Heizung© gandolf / Fotolia.com
Fernwärme

Fernwärme - ein Begriff, den es schon seit längerer Zeit gibt, der jedoch in den letzten Jahren erst wieder richtig bekannt wurde. Hierbei wird warmes Heizwasser außerhalb des eigenen Hauses durch Kraft-Wärme-Kopplung produziert.

Fernwärme: Wie warmes Wasser ins Haus kommt

Grundsätzlich ist unter Fernwärme ein Produkt zu verstehen, das ähnlich wie Strom ins Haus kommt: Die Fernwärme wird an einer zentralen Stelle meist durch Kraft-Wärme-Kopplung produziert und über ein Leitungssystem zu den Fernwärmekunden transportiert. Man erhält sozusagen sein Heizwasser, ohne selbst einen Kessel befeuern zu müssen. Das abgekühlte Wasser geht schließlich wieder zum Anbieter zurück.

Das Prinzip der Fernwärme findet man grundsätzlich in Ballungsgebieten, da hier die Wege für das Warmwasser kurz sind und so wenige Verluste entstehen.

Die Erzeugung von Fernwärme

Fernwärme kann auf viele verschiedene Arten erzeugt werden. Grundsätzlich nutzt man jedoch zur Erzeugung des Warmwassers die Abwärme von anderen Kraftwerken. Produziert man Strom und Warmwasser gemeinsam, geht weniger Abwärme verloren und man kann etwa 30 bis 50 Prozent der Energie einsparen.

Welcher Kraftwerkstyp zum Einsatz kommt ist grundsätzlich egal, Hauptsache es wird etwas verbrannt, sodass Wärme entsteht. Es gibt sowohl Fernwärme, die mit Kohle, Öl und Gas produziert wird, als auch Fernwärme, die beispielsweise durch Geothermie erzeugt wird.

Fernwärme © Volker Sperlich: "Übungsaufgaben zur Thermodynamik mit Mathcad" (2002) Fachbuchverlag Leipzig

Die Vor- und Nachteile von Fernwärme

Fernwärme ist grundsätzlich etwas Gutes: Dadurch, dass viele Menschen eine einzige Verbrennungsanlage nutzen, die noch dazu Strom produziert, lässt sich der Schadstoffausstoß nachweislich verringern. Aber auch die Versorgungssicherheit ist bei Fernwärme sehr hoch und man muss nicht bangen, wegen eines Ausfalls der eigenen Heizung frieren zu müssen.

Ein wenig problematisch bei der Fernwärme sind jedoch lange Leistungssysteme, in welchen ein Teil der Wärme verlorengeht. Grundsätzlich hat man hier in den letzten Jahrzehnten jedoch sehr viele Neuerungen vorgenommen, sodass der Wärmeverlust möglichst gering bleibt.

Wer an Fernwärme angeschlossen ist, benötigt zusätzlich Warmwasser. Dafür wurde meist ein Durchlauferhitzer genutzt. Dieser wiederum benötigt jedoch viel Strom, welcher in den letzten Jahren nicht gerade günstiger geworden ist. Die meisten Fernwärmeanbieter sind mittlerweile auch dazu übergegangen, ihren Kunden Warmwasser anzubieten.

Die Situation in Deutschland

Möchte man wissen, wie die Versorgungssituation in Deutschland mit Fernwärme aussieht, so muss man zwischen Ost und West unterscheiden: Während in Ostdeutschland knapp ein Drittel der Haushalte mit Fernwärme versorgt werden, sind es im Westen deutlich weniger. Der Anteil der Neubauten, die mit Fernwärme beheizt werden, lag 2011 etwa bei 16,4 Prozent (Zahlen des BDEW), insgesamt wurden fast fünf Millionen Haushalte auf diese Weise mit Wärme versorgt.

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