Erneuerbare Energien© luigi giordano / Fotolia.com
Gezeitenkraftwerk

Unsere Meere verfügen über eine quasi unendliche Energiemenge, die der Mensch seit jeher versucht, sich zu Nutze zu machen. In Gezeitenkraftwerken wird die starke Strömung durch Ebbe und Flut in Strom umgewandelt.

Gezeitenkraftwerk: Energie aus Ebbe und Flut

Ebbe und Flut werden durch die Anziehungskraft des Mondes und der Sonne angetrieben und stellen somit eine unerschöpfliche und grüne Energieform dar. Um diese zu nutzen, hat man Gezeitenkraftwerke entwickelt, eine Art Windkraftanlage unter Wasser: Turbinen werden im Gezeitenkraftwerk vom auf- und abfließenden Wasser angetrieben und erzeugen dabei Strom.

Das Gezeitenkraftwerk entwickelt sich weiter

Gezeitenkraftwerke gibt es schon eine ganze Weile. Die frühste Form eines Gezeitenkraftwerkes findet man bereits im 17. Jahrhundert in Form von Gezeitenmühlen. 1967 wurde in Frankreich das erste „echte“ Gezeitenkraftwerk zur Stromerzeugung erbaut. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Formen der Gezeitenkraftwerke unterscheiden: Der Staudamm-Bauweise und der In-Flow-Bauweise.

Die Staudammbauweise ist dabei die weitaus ältere Variante, die Meeresströmung zu nutzen. Hierbei wird in einer Bucht oder Flussmündung ein Deich errichtet, der mit Turbinen durchzogen ist. So können die Turbinen bei auf- und abfließendem Wasser Energie zur Stromerzeugung liefern.

Die weitaus modernere und umweltfreundlichere Variante sind die In-Flow-Gezeitenkraftwerke. Bei dieser Form verzichtet man auf einen Damm und installiert die Turbinen auf Masten direkt im Meer.

Über die Effektivität der Gezeitenkraftwerke

Gezeitenkraftwerke gibt es weltweit nicht viele – das liegt unter anderem daran, dass deren Unterhalt vergleichsweise teuer und der Ertrag gering ist. Zwar gibt es zahlreiche Plätze, die für solche Kraftwerke in Frage kämen, allerdings sind viele von ihnen nur mäßig geeignet. So benötigt man mindestens einen Tidenhub von fünf Metern, damit die Anlage sich lohnt, wodurch zahlreiche Bauplätze wegfallen. Wichtig sind auch Investoren, welche sich bei Gezeitenkraftwerken jedoch zurückhaltend geben.

Die Vor- und Nachteile der Gezeitennutzung

Auf der Hand liegt, dass Gezeitenkraftwerke eine sehr konstante Energiemenge liefern, die nicht in dem Maße wie die Solarenergie oder Windkraft von Umweltbedingungen abhängig ist. Einmal erbaut, bedürfen Gezeitenkraftwerke keiner großen Wartungsarbeiten und die Anlagen arbeiten vor allen Dingen ohne weiteren CO2-Ausstoß, was die Umwelt schont.

Kritisch zu sehen ist jedoch der Einfluss der Gezeitenkraftwerke auf das Ökosystem Meer. Abgetrennte Buchten können verarmen, Tiere durch die Schwingungen vertrieben, wandernde Meerestiere durch die Turbinen fehlgeleitet werden. Naturschützer und Klimatologen sehen sich in einer Zwickmühle: Eine saubere Energieform auf Kosten der Meeresbewohner und deren Ökosystem oder ein intaktes Meer auf Kosten des CO2-Ausstoßes?

Weitere Forschung nötig

Da weltweit insgesamt nur sieben Gezeitenkraftwerke in Betrieb sind, kann man Vor- und Nachteile nur grob einkreisen, weitere Forschungsarbeit ist hier von Nöten. Forscher hoffen in Zukunft eine Möglichkeit zu finden, die Energie der Meere nutzen zu können, ohne das Ökosystem zu belasten und so die Bedürfnisse des Menschen mit denen der Natur zu vereinen.

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