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Wasserstoffauto

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Während Elektroautos immer größere Sprünge in ihrer möglichen Reichweite machen, kämpft sich auch ein Mitbewerber aus den Kinderschuhen: das Wasserstoffauto! Wer wird das Rennen um die Zukunft gewinnen?

Null Emissionen: Mit dem Wasserstoffauto in die Zukunft?

Wasserstoffautos werden als besonders klimafreundlich und günstig beworben. Aber welche Technik steckt überhaupt dahinter? Zwei Techniken stehen zum Betrieb eines Wasserstoffautos zur Verfügung: Ein "gewöhnlicher" Verbrennungsmotor, der mit einem Knallgasgemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff betrieben wird, oder eine Brennstoffzelle. Letztere erzeugt durch eine chemische Reaktion elektrischen Strom – solange Wasserstoff und Sauerstoff zur Verfügung stehen. Eine Brennstoffzelle kann dadurch einen Elektromotor versorgen. Kinderkrankheiten sind im Falle der Wasserstoffautos vor allem Probleme bei niedrigen Temperaturen und die Größe der verbauten Technik.

So steht es um die Sicherheit der Wasserstoffautos

Wer in der Schule schon einmal einen Knallgasversuch gesehen hat, der wird bei dem Begriff "Wasserstoffauto" erst einmal zusammenzucken: Fliegt mir das Ganze nicht um die Ohren, wenn ich kurz anecke? An dieser Stelle muss erst einmal erwähnt werden, dass moderne Drucktanks extrem stabil sind und selbst beim Nachstellen schwerer Unfälle unbeschadet bleiben. Wasserstoff ist außerdem ein extrem leichtes Gas und verflüchtigt sich schneller als Benzin.

Einzig in Tunneln könnte sich genug für eine Explosion ansammeln, wobei dieses Problem auch bei herkömmlichen Kraftstoffen besteht und aufgrund der niedrigeren kritischen Konzentration sogar noch heikler ist. Einzig ein Leck im Wasserstofftank könnte problematisch werden, lässt sich mit den richtigen Werkstoffen jedoch nahezu ausschließen.

Treibstoff verbrennt emissionsfrei

Folglich ist die neue Wasserstofftechnik nicht unsicherer als herkömmliche Benziner. Unterm Strich haben Wasserstoffautos jedoch einen entscheidenden Vorteil: Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf. Sind sie also die Lösung für unsere Umweltprobleme?

So einfach ist es dann doch nicht: Der Wasserstoff, der verfeuert wird, muss zuerst unter Zuhilfenahme von Strom aus Wasser gewonnen werden. Dieser Prozess ist immer noch extrem ineffizient und – wenn man mit unserem durchschnittlichen Strommix rechnet – teils klimaschädlicher als fossile Brennstoffe.

Toyota Mirai – der Pionier

Für die Wasserstofftechnik ist 2015 ein wichtiges Jahr. Viele Autohersteller forschen aktiv an Wasserstoffantrieben, aber oftmals haben sich angekündigte Termine für die Serienreife auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Mit dem Toyota Mirai (jap. Zukunft) kommt in diesem Jahr das erste seriengefertigte Wasserstoffauto in den Handel. In Japan wird das Modell staatlicher Subvention sei Dank nur umgerechnet 36.000 Euro kosten. Hierzulande dürfte sich der Mirai aber wohl noch etwas schwer tun: Ohne Geld vom Staat kostet er fast 80.000 Euro. Gleichzeitig gibt es erst gut ein Dutzend passende Tankstellen. Zum Vergleich: Das Elektroauto Modell S von Tesla kostet um 72.000 Euro und hat auf dem Papier die gleiche Reichweite.

Wettrennen zwischen Elektro- und Wasserstoffautos

Folglich wird es auch weiter einen Wettstreit zwischen Wasserstoff- und Elektroautos geben. Wird die Herstellung von Wasserstoff billiger und umweltfreundlicher? Wann werden die Batterien der Elektroautos gut genug sein, um die Wasserstoffkonkurrenz abzuhängen? Bisher sieht es für die E-Autos besser aus: Der Reichweitennachteil ist bei den neusten Modellen fast schon marginal, man muss nicht bei jedem Tanken die kostenintensive Herstellung des Wasserstoffs bezahlen und man kann sich, wenn man zu Hause tankt und den richtigen Stromtarif hat, sogar sicher sein, dass man klimafreundlich unterwegs ist.

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