Sonne© gunnar3000 / Fotolia.com
Solarthermie

Große Energiemengen erreichen uns tagtäglich auf der Erde – durch die Sonne. Neben einer Photovoltaikanlage kann man die Sonneneinstrahlung auch für Solarthermie nutzen. Diese Technik erhitzt mithilfe der Sonneneinstrahlung Wasser, welches anschließend für zahlreiche Bereiche genutzt werden kann.

Mit Solarthermie die Kraft der Sonne nutzen

Im Sommer ist die Heizung aus, der Kessel wird jedoch wegen des Warmwassers trotzdem befeuert. Wer das ändern möchte, sollte sich die Solarthermie einmal genauer ansehen: Dies ist eine umweltfreundliche Variante, mithilfe der Sonne warmes Wasser zu gewinnen. Im Sommer kann man mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach die Heizung in der Regel ganz ausschalten, im Winter nimmt die Effektivität der Anlage zwar ab, unterstützt jedoch noch immer wirkungsvoll den herkömmlichen Heizkessel bei der Warmwasserbereitung: Fasst man die übers Jahr zustande gekommene Leistung zusammen, können etwa 50 bis 70 Prozent des Warmwassers durch die Solarthermie bereitgestellt werden.

Wie funktioniert die Warmwasserbereitung?

Die Solarthermie funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Der Sonnenkollektor bündelt die Sonneneinstrahlung, sodass Wärme entsteht. Sobald die Temperatur auf dem Dach höher ist als im Wärmepufferspeicher, wird eine Wärmeträgerflüssigkeit in die Kollektoren gepumpt. Diese speichert auf dem Dach die Wärme und gibt sie am kälteren Warmwasserspeicher wieder ab. Zusätzlich ist an diesen Kreislauf noch der herkömmliche Heizkessel angeschlossen, welcher bei richtiger Einstellung nur dann warmes Wasser produziert, wenn die Solaranlage auf dem Dach nicht genügend Leistung bringt.

Video: So funktioniert eine Solarthermieanlage


Solarthermie optimal nutzen

Besonders im Sommer weiß man als Besitzer einer Solarthermie-Anlage meist gar nicht, wohin mit dem vielen heißen Wasser. Da ist es gut, wenn man das heiße Wasser nicht nur zum Duschen und Waschen nutzt, sondern auch andere Geräte an dem kostenlosen Warmwasser teilhaben lässt. So ist es sinnvoll, beispielsweise Spülmaschinen oder Waschmaschinen zu kaufen, welche direkt Warmwasser beziehen und es nicht erst selbst erhitzen.

Zusammenspiel von Sonne und Heizkessel

Wichtig ist aber vor allen Dingen, dass man der Sonne erstmal eine Chance lässt, ihre Arbeit zu tun: Wer seinen Heizkessel falsch eingestellt hat, der läuft Gefahr, dass das Warmwasser auf Basis von fossilen Energieträgern und nicht von der Sonne erwärmt wird. Der Pufferspeicher hält die Wärme in der Regel sehr lange, von daher sollte man sich gut überlegen, ob man den Heizkessel beispielsweise früh morgens das Wasser auf 60 Grad hochheizen lässt, obwohl das Wassers vom Vortag noch rund 45 Grad hat. Zudem würde man über diese Variante dafür Sorge tragen, dass die Solarthermie am ersten Teil des Tages nutzlos ist, weil der gesamte Heizkessel schon über die Soll-Temperatur verfügt.

Die Vor- und Nachteile der Solarthermie

Viele sind der Solarthermie immer noch ein wenig skeptisch gegenüber eingestellt. Solar wird als generell zu teuer bezeichnet, da die Anschaffungskosten relativ hoch sind. Allerdings sollte man hier längerfristig denken: Schließlich wird die Solarthermie bei guter Wartung über Jahrzehnte hinweg die Heizkosten für Warmwasser erheblich mindern, währenddessen fossile Energieträger stetig im Preis steigen.

Genauso oft wird argumentiert, dass die Herstellung von Solaranlagen alles andere als umweltfreundlich sei und man so in der Summe gar nichts für die Natur tue. Auch hier kommt es jedoch wieder auf die Nutzungsdauer der Anlage an – gut gepflegt und gewartet kann diese über mehrere Jahrzehnte zuverlässig Warmwasser liefern. Sobald die Anlage auf dem Dach ist, produziert sie Wärme ohne jeglichen CO2-Ausstoß und schont somit auf Dauer die Umwelt.

Was es für die Solarthermie braucht

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Anlage für Solarthermie auf Ihrem Dach zu installieren, sollten Sie vorher einige Dinge überprüfen. Einen optimalen Nutzungsgrad erreicht man mit Solarkollektoren, wenn das Dach möglichst nach Süden, Süd-West oder Süd-Ost ausgerichtet ist.

Neben der Ausrichtung ist weiterhin die Winkelung der Anlage wichtig, da die Einstrahlung je nach Jahreszeit unterschiedlich ausfällt. Reine Warmwasser-Solarthermie ist am wirkungsvollsten zwischen 30 und 50 Grad, soll das Warmwasser allerdings auch zum Heizen verwendet werden, empfiehlt sich ein steilerer Winkel. Zu flache Dächer sind grundsätzlich unproblematisch, da sich zusätzliche Winkel am Dach anbringen lassen, zu steile Dächer können allerdings sehr wohl zu einem Problem werden. Des Weiteren sollte ein Schattenfall besonders in den ertragreichen Mittagsstunden von angrenzenden Häusern oder größeren Bäumen möglichst vermieden werden.

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