Steinkohle© Katarzyna M. Wächter / Fotolia.com
Steinkohle

Steinkohle ist auch in der heutigen Zeit noch ein wichtiger Energieträger und wird seit dem Mittelalter in vielen Regionen gefördert. Richtig angelaufen ist die Steinkohleförderung jedoch erst mit der Industrialisierung.

Steinkohle – das schwarze Gold der Erde

Um herauszufinden, wie Steinkohle entstanden ist, muss man rund 300 Millionen Jahre zurückreisen. Zu dieser Zeit gab es dichte Wälder und zahlreiche Moore, in welchen durch Absterben von Bäumen und biologischer Masse dicke Humusschichten entstanden. Diese Schichten wanderten mit der Zeit in immer tiefere Erdschichten, wurden dort von Bakterien ohne Sauerstoffeinfluss zersetzt und wurden zu Torf.

Dieser Torf gelangte, wie der Humus, über die Jahrtausende in immer tiefere Erdschichten und so war er neben einem enormen Druck auch höheren Temperaturen ausgesetzt: Durch einen speziellen biochemischen Vorgang wurde aus Torf Braunkohle. Im weiteren Zeitverlauf, durch noch höheren Druck und mehr Hitze wurde aus der Braunkohle schließlich Steinkohle, welche wir heute abbauen.

Allgemeines Wissen zur Steinkohle

Steinkohle besteht zu mehr als 70 Prozent aus dem Element Kohlenstoff und bietet einen Brennwert von etwa neun kWH pro Kilogramm. Weltweit lagern noch etwa 730 Tonnen Steinkohle in der Erde, Deutschland steuert zu dieser Zahl rund 23 Millionen Tonnen bei. Problematisch ist jedoch, dass ein Teil dieser Steinkohle in großer Tiefe liegt, sodass es (derzeit) nicht lohnenswert ist, diese Vorräte abzubauen. Kohle wird heute hauptsächlich zur Stromerzeugung genutzt und deckt weltweit rund 40 Prozent des Strombedarfes. Abgebaut wird die Steinkohle je nach Vorkommen unter oder über Tage. Unter Tage geschieht dies in Stollen, über Tage in Gruben.

Stromerzeugung 2017 © AG Energiebilanzen e.V.

Steinkohle in den verschiedenen Ländern

Die größten Steinkohlemengen fördert China - rund 45 Prozent der Gesamtfördermenge werden dort der Erde entnommen. An nächster Stelle kommt mit rund 18 Prozent von der Gesamtförderung die USA. Hierzulande, in Deutschland, sind die Hauptabbaugebiete im Ruhrgebiet und im Saarland. Da Deutschland jedoch nicht die größten Reserven hat und die Kohle meist in großer Tiefe liegt, ist der Steinkohle-Abbau sehr aufwändig und wird daher, um wettbewerbsfähig bleiben zu können, vom Staat subventioniert. 2007 einigte man sich jedoch auf einen Ausstieg aus der Steinkohleförderung bis 2018, da es in anderen Ländern deutlich günstigere Kohlevorkommen zu erschließen gibt.

Die Problematik der Steinkohle

Zwei ganz grundlegende Probleme der Steinkohle sind die hohen Emissionswerte und die schwindenden Ressourcen. Bei der Verbrennung der Steinkohle werden eine große Menge CO2 und andere Treibhausgase freigesetzt, die nur sehr langsam von biologischer Masse wieder gebunden werden können. So steigt der CO2-Gehalt in unserer Atmosphäre stetig an und führt zum bekannten Treibhauseffekt. Neben dem CO2 wird zudem Schwefeldioxid frei, welches unter anderem zu saurem Regen führen kann. In modernen Industriestaaten werden deswegen aus den Abgasen alle Nebenstoffe wie Schwefeldioxid herausgefiltert, sodass nur noch CO2 in die Umwelt entlassen wird.

Was die Ressourcen angeht, so erneuern sich die Steinkohlevorkommen natürlich nicht in dem Tempo, wie wir die Kohle abbauen – irgendwann werden die Vorkommen wie beim Öl erschöpft sein. Schätzungen, wie lange der Steinkohlevorrat noch genügt, gibt es zahlreiche, da eine Schätzung mit allen Vorkommen rechnet, auch denen in großer Tiefe, und andere Schätzungen nur von dem derzeitig erreichbaren ausgehen. Oft hört man jedoch Angaben zwischen 100 und 200 Jahren.

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