altes Telefon© B. Wylezich / Fotolia.com
Telefon

Im Jahr 1861, an einem goldenen Oktobertag, wurde das erste Telefon in Betrieb genommen. Daher wurde 2011 natürlich der 150. Geburtstag gebührend gefeiert, und es gibt zum Jubeltage jede Menge Anekdoten zu erzählen, denn vom Funkknochen bis hin zur Fernbeziehung hat das Telefon so ziemlich jeden Trend mitgemacht.

Das Telefon – ein Klassiker mit Vergangenheit

Berlin (dapd/red) - Die ersten Sätze, die Philipp Reis am 26. Oktober 1861 in sein "Telephon" gesprochen haben soll, lauteten: "Die Sonne ist von Kupfer" und "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat." Danach dauerte es nicht mehr lange und die Technik hatte sich so weit etabliert, dass man ein Verzeichnis für die Teilnehmeranschlüsse erstellte.

"Buch der Narren" heißt heute "Das Örtliche"

Das erste deutsche Telefonbuch wurde auch "Buch der Narren" genannt. Es erschien am 14. Juli 1881 in Berlin mit dem Titel "Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten" und enthielt 187 Einträge zu 94 Personen. Die erste serienmäßige Telefonzelle der Reichspost wurde übrigens 1904 in Berlin aufgestellt. Das später standardgelbe Häuschen durchlief eine echte Traumkarriere, bis sich Ende der 1990er Jahre das Mobiltelefon durchsetzte. So gab es 1989 in Deutschland nach Angaben der Deutschen Telekom AG rund 162.000 Telefonzellen, 2009 waren es nur noch etwa 94.000.

Ein Knochen genannt Mobiltelefon

Das erste richtige Handy war länger als eine DIN-A4-Seite. Es kam im Juni 1983 auf den Markt. Mit 800 Gramm wog das Motorola Dynatac 8000x, genannt "der Knochen", so viel wie eine Flasche Wasser. Bereits nach einer halben Stunde Sprechzeit war sein Akku leer. Das erste mobile Telefon fürs Auto war alles andere als handlich. Das Hauptgerät musste im Kofferraum untergebracht werden und wog 16 Kilo. Die weltweit erste SMS wurde am 3. Dezember 1992 verschickt.

Bestatter sorgte dafür, dass das "Fräulein vom Amt" verschwand

Wer zu Anfang einen Notfall melden musste hatte es schwer, denn die bundesweit einheitliche Notrufnummer der Polizei - die 110- wurde erst 1973 eingeführt. Vorher musste man die unterschiedlichen Rufnummern der örtlichen Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes kennen, um im Notfall Hilfe herbeirufen zu können. Die automatische Vermittlung erfand ein misstrauischer Bestattungsunternehmer. Almon Strowger argwöhnte, die Damen in der Vermittlungsstelle (in Deutschland auch "Fräulein vom Amt" genannt) seiner Heimatstadt würden Anrufe von Hinterbliebenen bevorzugt an die Konkurrenz weiterleiten. Deshalb entwickelte er den Hebdrehwähler - Basis für die ersten automatisch arbeitenden Telefonvermittlungsstellen.

Rotes Telefon war in Wirklichkeit ein Fernschreiber

Von Anfang an eine reine Fiktion war und ist das "Rote Telefon". Das wohl bekannteste Telefon der Welt, das zum Symbol für die Kommunikation zwischen Moskau und Washington während des Kalten Krieges wurde, gab es als solches nämlich überhaupt nicht. Um gefährliche Missverständnisse beim Simultandolmetschen auszuschließen, wurde keine direkte Sprechverbindung zwischen den Staatsoberhäuptern der beiden Supermächte installiert, sondern lediglich eine Fernschreibverbindung.

Das Telefon als Freund der Promis

Die Diva Marlene Dietrich war eine echte Dauertelefoniererin. Sie soll es in den 70er-Jahren nach Aussage ihres Enkels auf Telefonrechnungen in Höhe von monatlich 3.000 Dollar gebracht haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt SMS-Textnachrichten nicht nur während Sitzungen, sondern auch zu Hause beim Kochen, wie sie 2004 in der Sendung "Johannes B. Kerner" gestand. Die Handy-Mailbox bleibt bei der Bundeskanzlerin hingegen abgeschaltet - das Abhören der Nachrichten dauere ihr zu lange.

Klassisches Telefonieren wurde abgelöst

Mittlerweile ist das klassische Telefonieren über das Festnetz oder das Mobilfunknetz zwar immer noch eine beliebte Kommunikationsform, allerdings haben die technischen Entwicklungen dazu beigetragen, dass auch andere Wege der Kontaktaufnahme zunehmen. Dazu gehört das Chatten und Telefonieren über Whatsapp - was übrigens auch die klassische SMS weiter in den Hintergrund gedrängt hat - genauso wie die Videotelefonie.

Quelle: DPA

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