Alternative Energien© asrawolf / Fotolia.com
Energiewende

Der Begriff "Energiewende" bezeichnet den Weg fort von der Atomkraft und von fossilen Energieträgern, die in naher Zukunft ausgehen werden, hin zu erneuerbaren Energien, die quasi unendlich sind. Doch wie stellt man sich das vor? Wie weit ist die Energiewende schon vorangeschritten?

Energiewende: Abkehr von Kohle- und Atomkraft

Unter Energiewende versteht man den Wechsel von fossilen Energieträgern und Atomkraft hin zu alternativen Energiequellen. Fort von Kohlenkraftwerken und Atommeilern, hin zu Solar, Wind, Wasser, Geothermie und Biomasse. So möchte man den täglichen Strombedarf auch noch in einigen hundert Jahren sicherstellen, denn fossile Energieträger sind bei der Verbrennung nicht nur klimaschädigend, sondern zudem stark begrenzt. Was über Millionen von Jahren entstanden ist, hat der Mensch in kürzester Zeit fast aufgebraucht, Alternativen müssen her. Aber nicht nur die Stromquellen möchte man umstellen, sondern auch der Stromverbrauch soll durch Sparmaßnahmen und moderne Technik zurückgefahren werden.

Erstmalig gefallen ist der Begriff Energiewende in den 80er Jahren, aufgegriffen im heutigen Sinne wurde er jedoch erst wieder 2002.

Das soll durch die Energiewende erreicht werden

Die Energiewende hat man nicht nur in Deutschland beschlossen, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern. Das primäre Ziel dabei ist, die Welt auch in einigen Jahrhunderten bewohnbar zu halten. Dies möchte man sicherstellen, indem man durch die Energiewende die Wahrscheinlichkeit für klimatische und atomare Katastrophen vermindert, eine von fossilen Energieträgern unabhängige Stromversorgung sicherstellt und Stoffkreisläufe so optimiert, dass sie nur minimale Ressourcen verbrauchen.

Etwas kurzfristiger gesehen bedeutet die Energiewende jedoch auch Wachstum und Beschäftigung durch einen neuen Industriezweig, Unabhängigkeit von Öl und Gas, die Reduktion von Treibhausgasen und ein möglicher Ausstieg aus der Kernenergie mitsamt ihren Risiken.

Spätestens nach Fukushima steht der Atomausstieg fest

Der Atomausstieg wurde von einer großen Bevölkerungsgruppe schon lange gefordert, doch spätestens nach Fukushima hat man auch in der Bundesregierung den Handlungsbedarf erkannt. Seitdem ist der Atomausstieg eng mit der Energiewende verknüpft. Denn der Atomstrom soll nicht etwa künftig durch Kohlenkraftwerke oder ähnliches ersetzt werden, sondern durch regenerative Energiequellen abgedeckt werden. Bis 2022 möchte man in Deutschland alle Atommeiler heruntergefahren haben und den dort gewonnen Strom durch Windkraft und Co. ersetzen.

Wie weit die Energiewende ist

In Deutschland ist man mitten in den Umsetzungsmaßnahmen, welche als unerlässlich für die Energiewende betrachtet werden. So kann man bereits 2014 rund 25 Prozent des Energiebedarfes aus regenerativen Energiequellen decken. Wichtig wird in den kommenden Jahren beispielsweise, Überlegungen anzustellen, wie man den wetterbedingt schwankenden Ertrag von Wind – und Solarstrom speichern und transportieren kann. So sind beispielsweise "Stromautobahnen" geplant, welche den Strom aus Windkraftanlagen der Nordsee auch in Bayern verfügbar machen sollen.

Aber auch andere Kraftwerkstypen, die nicht wetterabhängig sind, müssen ausgebaut werden, um den Strombedarf zuverlässig decken zu können. So fließen weiter Forschungsgelder in die Geothermie und Biomasse. Mit dem Beschluss, aus der Atomkraft auszusteigen, ergibt sich eine weitere Herausforderung: Die Strommenge, die wegfällt, sollte optimalerweise kompensiert werden, ohne dafür den Kohlestromanteil zu erhöhen. Die Problematik, so eine stabile und ausreichende Stromversorgung zu gewährleisten, wird Politik und Bevölkerung wohl noch länger beschäftigen.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Video Spiel

    Eon: Spielkonsolen verursachen höhere Stromkosten

    Bei den Spielkonsolen gibt es große Unterschiede beim Stromverbrauch und somit auch bei den Energiekosten. Die Nintendo Wii verbraucht beispielsweise mehr als doppelt so viel Strom wie die klassische Wii.

  • Energiesparhaus

    Verivox: Austausch alter Haushaltsgeräte ist nicht immer kostensparend

    Die großen Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen verbrauchen etwa ein Drittel des Stroms in Haushalten. Der Tausch alter Geräte rechnet sich aber gar nicht so sehr, wie manch einer denken mag.

  • Elektroauto

    E-Auto laden: Über 20.000 öffentliche Ladepunkte verfügbar

    Immer mehr öffentliche Ladepunkte machen Autofahrern den Umstieg auf elektronisch betriebene Fahrzeuge leichter. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Zahl der Ladesäulen stak gewachsen. Noch immer aber fahren vergleichsweise wenig Deutsche ein E-Auto.

  • RWE

    Kohle ade: Die Zukunft von RWE ist grün

    RWE glänzt derzeit mit steigenden Gewinnen und einer erfolgreichen Aktienentwicklung. Auf seinem Weg zum Ökostromriesen werden aber eher Investitionen im Ausland als in Deutschland getätigt, so RWE-Chef Rofl Martin Schnitz.. Hierzulande steht noch der Umbau mit Eon und Innogy bevor.

  • Heizkosten

    BDEW begrüßt Abwrackprämie für alte Ölheizungen

    Würde alle alten Ölheizungen in Deutschland ausgetauscht, ließen sich erhebliche Mengen an CO2 einsparen, zeigt eine Studie des Energieverbandes BDEW. Sowohl die KfW-Bank als auch die Bafa bieten Fördermöglichkeiten. Aktuell steht aber auch eine Abwrackprämie zur Debatte.

Top