Atomenergie© Thomas Bethge / Fotolia.com
INES

INES kann zwar ein Name sein, steht in diesem Fall jedoch für eine Abkürzung, die man oft im Zusammenhang mit atomaren Zwischenfällen hört. INES ist eine Skala, anhand welcher alle nuklearen Vorkommnisse und Unfälle eingestuft werden.

Die INES-Skala zur Bewertung nuklearer Unfälle

INES ist eine Abkürzung aus dem Englischen, die für International Nuclear Event Scale steht. INES eine internationale Skala für nukleare Unfälle und wurde in den 80er Jahren von einer Gruppe internationaler Atom-Experten erarbeitet und 1990 offiziell eingeführt.

Das Ziel der Skala ist es, weltweit eine einheitliche Bewertung atomarer Unfälle zu ermöglichen, die auch die gemeine Bevölkerung versteht. Dabei ist INES nicht nur für Unfälle in AKW gedacht, sondern bezieht sich auch auf alle denkbaren Vorkommnisse in Bezug auf radioaktives Material. Ein Vorfall der Stufe Eins nach der INES-Skala ist weniger bedeutungsvoll als einer der Stufe Sieben.

Wie INES aufgebaut ist

Die INES-Skala verfügt insgesamt über acht Stufen, die von Null bis Sieben reichen. Dabei stellt die Stufe Null ein Ereignis dar, das zwar meldepflichtig ist, jedoch ohne oder nur mit sehr geringer Bedeutung für die allgemeine Sicherheit ist. Die letzte Stufe, die Stufe Sieben, wurde bisher nur zweimal verteilt: Einmal nachträglich für Tschernobyl und für Fukushima. Die letzte Stufe bedeutet einen katastrophalen Unfall, welcher zu einer großräumigen Freisetzung von Radioaktivität führt.

INES-Skala © Tarife.de

Von Störfällen und Unfällen

Bis zur Stufe Drei werden die Vorfälle als Störfälle bezeichnet. Störfälle bedeuten grundsätzlich, dass keine Kontamination außerhalb des AKW stattfand oder nur eine sehr geringe strahlende Menge in die Umwelt freigesetzt wurde. Innerhalb des AKW bedeutet die Stufe Drei, der ernste Störfall, jedoch bereits Strahlenschäden beim Personal.

Ab Stufe Vier werden die Vorkommnisse als Unfälle bezeichnet. „Vier“ bezeichnet dabei ein Unfall, der innerhalb des Reaktors zu Todesfällen führte und eine Strahlenfreisetzung in die Umwelt in Höhe der natürlichen Strahlenbelastung. Bei einem schweren Unfall, der Stufe Sechs kommt es zu einer erheblichen Freisetzung von radioaktiven Stoffen und der Katastrophenschutz kommt zum Einsatz. Stufe Sieben bedeutet den GAU – den größten anzunehmenden atomaren Unfall.

Meldepflichtige Störfälle

Da die Arbeit mit radioaktiver Strahlung sehr risikobehaftet ist, überwachen Aufsichtsbehörden ständig die einwandfreie Funktion von Kernkraftwerken. Auch kleinere Vorfälle, die kein Sicherheitsrisiko darstellen, sind meldepflichtig und werden grundsätzlich der Stufe Null zugeordnet. So soll verhindert werden, dass kleinere Mängel überspielt werden und unbemerkt bleiben, aber schließlich zu einem größeren Unfall führen.

Statistik in Deutschland

Die meisten Störfälle seit 2000 hat in Deutschland bisher Biblis B (seit 2011 vom Netz) produziert: Hier wurden insgesamt 118 Störfälle verzeichnet, wobei drei Störungen der Stufe Eins zugeordnet wurden. Auf Platz zwei liegt mit 109 Störungen Brunsbüttel (seit 2011 vom Netz), wobei hier insgesamt sechs Störfälle der Stufe Eins vorliegen. Die meisten Störungen der Stufe Eins findet man bei Philippsburg 1 (ebenfalls seit 2011 von Netz), die meisten Störungen der Stufe Zwei produzierte das Nachbarkraftwerk Philippsburg 2 (in Betrieb, späteste Abschaltung 2019).

Mit den wenigsten Störfällen seit 2000 darf sich das Atomkraftwerk Isar 2 (in Betrieb, späteste Abschaltung 2022 rühmen – "nur" insgesamt 26 Störungen waren hier bis Mitte 2014 zu verzeichnen.

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