Hochspannungsleitung© Siegfried Schnepf / Fotolia.com
Versorgungssicherheit

Wir in Deutschland haben eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur und haben nur selten mal einen Stromausfall oder eine Unterbrechung in der Gasversorgung zu beklagen. Die Versorgungssicherheit ist eines der wichtigsten Zeile der Bundesnetzagentur.

Wie es um die Versorgungssicherheit bestellt ist

Die Versorgungssicherheit ist das oberste Ziel, welches sich die Bundesnetzagentur neben der Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit für die Strom- und Gasversorgung in Deutschland gesetzt hat. Gleichzeitig muss Strom und Gas für jeden zu einem fairen Preis erhältlich sein und bleiben. Um diese Dreh- und Angelpunkte findet die gesamte Politik und Planung kommender Aktionen statt. Die laufende Energiewende stellt das Ziel der Versorgungssicherheit vor eine neue Herausforderung.

Was die Versorgungssicherheit für den Kunden konkret bedeutet

Ganz einfach gesagt, soll die Versorgungssicherheit bezwecken, dass beim Kunden niemals unverhofft "die Lichter ausgehen" oder das Gas wegbleibt. Um dies zu gewährleisten, muss die Bundesnetzagentur die Transportnetze so ausbauen, dass sie auch in Stoßzeiten noch genügend Kapazitäten bieten. Zudem müssen die Strom- und Gasnetze vor Umwelteinflüssen oder unbefugten Zugriffen geschützt werden.

Gleichzeitig hat die Versorgungssicherheit einen Absicherungseffekt: Wechselt man seinen Strom- oder Gasversorger und wird dieser aus irgendeinem Grund lieferunfähig oder läuft etwas beim Wechsel schief, so fällt man automatisch zu seinem Grundversorger zurück. Dieser nimmt die Versorgung wieder auf, sodass keine Lücke in der Strom- oder Gasversorgung entsteht.

Maßnahmen für die Versorgungssicherheit

Seitdem der Strommarkt liberalisiert wurde, herrscht dort ein reger Wettbewerb um den Kunden. Kein Wettbewerbsmerkmal sollte jedoch die Beständigkeit der Versorgung darstellen. Das heißt, dass man bei jedem Anbieter gleichwertig Strom beziehen können muss.

Um Engpässe zu vermeiden, ist der Netzbetreiber dazu aufgerufen, sein Netz mit anderen Netzbetreibern zu verbinden, um bei eventuell auftretenden Problemen auf das Nachbarnetz ausweichen zu können. Zudem muss er jährlich einen Bericht über die Ausfälle bei der Bundesnetzagentur vorlegen.

Tendenz zu zuverlässigen Stromnetzen

Schaut man sich die Statistiken der Bundesnetzagentur an, so fällt auf, dass die Stromausfälle in den letzten Jahren stetig weniger geworden sind. Lag man im Jahr 2006 noch bei rund 193.600 Unterbrechungen, so waren es 2012 insgesamt nur noch 159.000 Stromausfälle.

In der heutigen Zeit kann sich der deutsche Stromkunde zu 99,9 Prozent sicher sein, dass die Lampe – sofern sie nicht kaputt ist - auch angeht, wenn der Schalter betätigt wird. Der sogenannte SAIDI-Wert für 2013 lag bei rund 15,3 Minuten. So lange war der Deutsche im Schnitt ohne Strom. Gemessen werden dabei nur Stromausfälle, die länger als drei Minuten dauern.

Gas aus dem Ausland

Auch bei der Versorgung mit Gas ist man in Deutschland darum bemüht, jederzeit dazu in der Lage zu sein, Gas in beliebigen Mengen zu liefern. Die Problematik bei Gas besteht jedoch darin, dass es hauptsächlich aus dem Ausland importiert wird – man ist somit von anderen Ländern abhängig. Mit gut ausgebauten Gasnetzen in die verschiedensten Länder, ständigen Risikoanalysen und der Planung von alternativen Förder- und Bezugsmöglichkeiten versucht man, das Risiko einer Lücke in der Gasversorgung möglichst zu vermeiden. Zudem sind die Gasspeicher in Deutschland in der Regel gut genug gefüllt, um auch mehrere Wochen oder Monate zu überbrücken.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Öko-Auto

    Bund erwägt Verlängerung des Umweltbonus für E-Autos

    Der Umweltbonus bringt Käufern von elektrisch betriebenen PKW 4.000 Euro an Zuschuss für reine E-Autos und 3.000 für Hybrid-Modelle. Bisher hält sich die Nachfrage auf einem niedrigen Niveau. Regierungskreisen zufolge soll es eine Verlängerung geben.

  • Elektrofahrzeug

    Zahl der E-Autos nimmt weltweit um 64 Prozent zu

    Eine aktuelle Studie zur Verbreitung von Elektroautos zeigt, dass es in den vergangenen Monaten weltweit einen erheblichen Zuwachs gab. In den einzelnen Ländern aber ist die Entwicklung höchst unterschiedlich. China und Norwegen sind gleichzeitig Spitzenreiter.

  • Hochspannungsmasten

    Tennet : Neue Leitungen - Netzausbau verteuert sich um 20 Milliarden

    Mehr Ökostrom bedeuten auch einen umfassenden Netzausbau. Die Netzbetreiber sagen nun, dass die bisher geplanten Stromleitungen für die Energiewende nicht ausreichen werden und 20 Milliarden Euro zusätzlich investiert werden müssen.

  • Kabel Deutschland

    Super Bowl: 4 Millionen Euro Stromkosten wegen Chicken Wings

    Der Super Bowl lockt Millionen Deutsche und noch mehr Amerikaner vor den Fernseher. Stromverbrauch und Energiekosten hat dabei so gut wie keiner im Blick. Energieanbieter Eon hat vorgerechnet, was durch Live-TV und Chicken Wings zusammenkommt.

  • BEV Energie

    Energieversorger BEV meldet Insolvenz an

    Der Stromanbieter BEV hat beim Amtsgericht München einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Kunden des Unternehmens werden aber über die Ersatzversorgung weiter mit Strom versorgt. Die Tarifexperten von Verivox stellen Informationen für Betroffene bereit.

Top