Hybridmotor© Boca / Fotolia.com
Hybrid-Auto

Bei einem Hybridauto werden zwei Antriebstechniken kombiniert. In der Regel spricht man dabei von einer Kombination aus einem Elektro- und einem Verbrennungsmotor. Je nach Fahrweise werden die Vorteiler beider Technologien genutzt.

Das Hybridauto - Fahrzeug der Zukunft?

Das auf die lateinische Sprache zurückgehende Adjektiv „hybrid“ bedeutet so viel wie „gemischt“ beziehungsweise „von zweierlei Herkunft“. Im Bereich der Technik steht Hybrid für eine Kombination zweier Technologien. Was zeichnet nun ein Hybridauto aus? In diesem Fall handelt es sich um das Vorhandensein eines Elektro- und eines Verbrennungsmotors (zumeist Benzin- oder Dieselmotor). Ab einer bestimmten Fahrzeuggeschwindigkeit veranlasst das Steuersystem die automatische Umschaltung auf die passende Antriebsvariante: Während im Stadtverkehr vornehmlich der Elektromotor das Hybridauto antreibt, läuft der Verbrennungsmotor außerorts, wenn schnelles Fahren längerfristig möglich ist. Zudem können – beispielsweise für Überholvorgänge - beide Antriebssysteme kombiniert werden.

Die Vor- und Nachteile dieser modernen Fahrzeuge

Sobald der Elektromotor läuft, gehen von dem Hybridauto weder Lärmbelästigung noch Schadstoffemissionen aus. In Phasen, in denen der Verbrennungsmotor das Fahrzeug antreibt, werden die Batterien des Elektromotors wieder aufgeladen: Freiwerdende Energie (etwa bei Bremsvorgängen oder Fahrten im Gefälle) geht nicht verloren, sondern kommt den Batterien zugute. Fahrzeuge mit Hybridantrieb benötigen 20 bis 40 Prozent weniger Kraftstoff als herkömmliche Fahrzeuge. Vorteilhaft ist auch das maximale Drehmoment, das der Elektromotor eines Hybrids schon beim Anfahren liefert.

Die gravierendsten Nachteile der Hybridautos sind die nach wie vor hohen Anschaffungskosten und die relativ kurze Lebensdauer der Batterien. Außerdem ist ein Hybridauto erheblich schwerer als ein Auto, in dem sich nur ein Motor befindet.

Fördermöglichkeiten für das Hybridauto nutzen

Das am 5. Juni 2015 erlassene Elektromobilitätsgesetz (EmoG) gibt den Rahmen für steuerliche Begünstigungen vor, die mit dem Erwerb eines Hybridautos zu nutzen sind. Jeder, der ein Hybridauto nach dem 18. Mai 2016 erworben und eine Erstzulassung erhalten hat, kann bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Antrag auf finanzielle Förderung stellen. Für Hybridfahrzeuge fällt der Umweltbonus etwas niedriger aus als für reine E-Autos, da das Förderprogramm vorrangig den steigenden Absatz von Elektrofahrzeugen zum Ziel hat. Sowohl für ein Elektroauto als auch für ein von außen aufladbares Hybridauto, ein Plug-in-Hybrid, zahlen Bund und Fahrzeughersteller jeweils die Hälfte der Prämie. Um den Umweltbonus beantragen zu können, müssen Kopien des Kfz-Briefs, des Kfz-Scheins und der Rechnung/des Leasingvertrags (samt bestätigtem Abzug durch den Händler) eingereicht werden.

Verbreitung der Hybridautos

Am 01. Januar 2016 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 54,6 Millionen Kraftfahrzeuge (Kfz) in Deutschland zugelassen, von denen 66,2 Prozent Benziner und 32,2 Prozent Dieselfahrzeuge waren. Bei 1,3 Prozent handelte es sich um gasbetriebene Pkw. Es gab 130.365 Hybridautos und 25.502 reine Elektrofahrzeuge. Zum Vergleich: Am 1. Januar 2012 belief sich die Zahl der Hybridautos in Deutschland nach Angaben von statista.com auf 47.642. Trotz der deutlichen Zunahme innerhalb von vier Jahren spielt das Hybridauto hierzulande bislang noch eine untergeordnete Rolle. Fortschrittlicher sind diesbezüglich Länder wie Japan und die China, in denen Elektro- und Hybridfahrzeuge sich seit einigen Jahren größerer Beliebtheit erfreuen. Die Forscher des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ermittelten für den Zeitraum 2014 bis 2015 eine weltweite Zunahme der Elektroautos und Plug-in-Hybride von knapp 750.000 auf etwa 1,3 Millionen Fahrzeuge. Das deutet darauf hin, dass das Hybridauto durchaus ein zukunftsträchtiges Fahrzeug ist.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Auspuff

    Streit um Dieselfonds: Autoindustrie feilscht um Beiträge

    Der Dieselfonds, über den Kommunen und Städte Gelder für Projekte für mehr saubere Luft beziehen können, sorgt für Ärger innerhalb der Autoindustrie. Bisher besteht noch immer eine Lücke zwischen dem Betrag den die Autobauer einzahlen sollen und den bisher zugesagten Fördermitteln.

  • Elektromobilität

    DriveNow stockt Flotte um 200 vollelektrische BMW i3 auf

    In Hamburg stehen künftig noch mehr Elektroautos bei der Carsharing-Firma DriveNow bereit. Der Anbieter will seine Fahrzeug-Flotte bis Ende 2017 um 200 BMW i3 erweitern. DriveNow ist ein gemeinsames Tochterunternehmen von BMW und Sixt.

  • Erdölpumpen

    Ölstaaten halten Förderlimit länger aufrecht

    Förderlimit bis Ende 2018: Das Bündnis aus den 14 Opec-Staaten und zehn weiteren Ölproduzenten hält weiter an den gekürzten Produktionsmengen fest. In den letzten Wochen ist der Preis für Rohöl gestiegen. Was erwarten Experten bezüglich der Ölpreisentwicklung?

  • Weihnachtsdeko

    Trotz LED: Weihnachtsbeleuchtung soll 197 Millionen Euro kosten

    Vielen Deutschen liegt die Weihnachtsbeleuchtung am Herzen, so das Ergebnis einer Umfrage. Und obwohl die meisten dabei auf LED-Lämpchen setzen, kostet die Energie für Lichterketten und Co. in diesem Jahr voraussichtlich Millionen von Euro.

  • Auspuff

    Fahrverbote verhindern: Was steckt hinter dem Diesel-Fonds?

    Bei dem Dieselgipfel Anfang August wurde beschlossen, Kommunen über einen Fonds bei Projekten zur Verbesserung der Luftqualität zu unterstützen. Vor allem sollen so die drohenden Fahrverbote für ältere Diesel noch abgewendet werden. Ab sofort soll das Geld auch verfügbar sein.

Top