Energiepass© Birgit Reitz-Hofmann / Fotolia.com
Passivhaus

Von Passivhaus spricht man, wenn ein Haus ganzjährig ohne eine konventionelle Heizung auskommt und die Raumtemperatur trotzdem konstant gehalten werden kann. Die Vorteile des Passivhauses sind dabei Umweltverträglichkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit kombiniert mit Komfort.

Im Passivhaus kann die Heizung aus bleiben

Ein Passivhaus ist so aufgebaut, dass es möglichst wenig Energie in Form von Heizwärme benötigt. Dabei ist Passivhaus kein Markenname, sondern vielmehr ein Baukonzept, welches jedem offensteht zu wählen.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Gebäude verbraucht ein Passivhaus rund neunzig Prozent weniger Heizenergie. So kommt das Passivhaus mit rund eineinhalb Litern Heizöl pro Quadratmeter aus. Das kommt daher, dass das Haus sehr wirksam gedämmt und abgedichtet ist. So kann sogar die Wärme der Bewohner und die der elektrischen Geräte sinnvoll genutzt werden. Damit man trotzdem ständig frische Luft in der Wohnung hat, ist ein Lüftungssystem installiert, welches mit einer Wärmerückgewinnungsanlage ausgestattet ist.

Was das Passivhaus zum Passivhaus macht

Ausschlaggebend für ein Passivhaus ist der geringe Heizaufwand. So darf dieser 15 kWh pro Quadratmeter nicht überschreiten. Dabei soll allerdings keineswegs der Komfort der Wohnung verloren gehen. So sind beispielsweise Außenfenster und eine Lüftungsanlage mit Filteranlagen Pflicht.

Weitere Punkte, die ein Passivhaus erfüllen muss, sind eine sehr gute Wärmedämmung nach außen, gut abgedichtete und wärmegedämmte Fenster und eine Wärmerückgewinnungsanlage für die Lüftung.

Wie es sich im Passivhaus wohnt

Deutschlandweit wurden bereits über 3000 Passivhäuser erbaut. Von Bewohnern dieser Häuser wird vorwiegend Gutes berichtet: Es sei immer schön warm im Gebäude und gefroren hätten sie bisher noch nicht. Im Sommer sei die gute Isolierung deswegen von Vorteil, da sie die Hitze nicht hineinlasse und es immer angenehm kühl bleibe. Zudem herrscht eine konstante Luftfeuchtigkeit. Was jedoch einige ein wenig stört, ist dass alle Räume immer gleich warm sind – sprich die 17 Grad im Schlafzimmer und gleichzeitig 24 Grad im Bad lassen sich in einem Passivhaus nur auf sehr komplizierte Weise realisieren.

Was ein Passivhaus kostet

Ein Passivhaus ist im Bau in etwa fünf bis 15 Prozent teurer als ein konventionelles Haus des derzeitigen Energiestandards; möchte man seinen Altbau auf den Standard eines Passivhauses bringen, so zahlt man um die 15 Prozent mehr als bei einer normalen energetischen Sanierung.

Nach welcher Zeit sich die Mehrkosten auszahlen, hängt ganz grundsätzlich davon ab, wie sich die Preise für Heizöl und andere Energieträger in Zukunft entwickeln. Mit in etwa zehn Jahren Amortisationszeit sollte man allerdings durchaus rechnen.

Denkt man darüber nach, ein Passivhaus zu bauen, kann man sich auch nach Förderprogrammen umhören. In jedem Fall kann man zinsvergünstigte Darlehen erhalten und in machen Regionen gibt es zudem spezielle Förderprogramme.

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