Telefonzelle© Martina Berg / Fotolia.com
Telefonzelle

Ihre Glanzzeiten hat die Telefonzelle längst hinter sich. Heute telefoniert man bequem von zu Haus, unterwegs hat man stets ein Handy griffbereit. Doch auch wenn die Telefonzelle aus der Mode gekommen ist, verschwunden ist sie noch nicht.

Die Telefonzelle - ein Auslaufmodell?

Die Zeiten der Schlangen vor den Telefonzellen sind lange vorbei. Man braucht sie nicht mehr, die öffentlichen Fernsprecher. Fast jeder Haushalt hat heute einen Festnetzanschluss, von dem man bequem aus telefonieren kann. Und unterwegs? Da hat man sein Handy oder Smartphone stets griffbereit.

Die Telefonzelle hat für viele Menschen schlicht an Notwendigkeit eingebüßt. Doch wehe, wenn man doch mal eine braucht - weil das Mobiltelefon etwa zu Hause vergessen wurde, der Akku schlappgemacht hat oder kein Netz verfügbar ist. Wer heutzutage ein öffentliches Telefon benutzen will, braucht Glück oder muss lange suchen. Weil immer weniger Leute die Apparate nutzen, verschwinden die Telefonzellen nach und nach.

Eine kleine Geschichte der Telefonzelle

Wussten Sie übrigens, dass die erste Telefonzelle 1904 in Berlin aufgestellt wurde? In den 1990er Jahren erlebten die Zellen einen echten Boom. Von dem Glanz der damaligen Zeit ist heute jedoch nicht mehr viel geblieben. Die noch vorhandenen der einst 162.000 deutschen Telefonzellen (1989) finden sich zumeist an Flughäfen, Bahnhöfen, Einkaufzonen oder öffentlichen Plätzen - nur manchmal noch einfach am Straßenrand.

Post-Gelb sind nur noch ein paar vergessene Relikte, die meisten der öffentlichen Telefonzellen erstrahlen heute im Magenta-Grau der Deutschen Telekom; über ein Fernsprechhäuschen verfügt knapp die Hälfte.Die Telefone sind mit Telefonkarten, Calling Cards, Geld- oder Kreditkarten bedienbar; man kann sie aber auch mit Münzen füttern. Zahlt man mit Kreditkarte, wird ein Einmalbetrag von einem Euro fällig. Von der einstigen Pracht ist nicht viel geblieben: Von einst 162.000 Telefonstellen stehen Anfang 2019 nur noch rund 17.000.

Was muss man an Telefonzellen zahlen?

Wer - und sei es nur aus einer Notsituation heraus - eine Telefonzelle aussuchen möchte, sollte ausreichend Münzen, eine Kreditkarte oder eine Telefonkarte bei sich haben. Für Gespräche fällt in der ersten Minute ein fester Betrag an, danach wird in verschiedenen Einheiten abgerechnet. Die erste Minute einer Inlandsverbindung kostet 50 Cent, für nationale Mobilfunkziele werden 80 Cent berechnet. Auslandsverbindungen kosten zwischen einem und zwei Euro in der ersten Minute. Nach der ersten Minute fällt für die nächste Einheit ein Betrag von 10 Cent an, dabei variiert die Länge der Tarifeinheiten jedoch: Für zehn Cent kann man im Festnetz 60 Sekunden telefonieren, während sie im Mobilfunknetz 15 Sekunden (40 Cent/Minute) dauert. Bei Auslandsgesprächen variiert eine Einheit zwischen zehn (60 Cent/Minute) und drei Sekunden (200 Cent/Minute). Der SMS-Versand von öffentlichen Telefonen kostet 15 Cent.

Kostenlos telefonieren, wenn der Angerufene zahlt

Selbst wenn man weder (Telefon-)Karten noch das entsprechende Kleingeld bei sich hat, ist das kein Problem. Von einer öffentlichen Telefonzelle aus, kann man auch kostenlos telefonieren - wenn der Angerufene zahlt. Beim sogenannten R-Gespräch kann der Angerufene entscheiden, ob er das Gespräch entgegennimmt und damit für die Kosten aufkommt.

Die Telefonzelle rüstet auf

Die neueren Telefonzellen gehen mit der Zeit - werden multimedial. Die sogenannten TeleStationen oder MultimediaStationen der Telekom, können weit mehr als telefonieren und SMS versenden: An den TeleStationen kann man sich über die Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel informieren; Fahrscheine lösen, die in Sekundenschnelle ans Mobiltelefon gesendet werden; Parkscheine verlängern und Handyporto zahlen. Dabei erhält man statt einer Briefmarke einen 12-stelligen Code, welcher die Marke ersetzt. Die MultimediaStationen verfügen über einen Internetzugang und eignen sich daher als Werbeplattformen und Informationspunkte. Was diesen Telefonzellen jedoch fehlt, ist ein Häuschen. Wer sie benutzt, muss also hoffen, dass es nicht regnet.

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