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Sparbuch

Das Sparbuch ist eine der ältesten Angebote von Banken, um Geld zu sparen. Und noch immer nutzen viele Deutsche diese Form der Geldanlage, um Guthaben für die Zukunft zu sichern. Was macht das Sparbuch aus?

Das Sparbuch – der Klassiker unter den Geldanlagen

Die ersten Sparbücher in Deutschland wurden im Jahr 1818 von den Sparkassen herausgegeben. Die Sparer zahlten Geld ein und erhielten dafür ein Quittungsbuch, das bestimmte Angaben enthielt. Zu den Angaben gehörten die Höhe des Guthabens, eine Kontonummer, der Name des Kontoinhabers und die Unterschrift des Sparkassenvorstands. Durch die Ausstellung des Quittungsbuches erhielt der Sparer die schriftliche Bestätigung, dass er sich das eingezahlte Geld zuzüglich der bis dahin aufgelaufenen Zinsen wieder auszahlen lassen kann. Das Sparbuch wurde bei der Bevölkerung schnell zu einer beliebten Form der Geldanlage. Schon im Jahr 1910 besaß etwa ein Drittel der Deutschen ein Sparbuch und noch immer führt die Hälfte aller deutschen Verbraucher ein Sparkonto. Heutzutage allerdings ist die Zahl rückläufig, da Tagesgeldkonten oder Festgelder häufig eine bessere Verzinsung bieten.

Rechtliche Grundlagen zum Sparbuch

Die gesetzlichen Grundlagen für Spareinlagen sind in § 1 Abs. 29 Satz 2 Kreditwesengesetz (KWG) geregelt. Das Gesetz besagt unter anderem, dass die Geldanlage auf einem Sparbuch unbefristet ist und dass das Geld nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt sein darf. Daher können die Sparer nicht per Überweisung oder Lastschrift über ihr Sparguthaben verfügen. Allerdings sind am Bankautomaten oder bei online geführten Sparkonten Umbuchungen auf ein anderes Konto des Kontoinhabers möglich. Bei einem Sparbuch handelt es sich um ein qualifiziertes Legitimationspapier und hinkendes Inhaberpapier. Diese rechtlichen Begriffe bedeuten, dass jede Person, die das Sparbuch am Bankschalter vorlegt, eine Auszahlung verlangen kann. Die Bank ist aber berechtigt, die Legitimation des Vorlegers zu überprüfen und bei Zweifeln die Auszahlung zu verweigern.

Verlust der Sparbuchurkunde: Was dann?

Verliert der Kontoinhaber die Sparbuchurkunde, lassen sich einige Kreditinstitute eine Verlusterklärung unterschreiben. Andere Banken verlangen ab einem bestimmten Kontosaldo einen Ausschließungsbeschluss, der von einem Amtsgericht ausgestellt werden muss. Dazu müssen der Kontoinhaber oder seine Rechtsnachfolger, wie Erben oder Testamentsvollstrecker, ein Aufgebotsverfahren einleiten. Wenn sich während der Aufgebotsfrist niemand meldet, der die Sparbuchurkunde vorlegen kann, wird die Urkunde für kraftlos erklärt und durch den Ausschließungsbeschluss ersetzt. Das Verfahren ist mit Kosten verbunden, die der Antragsteller tragen muss.

Bei höheren Abhebungen drohen Strafzinsen

Bei den meisten Banken können die Sparer Guthaben in beliebiger Höhe auf einem Sparbuch ansparen. Bei einer Insolvenz der kontoführenden Bank sind die Gelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Kontoinhaber über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Wird das Sparkonto bei einer Sparkasse oder Volksbank geführt, ist in der Regel das komplette Guthaben abgesichert. Während die Höhe des Guthabens entweder gar nicht oder erst bei sehr hohen Beträgen begrenzt ist, müssen die Bankkunden bei der Abhebung bestimmte Grenzen und Fristen beachten. Bei einer Spareinlage handelt es sich nicht um eine täglich fällige Sichteinlage, wie auf einem Girokonto oder einem Tagesgeldkonto. Der Sparer darf daher maximal 2.000 Euro je Monat von seinem Sparkonto abheben. Höhere Beträge müssen mindestens drei Monate vorher gekündigt werden. Ansonsten berechnet die kontoführende Bank Vorschusszinsen für die unberechtigte Verfügung. Die Höhe der Vorschusszinsen legt jedes Kreditinstitut selbst fest und veröffentlicht den Zinssatz im Preis- und Leistungsverzeichnis, das im Internet veröffentlicht wird oder in den Filialen aushängt. Häufig handelt es sich um 25 Prozent der Guthabenzinsen, die für das Sparguthaben gezahlt werden.

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