Ökogas© Swetlana Wall / Fotolia.com
Ökogas

Ökogas klingt umweltfreundlich und schön grün. Doch wie grün sind solche Tarife eigentlich wirklich und welche Vorgaben und Auflagen stecken hinter dem Begriff Ökogas? Was unterscheidet Ökogas von Biogas und Klimagas und wie erkennt man einen echten Ökogas-Tarif?

Ökogas: Von Klimatarifen und Biogastarifen

Auch wenn man im Alltagsgebrauch von Ökogas spricht, stecken hinter diesem Begriff sehr unterschiedliche Konzepte. Und manch einer mag sich ein falsches Bild machen: Unter "Öko" stellt man sich schnell Energie aus regenerativen Quellen vor, welche die Umwelt schonen. Die Welt der Gastarife muss man jedoch in dieser Hinsicht sehr differenziert betrachten.

Biogas und Klimatarife

Sogenannte Biogastarife bestehen zum Großteil aus herkömmlich gefördertem und endlichem Gas. Nur ein kleiner Teil Gas aus regenerativen Quellen wird beigemischt, häufig sind es 5-10 Prozent. Und diese Quellen sind vielleicht auch noch Ställe der Massentierhaltung oder Chemieanlagen. Wie man sich denken kann, ist der Nutzen für die Umwelt also durchaus umstritten. Das andere Tarifmodell, welches als Ökogas bekannt ist, vermarktet gängiges Gas aus endlichen Quellen, gleicht das dabei freigesetzte CO2 jedoch über verschiedene Aktionen wie etwa Waldaufforstungen oder Unterstützung von regenerativen Energiequellen aus. Klimatarif heißt diese Tarifvariante offiziell.

"Grüne" Ökogastarife sicher erkennen

Wo Ökogas ausgewiesen ist, muss also nicht unbedingt öko drin sein – einen echten, klimafreundlichen Gastarif zu erkennen ist auf Grund fehlender Regelungen, wie dieser auszusehen hat, gar nicht so einfach. Am besten man hält Ausschau nach Tarifen mit entsprechenden Siegeln. Über diese wird sichergestellt, dass der Gasanbieter bestimmte Standards einhält.

Aussagekräftige Siegel für Ökogas

So zeigen TÜV-Nord-Zertifikate etwa klimaneutrale Gasprodukte an. Um den Gastarif mit diesem Siegel ausstatten zu können, muss der Anbieter die Kompensation des freiwerdenden Kohlenstoffdioxids nachweisen können. Das geschieht etwa über den Kauf von CO2-Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten. Beim TÜV Süd gibt es neben dem klassischen CO2-Ausgleichs-Siegel mehrere Siegel, die beispielsweise die Beimischung von Biomethan oder von Power-to-Gas-Produkten anzeigen.

Weitere Auszeichnungen für grüne Gastarife können vom "Clean Developement Mechanism" und "Joint Implementation" stammen. Diese beiden Mechanismen wurden auf Basis des Kyoto-Protokolls entwickelt, um den Schadstoffausstoß zu regulieren. Auch hier werden Gasanbieter ausgezeichnet, die ausgleichende Maßnahmen bezüglich des freigesetzten CO2 ergreifen.

Wer bietet Ökogas an?

Ökogasanbieter findet man deutschlandweit: Neben lokalen Gasanbietern haben auch größere konventionelle Anbieter wie etwa eprimo, e wie einfach, Eon oder 123energie häufig Ökogastarife mit in ihrem Angebot. 100 Prozent Biogas erhält man bei Polarstern. Bei "Naturstrom" ist der Biogasanteil gestaffelt, auch hier gibt es Tarife mit bis zu 100 Prozent Biogas. Greenpeace Energy bietet Gas, welches zum Großteil über Elektrolyse aus Windenergie gewonnen wird.

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