafreundlich und günstig beworben. Aber welche Technik steckt überhaupt dahinter? Zwei Techniken stehen zum Betrieb eines Wasserstoffautos zur Verfügung: Ein "gewöhnlicher" Verbrennungsmotor, der mit einem Knallgasgemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff betrieben wird, oder eine Brennstoffzelle. Letztere erzeugt durch eine chemische Reaktion elektrischen Strom – solange Wasserstoff und Sauerstoff zur Verfügung stehen. Eine Brennstoffzelle kann dadurch einen Elektromotor versorgen. Kinderkrankheiten sind im Falle der Wasserstoffautos vor allem Probleme bei niedrigen Temperaturen und die Größe der verbauten Technik.

So steht es um die Sicherheit der Wasserstoffautos

Wer in der Schule schon einmal einen Knallgasversuch gesehen hat, der wird bei dem Begriff "Wasserstoffauto" erst einmal zusammenzucken: Fliegt mir das Ganze nicht um die Ohren, wenn ich kurz anecke? An dieser Stelle muss erst einmal erwähnt werden, dass moderne Drucktanks extrem stabil sind und selbst beim Nachstellen schwerer Unfälle unbeschadet bleiben. Wasserstoff ist außerdem ein extrem leichtes Gas und verflüchtigt sich schneller als Benzin.

Einzig in Tunneln könnte sich genug für eine Explosion ansammeln, wobei dieses Problem auch bei herkömmlichen Kraftstoffen besteht und aufgrund der niedrigeren kritischen Konzentration sogar noch heikler ist. Einzig ein Leck im Wasserstofftank könnte problematisch werden, lässt sich mit den richtigen Werkstoffen jedoch nahezu ausschließen.

Treibstoff verbrennt emissionsfrei

Folglich ist die neue Wasserstofftechnik nicht unsicherer als herkömmliche Benziner. Unterm Strich haben Wasserstoffautos jedoch einen entscheidenden Vorteil: Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf. Sind sie also die Lösung für unsere Umweltprobleme?

So einfach ist es dann doch nicht: Der Wasserstoff, der verfeuert wird, muss zuerst unter Zuhilfenahme von Strom aus Wasser gewonnen werden. Dieser Prozess ist immer noch extrem ineffizient und – wenn man mit unserem durchschnittlichen Strommix rechnet – teils klimaschädlicher als fossile Brennstoffe.

Toyota Mirai – der Pionier

Für die Wasserstofftechnik ist 2015 ein wichtiges Jahr. Viele Autohersteller forschen aktiv an Wasserstoffantrieben, aber oftmals haben sich angekündigte Termine für die Serienreife auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Mit dem Toyota Mirai (jap. Zukunft) kommt in diesem Jahr das erste seriengefertigte Wasserstoffauto in den Handel. In Japan wird das Modell staatlicher Subvention sei Dank nur umgerechnet 36.000 Euro kosten. Hierzulande dürfte sich der Mirai aber wohl noch etwas schwer tun: Ohne Geld vom Staat kostet er fast 80.000 Euro. Gleichzeitig gibt es erst gut ein Dutzend passende Tankstellen. Zum Vergleich: Das Elektroauto Modell S von Tesla kostet um 72.000 Euro und hat auf dem Papier die gleiche Reichweite.

Wettrennen zwischen Elektro- und Wasserstoffautos

Folglich wird es auch weiter einen Wettstreit zwischen Wasserstoff- und Elektroautos geben. Wird die Herstellung von Wasserstoff billiger und umweltfreundlicher? Wann werden die Batterien der Elektroautos gut genug sein, um die Wasserstoffkonkurrenz abzuhängen? Bisher sieht es für die E-Autos besser aus: Der Reichweitennachteil ist bei den neusten Modellen fast schon marginal, man muss nicht bei jedem Tanken die kostenintensive Herstellung des Wasserstoffs bezahlen und man kann sich, wenn man zu Hause tankt und den richtigen Stromtarif hat, sogar sicher sein, dass man klimafreundlich unterwegs ist.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Öko-Auto

    Bund erwägt Verlängerung des Umweltbonus für E-Autos

    Der Umweltbonus bringt Käufern von elektrisch betriebenen PKW 4.000 Euro an Zuschuss für reine E-Autos und 3.000 für Hybrid-Modelle. Bisher hält sich die Nachfrage auf einem niedrigen Niveau. Regierungskreisen zufolge soll es eine Verlängerung geben.

  • Elektrofahrzeug

    Zahl der E-Autos nimmt weltweit um 64 Prozent zu

    Eine aktuelle Studie zur Verbreitung von Elektroautos zeigt, dass es in den vergangenen Monaten weltweit einen erheblichen Zuwachs gab. In den einzelnen Ländern aber ist die Entwicklung höchst unterschiedlich. China und Norwegen sind gleichzeitig Spitzenreiter.

  • Hochspannungsmasten

    Tennet : Neue Leitungen - Netzausbau verteuert sich um 20 Milliarden

    Mehr Ökostrom bedeuten auch einen umfassenden Netzausbau. Die Netzbetreiber sagen nun, dass die bisher geplanten Stromleitungen für die Energiewende nicht ausreichen werden und 20 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden müssen.

  • Kabel Deutschland

    Super Bowl: 4 Millionen Euro Stromkosten wegen Chicken Wings

    Der Super Bowl lockt Millionen Deutsche und noch mehr Amerikaner vor den Fernseher. Stromverbrauch und Energiekosten hat dabei so gut wie keiner im Blick. Energieanbieter Eon hat vorgerechnet, was durch Live-TV und Chicken Wings zusammenkommt.

  • BEV Energie

    Energieversorger BEV meldet Insolvenz an

    Der Stromanbieter BEV hat beim Amtsgericht München einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Kunden des Unternehmens werden aber über die Ersatzversorgung weiter mit Strom versorgt. Die Tarifexperten von Verivox stellen Informationen für Betroffene bereit.

Top