Feinstaubplakette© Henry Schmitt / Fotolia.com
Umweltplakette

Die Umweltplakette wurde am 1. März 2007 vom deutschen Gesetzgeber eingeführt. Sie wird einem Kraftfahrzeug zugeteilt und gibt über einen Farbcode Informationen über den Feinstaub-Ausstoß des Automobils.

Wissenswertes zur Umweltplakette in Deutschland

Wie hängen Umweltplakette und Umweltzone zusammen?

Mit der Einrichtung von Umweltzonen in immer mehr deutschen Regionen zeigt die Umweltplakette an, in welchen Städten und Regionen das Fahrzeug bewegt werden darf. Eine Missachtung des Fahrverbots oder die fehlende Anbringung der Plakette in entsprechend gekennzeichneten Zonen führt ein Bußgeld mit sich.

Wann und warum wurde die Umweltplakette eingeführt?

Der Ausstoß von Feinstaub durch Millionen Kraftfahrzeuge in Deutschland nimmt nach Ansicht vieler Experten Einfluss auf Gesundheit und Lebensqualität der Bürger. Vor allem Großstädte und Metropolregionen sind von einem erhöhten Verkehrsaufkommen mit verstärktem Ausstoß von Feinstaub betroffen. Im März 2007 schaffte der Gesetzgeber eine rechtliche Grundlage, die Umweltbelastung durch Feinstaub in den Städten zu senken.

Seit dem 1. Januar 2008 ist die Umweltplakette für KFZ in Deutschland Pflicht, sofern das Fahrzeug in eine Umweltzone gefahren wird. Die Pflicht gilt für PKW, LKW und Busse. Nahezu alle Großstädte in Deutschland, das Ruhrgebiet und weitere Großregionen haben seit Einführung der Umweltplakette eine Umweltzone eingerichtet. Neben der Vermeidung von Feinstaub durch weniger umweltfreundliche Fahrzeuge soll durch die Regelung auch das generelle Verkehrsaufkommen reduziert werden.

Feinstaub PlaketteStraßenschilder zeigen an, welche Umweltplaketten und damit auch welche Fahrzeuge zugelassen sind. © Daniel Ernst / Fotolia.com

Wie findet eine Zuteilung der Umweltplakette statt?

Ein Fahrzeug kann ohne Umweltplakette geführt werden, sofern dieses nicht in Umweltzonen gefahren wird. Ist dies geplant, hat im Vorfeld der Kauf der Plakette zu erfolgen. Diese wird beispielsweise von den Straßenverkehrsämtern, Prüforganisationen oder KFZ-Werkstätten ausgegeben. Hierbei dient der Fahrzeugschein oder -brief als Grundlage, welche Plakette zugeteilt wird.

Für die Umweltplakette sind insgesamt drei Farbvarianten und vier Schadstoffgruppen vorgesehen. Welche Farbe zugeteilt wird, ergibt sich durch die Motorisierung, den Katalysator und die Erfüllung der Abgasnormen durch das Fahrzeug. Ältere Fahrzeuge bringen im Durchschnitt eine größere Feinstaubbelastung mit sich und erhalten deshalb eine schlechtere Auszeichnung als Neuwagen mit Einhaltung zeitgemäßer Abgasnormen.

Die Farbcodes der Feinstaub-Plakette im Profil

Seit Einführung der Umweltplakette ist diese in drei Farben erhältlich, die nach dem Ampel-System angeordnet sind. Die Farben und ihre Zuordnungen lauten:

Grün ("Schadstoffgruppe 4"): Die grüne Plakette erhalten alle modernen Benziner mit geregeltem Katalysator sowie Fahrzeuge mit moderner Antriebstechnik wie Erd- oder Flüssiggas. Auch viele Diesel mit Partikelfilter gehören zu dieser Schadstoffgruppe. Sie erlaubt das Befahren sämtlicher Umweltzonen in Deutschland.

Gelb ("Schadstoffgruppe 3"): In diese Kategorie fallen eine Reihe von Diesel-Modellen jüngerer Baujahre. Dies sind vorrangig Modelle, die über eine Partikel-Minderungsstufe verfügen. Sie dürfen in Rot und Gelb auszeichnete Umweltzonen befahren, nicht jedoch grüne Umweltzonen.

Rot ("Schadstoffgruppe 2"): Zu dieser Gruppe gehören vorrangig Dieselfahrzeuge, die über keinerlei Partikel-Minderungsstufe verfügen. Sie dürfen ausschließlich in roten Umweltzonen bewegt werden. Fast alle Zonen in Deutschland sind mittlerweile auf den Farbcode Gelb oder Grün umgestiegen.

Umweltplaketten und ihre Anforderungen

Umweltplakette

Keine Plakette ("Schadstoffgruppe 1"): Hierzu gehören viele ältere Benziner und Diesel-Modelle. Aufgrund der hohen Feinstaubbelastung erhalten die Fahrzeuge keine Plakette und dürfen somit in keiner Umweltzone bewegt werden.

Diesel-Fahrverbote und nachträgliche Einführung der blauen Plakette

Im Zuge der Diesel-Skandale in Deutschland und manipulierter Abgaswerte wurde in den Jahren 2016 und 2017 über die Einführung einer blauen Plakette nachgedacht. Diese sollte zunächst ausschließlich für Elektrofahrzeuge vergeben werden, fand jedoch im Zuge der Diesel-Diskussionen neue Einsatzzwecke. So war lange Zeit eine Auszeichnung von Diesel-Fahrzeugen mit Erfüllung der Euro-6-Norm in der Diskussion.

Zahllose Fahrzeuge hätten von der grünen auf die blaue Palette umgestellt werden müssen, was Kosten für den Fahrzeughalter und einen Verwaltungsaufwand mit sich gebracht hätte. Die blaue Plakette wurde deshalb bis heute nicht eingeführt, entsprechend gibt es auch keine blau gekennzeichneten Umweltzonen.

Umweltzonen in Deutschland

In Deutschland gibt es mehrere Dutzend Umweltzonen, die nicht alle unmittelbar im Jahr 2008 eingeführt wurden. Die meisten Städte entschieden sich für ein stufenweises Modell, um über mehrere Jahre hinweg vollständig auf die Schadstoffgruppe 4 umzustellen. Diese ist in fast allen Umweltzonen in Deutschland aktuell Standard. Da mit jedem Jahr alte Fahrzeuge aus dem deutschen Straßenverkehr verschwinden und durch Neuwagen ersetzt werden, erfüllen immer mehr Fahrzeuge die Vorgaben und können sämtliche Umweltzonen befahren.

Welches Bußgeld droht bei einem Verstoß?

Befährt ein Auto ohne Umweltplakette eine Umweltzone in Deutschland, ist ein Bußgeld von 80 Euro zu zahlen. Die zugeteilte, runde Plakette ist gut sichtbar in der unteren Ecke der Windschutzscheibe aufzukleben. Die Plakette hat neben der richtigen Farbe und der Zahl der Schadstoffgruppe auch das Kennzeichen des Fahrzeugs zu tragen.

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