Stromverbrauch© Gina Sanders / Fotolia.com
Kurzschluss

Bei einem Kurzschluss sitzen Betroffene oft im Dunkeln, denn in der Regel fliegt dann auch die Sicherung raus. Wie es dazu kommt und was in dem Fall zu tun ist, erklären wir im Folgenden.

Ursachen und Maßnahmen: Was passiert bei einem Kurzschluss?

Kommt es im Haushalt zu einem Kurzschluss, ist oftmals der Stromfluss in der gesamten Wohnung oder in Teilbereichen unterbrochen. Zumeist war man zuvor mit einem elektrischen Gerät beschäftigt, mit dem dann der Kurzschluss ausgelöst wurde. Wie aber kommt es zur Unterbrechung des Stromflusses?

Was ist ein Kurzschluss?

Wenn es elektrischem Strom möglich ist, zwischen den beiden Polen einer elektrischen Quelle zu fließen, ohne dass ein Gerät dazwischen ist, spricht man von einem Kurzschluss. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn man versehentlich die beiden Pole der elektrischen Quelle miteinander verbindet oder wenn die Isolierung an Kabeln oder an einer Leitung beschädigt ist und es zu einem Kontakt zwischen elektrischen Leitern kommt. Ebenfalls kann es zu einem Kurzschluss kommen, wenn Wasser in das Innere eines Geräts gelangt oder wenn in einem Gerät eine Überbrückung auftritt. Auch dann kommt es zu einem ungehinderten, direkten Stromfluss zwischen den Polen der Quelle.

Ein Kurzschluss kann somit bei einem Blitzschlag entstehen, oder aber auch einfach, weil sich eine Person im Haushalt die Haare föhnt, während die andere Person duscht. Eine weitere Möglichkeit ist die Überlastung des Stromkreislaufes insgesamt, zum Beispiel weil Waschmaschine Herd und Staubsauger gleichzeitig benutzt werden.

Bei einem Kurzschluss verringert sich der Widerstand innerhalb des Stromkreises, weil das Gerät, das eigentlich zwischengeschaltet wäre, nicht mehr arbeitet. Dadurch kann die elektrische Stromstärke so stark anwachsen, dass die Leiter sich erhitzen. Dabei spricht man auch von Kurzschlussstrom. In der Folge kann es zu Bränden und anderen Folgeschäden am Gerät kommen.

Um die zu hohe Stromstärke zu vermeiden, werden Sicherungen in die Stromkreise eingebaut.

Was tun bei einem Kurzschluss?

Wenn der Strom wegen eines Kurzschluss ausfällt, geht das in der Regel mit einer ausgefallenen Sicherung im Sicherungskasten einher. Dabei handelt es sich um einen Sicherheitsmechanismus, damit es nicht zu einem Stromschlag oder einem Brand kommt. Seit 2007 ist das über einen FI-Schalter geregelt, dessen Einbau bei Neuinstallationen Pflicht ist. Das Problem lässt sich in der Regel dadurch beheben, indem die Sicherung wieder hereingedreht wird. Zuvor sollte aber, falls der Kurzschluss durch ein bestimmtes Gerät ausgelöst wurde, dieses von der Stromzufuhr gelöst werden.

Im Sicherungskasten sind gewöhnlich die Schalter bestimmten Räumen und Bereichen zugeordnet. Ist der FI-Schalter inaktiv, sollte genau dieser wieder eingeschaltet werden. Springt er direkt wieder heraus, besteht das Problem für den Kurzschluss auch weiterhin. Im nächsten Schritt müssen dann alle dem betroffenen FI-Schutzschalter zugeordneten Sicherungen ausgeschaltet werden. Danach wird der FI-Schalter wieder aktiviert und nach und nach die anderen Sicherungsschalter. Sobald der FI-Schalter wieder herausspringt, weiß man, welcher Stromkreis im Haushalt betroffen ist und kann nach der Ursache suchen. Dabei sollte daran gedacht werden, dass es nicht nur defekte Geräte, sondern auch eine Steckdose oder eine Lampe sein kann. Wenn der FI-Schalter immer wieder herausspringt, auch wenn die anderen Sicherungen abgeschaltet sind, sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

Kurschluss-Ursache: Defekte Leitung in der Wand

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Sicherung wegen einer beschädigten Leitung herausgeflogen ist. Bei Altbauten genügt als Ursache oft schon eine Schraube in der Wand. Aber auch in neueren Gebäuden ist es möglich, mit einem Bohrer auf eine Leitung zu stoßen. Wenn dann die Sicherung herausspringt, kann diese zwar einfach wieder hereingedreht werden, man sollte das defekte Kabel jedoch nicht in der Wand lassen. Dabei sollte unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden. Der muss nicht zwingend die ganze Leitung erneuern. Je nach Größe des Schadens kann auch der defekte Teil entfernt werden.

Kabel sind übrigens aus guten Gründen mit einer Schutzschicht umgeben, die sie zum Beispiel vor Feuchtigkeit schützen. Bei einem Wasserschaden kann ansonsten auch in trockene Wände eine große Menge Feuchtigkeit eindringen, die zu Schäden an den Leitungen führen kann. In einer defekten Leitung kann es zudem zu einer erhöhten Wärmeentwicklung, welche einen Kabelbrand nach sich ziehen kann.

Mit Sicherheitsmaßnahmen den Kurzschluss verhindern

Um für mehr Sicherheit im Haushalt zu sorgen, kann man aber auch selbst auch ein paar Dinge Acht geben. Beispielsweise zeigt das GS-Zeichen an, dass ein elektronisches Gerät auf seine Sicherheit geprüft wurde. Geräte wie Toaster oder Föne sollten vor Feuchtigkeit geschützt werden. Der Toaster sollte folglich nicht ausgerechnet neben dem Herd unter einem Schrank stehen, wo sich der Dunst vom Kochen sammelt. Solche Informationen finden sich auch in den Betriebsanleitungen von Geräten. Bei Mehrfachsteckdosen sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht überlastet werden. Auch sollten Geräte nicht permanent und schon gar nicht bei Abwesenheit laufen. Das gilt auch für den Standby-Betrieb.

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