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Gaspreis-Zusammensetzung

Die Gaspreis-Zusammensetzung unterliegt stetigen Veränderungen. Dennoch gehören die Netzentgelte, die Konzessionsabgabe und die Kosten für Marge und Vertrieb zu den wesentlichen Kostenbausteinen.

Gaspreis-Zusammensetzung - diese Abrechnungsverfahren gelten für Gaskunden

Mittlerweile spielt die Ölpreisbindung keine große Rolle bei der Gaspreisentwicklung. Faktoren, die bleiben, sind Kosten für Import, Produktion, Transport, Speicherung und natürlich Steuern und Abgaben. Auch jahreszeitliche Schwankungen können den Gaspreis beeinflussen.

Besonders ärgerlich ist es natürlich, wenn die Gaspreise während der Heizsaison erhöht werden. Dann kommt auf viele Verbraucher eine Nachzahlung zu. Glücklicherweise hat man in der Regel ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Entwicklung der Gaspreise eine Teuerung des eigenen Gastarifs nach sich zieht.

Gaspreisentwicklung © Tarife.de

Der Gaspreisentwicklung mit einer Preisgarantie begegnen

Schlägt sich die Gaspreisentwicklung in einem Schreiben vom Versorger nieder, in dem dieser eine Preiserhöhung ankündigt, ist das ein guter Zeitpunkt für einen Anbieterwechsel. Natürlich ist dieser auch außerhalb von Erhöhungen möglich, dabei müssen aber immer eventuelle Kündigungsfristen und Laufzeiten beachtet werden. Bei einer Sonderkündigung wegen Preiserhöhung muss man in der Regel schnell reagieren, oft innerhalb von zwei Wochen. Mit dem Gasrechner kann man sich dann einen neuen Versorger suchen, der günstigere Tarife anbietet.

Hierbei empfiehlt es sich, auf Angebote mit Preisgarantie zu achten. Diese versprechen einen gleichbleibenden Gaspreis, unabhängig von der allgemeinen Gaspreisentwicklung. Ausgeschlossen hiervon sind allerdings oft staatlich bedingte Anpassungen wie Steuern und Abgaben. Davon abgesehen ist eine Preisgarantie ein nützliches Werkzeug, um sich wenigstens teilweise vor den Auswirkungen der Gaspreisentwicklung zu schützen. Allerdings kann es auch sein, dass sinkende Preise in einem solchen Tarif nicht an den Kunden weitergegeben werden.

Was Fracking mit der Gaspreisentwicklung zu tun hat

Eine spannende Angelegenheit könnte noch der Einfluss eventueller Fracking-Aktivitäten auf die Gaspreisentwicklung werden. Beispielsweise haben die Vereinigten Staaten die Öl- und Gasgewinnung mit der Frackingmethode drastisch erhöht. Daraufhin hat die Organisation erdölexportierender Länder und verbündete Staaten wie Russland (OPEC+) beschlossen, ihre Fördermengen zu drosseln, um einem möglichen Preisverfall aufgrund des Überangebots entgegenzuwirken. Die USA setzen Deutschland gleichzeitig unter Druck, mehr Gas aus den Vereinigten Staaten zu kaufen, um unabhängiger von der Versorgung aus Russland zu werden.

Langfristig betrachtet, wird Gas mit größter Wahrscheinlichkeit immer teurer. Schließlich gehen die Reserven früher oder später zur Neige.

Fragen und Antworten zur Gaspreisentwicklung

  • Gaspreisentwicklung: Was kostet Gas aktuell im Schnitt?

    Nachdem die Gaspreise über Jahre gesunken waren, steigen die Preise seit dem Herbst 2018 plötzlich stark. Laut einer Berechnung des Vergleichsportals Verivox zahlte ein Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh etwa 1.120 Euro. Im August 2019 lagen die durchschnittlichen kosten bei 1.216 Euro. Der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde stieg seit 2014 um fast 4,5 Prozent und lag im September 2019 bei 6,34 Cent. Die Tendenz bleibt steigend: Einige Gasversorger hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Preiserhöhungen angekündigt.

  • Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

    Der Gaspreis setzt sich aus drei großen Kostenblöcken zusammen. Von dem Durchschnittspreis von rund 6,34 Cent pro Kilowattstunde wandern 3,31 Cent in die Marge des Gasanbieters und dessen Kosten für Beschaffung und Vertrieb, 1,64 Cent machen Steuern und Abgaben aus und 1,57 Cent ist der Anteil für die Netzentgelte (Quelle: Bundesnetzagentur 2019).

  • Gas und Öl: Wie teuer sind die beiden Heizarten?

    Der Preis für Heizöl schwankt in der Regel über das Jahr betrachtet stärker als der Preis für Gas. Mitte September 2019 kosteten 100 Liter Heizöl im Schnitt etwa 68 Euro, die äquivalente Menge an Erdgas - 33.540 kwh - kostete rund 70 Euro (Quelle: fastenergie) und war damit etwas teurer als Öl. Die Gaspreisentwicklung auf den Märkten ist eine andere als beim Öl: Bei letztem gibt es nämlich einen Weltmarktpreis, beim Erdgas nicht. Beim Heizöl ist auch die Situation bei der Kaufentscheidung eine andere, weil hier der Heizöltank vor Einbruch des Winters gefüllt werden muss. Oftmals steigen die Preise genau vor der Heizsaison. Beim Gas aber wird in der Regel ein Gasvertrag über eine Laufzeit von einem Jahr oder länger geschlossen.

  • Wo kommt das Gas für die Versorgung in Deutschland her?

    In Deutschland selbst wird kaum Gas gewonnen. Der allergrößte Teil wir aus Russland und Norwegen sowie den Niederlanden importiert. Ganz wesentlich ist dabei die Gasleitung Nord Stream. Um die Pipeline herrscht seit Jahren Streit, weil sie um eine weitere Leitung – Nord Stream 2- erweitert werden soll. Dagegen hält unter anderem die Ukraine, die mit der Erweiterung umgangen werden soll. Auch die Vereinigten Staaten stellen sich gegen den Bau, mit dem Argument, dass Deutschland und Europa so immer abhängiger von der Versorgung aus Russland würden. Seit 2016 ist die USA aber der größte Gasproduzent der Welt und möchte den Handel mit Deutschland gerne ausbauen. Bei der Gaspreisentwicklung sind geopolitische Verhältnisse folglich ein entscheidender Faktor.

Aktuelle Nachrichten
  • Strom- und Gaspreise

    Verivox-Halbjahresbilanz: Gas und Strom wieder teuer

    Die Preise für Strom und Gas sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gestiegen, berichtet das Vergleichsportal Verivox. Beim Strom ist das demnach eher auf alternative Anbieter zurückzuführen, beim Gas eher auf die Grundversorger.

  • Pipeline

    Nord Stream 2: Viele Unternehmen kündigen Rückzug an

    Die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 soll einem Bericht des US-Außenministeriums zufolge mindestens 18 Partner verlieren. Seit 2019 drohen die USA teilnehmenden Firmen mit Strafmaßnahmen, bisher wurden erst gegen ein Unternehmen tatsächlich Sanktionen verhängt.

  • Erdgasspeicher

    Gasversorgung in Europa: Gazprom will Fördermenge hochschrauben

    Der russische Energiegigant Gazprom will offensichtlich die Menge an Gas, die über die Ukraine nach Europa gelangt, erhöhen. 2019 hatten sich Kiew und Moskau nach zähen Verhandlungen noch einmal auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt.

  • Erdöl Transport

    Nord Stream 2: Billfinger zieht sich nach US-Sanktionen zurück

    Wegen der Beteiligung am Bau von Nord Stream 2 hat die US-Regierung erstmals ihre Sanktionsdrohungen wahrgemacht. Betroffen ist ein Schiff eines russischen Unternehmens. Einem Zeitungsbericht zufolge soll sich die Firma Bilfinger daraufhin aus dem Projekt zurückgezogen haben.

  • Strom- und Gaspreise

    260 Gasversorger kündigen Preiserhöhungen an

    Hunderte Gasversorger wollen zum Jahreswechsel die Preise hochschrauben. Im Schnitt steigen die Kosten um 6,7 Prozent, in einigen Städten sind es sogar über zehn Prozent, berichtet das Vergleichsportal Verivox.

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