Stromkosten© Teamarbeit / Fotolia.com
Strompreis-Zusammensetzung

Seit 2000 hat sich der Strompreis beinahe verdoppelt und man fragt sich natürlich, wo diese enorme Preissteigerung herkommt und wie sich überhaupt der Strompreis zusammensetzt. Der Frage nach der Strompreiszusammensetzung gehen wir hier nach!

So setzt sich der Strompreis zusammen

Strom hat vor etwa einem Jahrhundert Einzug in deutsche Haushalte gehalten. Heute ist er kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Fällt der Strom einmal aus, bemerken wir erst, wie abhängig wir von diesem sind: Kein PC, kein Fernseher, kein Warmwasser, kein Herd und keine Heizung laufen heute mehr ohne Strom. Doch wie so vieles ist auch Strom in den letzten Jahren immer teurer geworden. Zwischen 2000 und 2014 hat sich der Strompreis beinahe verdoppelt. Das liegt jedoch nicht daran, dass der Strom im Einkauf teurer geworden wäre, sondern vielmehr an der Besteuerung jedes einzelnen Kilowatts Strom.

Wie sich die Strompreise zusammensetzen

Sicherlich fragt man sich hin und wieder, was man über den Strompreis denn nun alles bezahlt und wie die Strompreiszusammensetzung aussieht. Der Strompreis lässt sich grundsätzlich in drei Bereiche einteilen. Zum einen muss natürlich für die Energienutzung und deren Beschaffung gezahlt werden. Dazu kommen die Gebühren für die Netznutzung und in einem weiteren Anteil sind Abgaben und Steuern enthalten.

Strompreisentwicklung © Tarife.de

Blickt man zurück auf die Stromkosten der letzten Jahre, so wird man feststellen, dass sich die Steuern und Abgaben stetig erhöht haben. Der Kosten für die Erzeugung, den Transport und den Vertrieb hingegen sind sogar etwas gefallen. So setzte sich der Strompreis im Jahr 2000 beispielsweise aus 62 Prozent Strombeschaffungskosten und nur 38 Prozent Steuern zusammen. Im Jahr 2015 sind es nur noch 47 Prozent, die für die tatsächliche Beschaffung benötigt werden, dafür jedoch 53 Prozent, die an den Staat gehen.

Der staatliche Anteil in der Strompreiszusammensetzung

Enthalten in diesen 53 Prozent ist die Stromsteuer mit 7,3 Prozent, welche zum größten Teil in die Rentenkasse einfließt. Weiterhin ist die Konzessionsabgabe mit sechs Prozent zu nennen, welche an Städte und Kommunen geht, da die Stromlieferanten öffentliche Wege für ihre Leitungen nutzen. Mit 21,9 Prozent sehr bekannt ist die EEG-Umlage. Aus dieser finanziert sich unter anderem die umfangreiche Förderung erneuerbarer Energien. Kleinere Beträge bilden die KWK- und NEV-Umlage. Abschließend kommt noch einmal die Mehrwertsteuer obendrauf.

Was spielt noch in den Strompreis hinein?

Auf den Markt an sich verteilen sich rund 47 Prozent des gezahlten Strompreises. Rund 24 Prozent des gezahlten Endpreises gehen davon in die Beschaffung des Stroms. Etwa 24 Prozent gehen in die Netznutzungsentgelte. Diese werden für die Instandhaltung und Erweiterung der Stromtrassen verwendet.

Abschließend sollte man noch erwähnen, dass die soeben genannten Werte deutschlandweite Durchschnittswerte sind. Je nach Wohnort und Anbieter kann die genaue Aufteilung des Strompreises abweichen. So kommen unter anderem sehr unterschiedliche Strompreise pro Kilowattstunde zustande. Wer auf der Suche nach einem möglichst günstigen Stromtarif ist, dem sei unser Vergleichsrechner ans Herz gelegt.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Benzinpreise

    ADAC: Preisspanne bei Diesel und E10 liegt bei über 6 Cent

    Ob der Tank mit Diesel oder Super E10 in Hamburg oder im Saarland gefüllt wird, macht sich deutlich im Geldbeutel bemerkbar. Egal welcher Kraftstoff getankt werden soll, in den Stadtstaaten sparen Autofahrer aktuell vergleichsweise.

  • Alternative Stromerzeugung

    Studie: 34 Prozent Ökoenergie-Anteil ist bis 2030 möglich

    Die EU-Länder wollen den Anteil an Ökoenergie beim Strommix bis 2030 auf 27 Prozent erhöhen. Einer aktuellen Studie zufolge ist aber ein deutlich höherer Anteil erreichbar und gleichzeitig könnten so Milliarden bei der Stromerzeugung gespart werden.

  • Strom- und Gaspreise

    ECF: Energiepreise sind im Januar gestiegen

    Insgesamt sind die Energiepreise im Januar gestiegen, zeigt eine Untersuchung der European Climate Foundation. Das gilt aber nicht für alle Brennstoffe gleichermaßen. Während Gas zumindest für Endkunden günstiger geworden ist, mussten Heizölkunden draufzahlen.

  • Wärmedämmung

    Gutachten: Baukosten erhöhen sich durch Energie-Vorschriften kaum

    Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren angestiegen. Einer Studie zufolge liegt das aber nur zu einem sehr geringen Anteil an Maßnahmen, um den Energieverbrauch in den Gebäuden zu senken. Vielmehr seien die gestiegenen Kosten beispielsweise auf höhere Grundstückspreise zurückzuführen.

  • Steckdose

    Hohe Stromrechnung: Kunden zahlen beim Grundversorger drauf

    Die Stromrechnung lässt sich deutlich reduzieren, wenn man den Energieanbieter wechselt. Einer Analyse zufolge zahlen Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh, die sich im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers befinden, knapp 400 Euro drauf.

Top