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P-Konto

Ein Pfändungsschutzkonto kann sich für diejenigen lohnen, die sehr hohe Schulden zu begleichen haben. Das P-Konto bietet Schutz, bringt aber auch Einschränkungen mit sich.

Das P-Konto bietet Überschuldeten finanziellen Schutz

Die Schuldenspirale vieler Betroffenen beginnt oft mit Kreditraten, die nicht mehr bedient werden können, mit nicht bezahlten Unterhaltsleistungen oder mit einer Kontopfändung. Damit ein Gläubiger nicht die gesamten Finanzen blockieren kann, empfiehlt sich ein Pfändungsschutzkonto, auch als P-Konto bekannt. Banken und Sparkassen sind in Deutschland verpflichtet, auf Antrag das laufende Girokonto auf ein Pfändungsschutzkonto umzustellen.

Was ist ein P-Konto?

Pfändungsschutzkonten sind geschäftsübliche Girokonten, mit denen der Zahlungsverkehr des Kontoinhabers abgewickelt werden kann. Lohn und Gehalt, aber auch Sozialleistungen gehen hier als Zahlung ein, Miete, Kita-Beiträge, Strom- und Gasentgelt oder Versicherungen können überwiesen bzw. abgebucht werden. Besonderheit der P-Konten ist, das ein festgelegtes Guthaben pfändungssicher ist. Beantragt also ein Gläubiger eine Kontopfändung, so darf der Schuldner über das Geld bis zur Freigrenze verfügen, die Bank an den Gläubiger nur Beträge darüber auszahlen. Die nicht pfändbare Summe entspricht immer dem Pfändungsfreibetrag gemäß amtlicher Pfändungstabelle, die vom Gesetzgeber festgelegt wird. Dieser orientiert sich am monatlichen Existenzminimum in Deutschland. Schuldner, die einen höheren Freibetrag auf ihrem Pfändungsschutzkonto benötigen, etwa weil sie Unterhalt leisten müssen oder andere Sonderfälle vorliegen, können eine Erhöhung der Pfändungsgrenze beantragen.

Was müssen Schuldner sonst beachten?

  • Eine Umwandlung des laufenden Girokontos in ein P-Konto erfolgt nur auf Antrag. Auf Verdacht hin sollte das der Kontoinhaber jedoch nicht beauftragen, der Pfändungsschutz greift immer auch noch vier Wochen rückwirkend nach Eingang einer Kontopfändung.
  • Die von den Kreditinstituten zur Verfügung gestellten Pfändungsschutzkonten können nur im Guthaben geführt werden. Einen Dispokredit gewähren die Banken in der Regel nicht, Überziehungen sind also nicht möglich.
  • Für die Umstellung auf ein P-Konto darf die Bank keine Gebühren erheben. Die Kontoführung ist jedoch üblicherweise nicht kostenfrei.
  • Girokonten mit Pfändungsschutz gibt es nur für einen Kontoinhaber. Eheleute mit gemeinsamem Konto müssen also eine zusätzliche Bankverbindung einrichten. Jede Person darf nur ein P-Konto führen, ein zweites ist nicht erlaubt. Kreditinstitute melden die Führung solch eines Kontos an die Schufa.
  • Banken geben für P-Konten meist keine EC-Karten aus. Wenn der Schuldner bereits eine besitzt, regelt es sich nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Instituts, wie sie eingezogen werden kann.

Welche Vorteile bringt das P-Konto mit sich?

Mit dem Pfändungsschutzkonto bleiben die Betroffenen finanziell handlungsfähig. Das nicht pfändbare Guthaben erlaubt ihnen, ihre laufenden Lebenshaltungskosten auch durch Zahlungen über das Konto abzuwickeln. Das betrifft vor allem solche Ausgaben wie Miete, Energiekosten, Versicherungen. Außerdem ist die Versorgung mit Bargeld gesichert, so lange Guthaben existiert. Es wahrt auch das persönliche Ansehen der Schuldner – denn ohne das P-Konto müssten sie Arbeitgebern oder Sozialkassen ihre Forderung nach einer Barauszahlung erklären und auch alle Rechnungen bar begleichen.

Wann macht ein Pfändungsschutzkonto Sinn?

Die Umwandlung des eigenen Girokontos in ein P-Konto macht nur dann Sinn, wenn Pfändungen des Kontos bestehen oder drohen. Dabei sollte man auch auf den geforderten Betrag schauen, denn handelt es sich um eine relativ kleine Summe, die der Schuldner schnell ausgleichen kann, lohnt sich ein Pfändungsschutz nicht. Betroffene sollten hier an die Einschränkungen denken, die mit einem P-Konto entstehen, etwa in Bezug auf den Dispo. Problematisch ist auch das Thema Sparen: Zwar darf grundsätzlich Restguthaben von einem Monat in den anderen übertragen werden. Allerdings gestalten sich längerfristige Ansparungen als schwierig. In den dritten Monat darf der Überbetrag nämlich nicht mitgenommen werden.

Der Pfändungsschutz empfiehlt sich aber bei hohen Schulden, die den regelmäßigen Geldeingang deutlich überschreiten und deren Tilgung einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Er lohnt sich auch bei immer wiederkehrenden Pfändungen, wie etwa bei nicht geleisteten Unterhaltszahlungen.

Schuldner, die sich für eine Privatinsolvenz entscheiden, sollten ihr laufendes Konto vorher in ein P-Konto umwandeln. Das Guthaben bis zur Pfändungsfreigrenze gehört dann nicht zur Insolvenzmasse und kann nicht für die Tilgung der Schulden genutzt werden. Betroffene können dann ihre Girokonto in beschränktem Umfang weiter nutzen.

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