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Gaspreis-Zusammensetzung

Die Gaspreis-Zusammensetzung unterliegt stetigen Veränderungen. Dennoch gehören die Netzentgelte, die Konzessionsabgabe und die Kosten für Marge und Vertrieb zu den wesentlichen Kostenbausteinen.

Gaspreis-Zusammensetzung - diese Abrechnungsverfahren gelten für Gaskunden

Der Gaspreis setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, die längst nicht allen Endverbrauchern bekannt sind. Meist begleichen die Kunden ihre monatliche Gasrechnung, ohne zu wissen, wofür genau sie zahlen. Um ein Gefühl für die Preisentwicklung beim Erdgas zu bekommen, lohnt es sich jedoch, die Preiszusammensetzung einmal näher anzuschauen.

Kostenfaktoren im Überblick

Die Hauptbausteine des Gaspreises bilden die Kosten für die Beschaffung des Gases, den Vertrieb sowie den Gewinn des Anbieters. Diese Preisbestandteile machen insgesamt circa die Hälfte der Gesamtkosten aus. Etwa ein Viertel des Gaspreises entfällt auf die Erdgas- und die Mehrwertsteuer. Weitere zwanzig Prozent sind für das Nettonetzentgelt zu entrichten, das heißt, für den Transport des Gases und die Nutzung der Leitungen. Ein geringer Teil von weniger als einem Prozent wird als Konzessionsabgabe fällig. Knapp zwei Prozent müssen für die Abrechnung, den Zähler und die Ablesung gezahlt werden.

Veränderungen der Gaspreis-Zusammensetzung

Die Zusammensetzung der Gaspreise unterliegt stetigen Veränderungen. Waren sie in der Vergangenheit traditionell an den Erdölpreis gekoppelt, entschied der Bundesgerichtshof im März 2010, dass die Gasversorger künftig ihre Preise bei Preiserhöhungen auf dem Ölmarkt nicht mehr automatisch anheben dürfen. Darüber hinaus müssen sie ihren Kunden bei Preiserhöhungen grundsätzlich den "Notausstieg" in Form eines Sonderkündigungsrechts ermöglichen.

Der Gaspreis hat sich in den letzten zehn Jahren in Deutschland nahezu verdoppelt. Auch ein zunehmender Wettbewerb auf dem Gasmarkt vermochte es nicht, den Preisanstieg entscheidend zu dämpfen. Das hierzulande genutzte Erdgas stammt nur zu einem kleinen Teil aus inländischer Förderung. Der größte Anteil wird aus Herkunftsländern wie Norwegen und Russland importiert. Damit hängt die Preisgestaltung vor allem von ausländischen Erdgasförderern ab.

Gaspreisentwicklung © Tarife.de

Die herkömmliche Gaspreisberechnung

Der Gaspreis für normale Haushalte errechnet sich aus einem monatlichen Grundpreis und dem Preis, der für die verbrauchten Kilowattstunden (kWh) zu zahlen ist. Über den Grundpreis werden die Leistungen abgedeckt, die der jeweilige Anbieter unabhängig von der tatsächlichen Gasentnahme durch den Kunden erbringen muss. Hierzu gehören beispielsweise die Bereitstellung von Leitungen und Zählern sowie die Lieferbereitschaft.

Um den Energieverbrauch zu berechnen, rechnen die Gasversorger die am Gaszähler abgelesenen Kubikmeter (m3) in kWh um. Dies ist erforderlich, weil das aus den verschiedenen europäischen Förderquellen bezogene Erdgas unterschiedliche Qualitäten hat und somit nicht immer gleichviel Energie enthält. Eine einheitliche Abrechnung ist aus diesem Grund nur durch die Umrechnung in Kilowattstunden möglich.

Die neuen Gaspreis-Modelle der Versorger

Mittlerweile bieten die Versorger zunehmend Gaspreise an, die von der traditionellen Berechnung abweichen. So entfällt bei einigen Anbietern die monatliche Grundgebühr, während bei anderen der Arbeitspreis je verbrauchter Kilowattstunde besonders günstig ist.

Verbraucher sollten die Preise der Anbieter eingehend prüfen, um das für sie jeweils preiswerteste Modell zu finden. Menschen mit einem niedrigen Verbrauch können zum Beispiel mit einem günstigen Grundpreis Geld sparen. Bei höherem Gasverbrauch lohnt es sich dagegen meist, einen höheren Grundpreis zu wählen, der für gewöhnlich mit einem niedrigeren Arbeitspreis verbunden ist.

Einige Gasversorger bieten bei Abschluss eines Vertrages außerdem einen Bonus an. Dieser wird jedoch häufig erst nach einer bestimmten Vertragslaufzeit ausgezahlt, sodass ein erneuter Wechsel innerhalb dieser Zeit nicht ohne Verluste realisierbar ist.

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