Treibhausgase© claffra / Fotolia.com
Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll ist einer der wichtigsten Beschlüsse, wenn es darum geht, unseren Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern. Über das Protokoll hat man erstmalig eine internationale Vereinbarung über den Ausstoß und die Reduzierung von Treibhausgasen getroffen.

Kyoto-Protokoll: Gemeinsam für den Klimaschutz

Die Länder, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, einigten sich darauf, ihre Treibhausgase um 5,2 Prozent gegenüber dem Ausstoß von 1990 zu senken. In der EU hat man das Ziel sogar auf acht Prozent erhöht. Der erste Teil des Kyoto-Protokolls sollte über fünf Jahre hinweg umgesetzt werden, von 2008 bis 2012.

Über das Zustandekommen des Kyoto-Protokolls

Die erste Tagung, welche zum Kyoto-Protokoll führen sollte, fand 1995 im Berlin statt und man verhandelte darüber, wie man Emissionen im neuen Jahrtausend verringern könnte. Nach zahlreichen weiteren Treffen wurde das Protokoll in seiner heutigen Form 1997 im japanischen Kyoto angenommen, weswegen das Protokoll auch nach diesem Ort benannt ist. Alle Mitgliedsstaaten unterzeichneten das Protokoll schließlich bis 2002, sodass das Protokoll noch vor dem ersten Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Kraft war.

Über die Mitgliedsstaaten

Das Kyoto-Protokoll ist so angelegt, dass mindestens 55 Prozent der weltweiten Klimagase abgedeckt sind. So wollte man sicherstellen, dass das Protokoll auch tatsächlich etwas bewirkte und man nicht viel Wirbel um etwas Kleines machte. Mit den USA, als den Staat mit den höchsten Emissionen, hatte man anfänglich fest gerechnet. Als es jedoch 2001 ernst wurde, zogen sich die USA mit der Begründung zurück, dass das Protokoll wirtschaftsfeindlich sei. Ohne die USA drohte man jedoch an der selbst gesetzten 55-Prozent-Hürde zu scheitern und zog daraufhin durch viele Eingeständnisse noch Russland mit ins Boot.

Zur ersten Periode des Kyoto-Protokolls hatten sich schließlich 141 Staaten verpflichtet. Und mit Russland an Bord deckte man insgesamt 61,6 Prozent der weltweiten Treibhausgase ab. Dabei ist es von Land zu Land unterschiedlich, wer wie viele Treibhausgase einspart. So hat sich Deutschland beispielsweise das hohe Ziel gesetzt, seinen Ausstoß um insgesamt 21 Prozent zu verringern.

Wie wird das Kyoto-Protokoll umgesetzt?

Zentral beim Kyoto-Protokoll ist die Verringerung der ausgestoßenen Treibhausgase. Bei diesem Beschluss war es nicht wichtig, wo die Treibhausgase verringert wurden, sondern ob. Wichtig war, den Ausstoß an Treibhausgasen weltweit zu vermindern. So führte man den Emissionshandel zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ein. So kann sich Deutschland beispielsweise eine Wasserkraftanlage in Indien aufs Konto schreiben, wenn diese durch Deutschland finanziert wurde. Aber auch landwirtschaftliche Projekte wie die Aufforstung verhelfen zu einem positiven Emissions-Konto.

Die Verlängerung des Kyoto-Protokolls

Nachdem man im Jahr 2012 mehr oder weniger seine Ziele erreicht hatte und das Protokoll auszulaufen drohte, beschloss man eine Verlängerung. Viele wichtige Staaten sollten jedoch nicht mehr mit an Bord sein. So unterschrieben beispielsweise Russland, Japan und Kanada nicht mehr für die zweite Periode, was dazu führte, dass nur noch 15 Prozent der globalen Emissionen durch Befürworter des Protokolls abgedeckt werden. Man legte sich auf mindestens acht Prozent weniger Treibhausgase als 1990 fest, die EU-Staaten beschlossen sogar ein Ziel von 20 Prozent. Erreichen möchte man diese Ziele bis 2020, bis dahin läuft nämlich die zweite Periode des Kyoto-Protokolls.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Offshore Ölplattform

    Pipelineschaden - Preise für Heizöl und Benzin erreichen Höchststand

    Heizöl und Benzin sind so teuer wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Ursache dafür ist ein plötzlicher Preisanstieg beim Nordsee-Öl. Wegen eines Lecks in einer bedeutenden Pipeline mussten mehrere Ölförderplattformen die Produktion zurückfahren.

  • Auspuff

    Streit um Dieselfonds: Autoindustrie feilscht um Beiträge

    Der Dieselfonds, über den Kommunen und Städte Gelder für Projekte für mehr saubere Luft beziehen können, sorgt für Ärger innerhalb der Autoindustrie. Bisher besteht noch immer eine Lücke zwischen dem Betrag den die Autobauer einzahlen sollen und den bisher zugesagten Fördermitteln.

  • Elektromobilität

    DriveNow stockt Flotte um 200 vollelektrische BMW i3 auf

    In Hamburg stehen künftig noch mehr Elektroautos bei der Carsharing-Firma DriveNow bereit. Der Anbieter will seine Fahrzeug-Flotte bis Ende 2017 um 200 BMW i3 erweitern. DriveNow ist ein gemeinsames Tochterunternehmen von BMW und Sixt.

  • Erdölpumpen

    Ölstaaten halten Förderlimit länger aufrecht

    Förderlimit bis Ende 2018: Das Bündnis aus den 14 Opec-Staaten und zehn weiteren Ölproduzenten hält weiter an den gekürzten Produktionsmengen fest. In den letzten Wochen ist der Preis für Rohöl gestiegen. Was erwarten Experten bezüglich der Ölpreisentwicklung?

  • Weihnachtsdeko

    Trotz LED: Weihnachtsbeleuchtung soll 197 Millionen Euro kosten

    Vielen Deutschen liegt die Weihnachtsbeleuchtung am Herzen, so das Ergebnis einer Umfrage. Und obwohl die meisten dabei auf LED-Lämpchen setzen, kostet die Energie für Lichterketten und Co. in diesem Jahr voraussichtlich Millionen von Euro.

Top