Energieausweis Wohngebäude© Hans-Peter Tetz / Fotolia.com
Energieausweis

Wer sein Haus vermieten oder verkaufen möchte, hat sicherlich schon einmal von dem Energieausweis gehört. Doch was genau ist dieser Ausweis eigentlich und wo erhält man ihn? Dies erfahren Sie genau hier.

Energieausweis: Wie viel Energie braucht mein Haus?

Der Energieausweis ist mittlerweile Pflicht für jeden, der Vermieter ist beziehungsweise ein Gebäude veräußern will. Dies wird durch die Energieeinsparverordnung, kurz EnEv, festgelegt. Sinn des Energieausweises ist es, Mieter und Hauskäufer im Vorfeld vor bösen Überraschungen zu schützen. Denn der Energieausweis hilft dabei, den so genannten energetischen Aspekt des jeweiligen Gebäudes zu bewerten.

Der Energieausweis hilft also beim Abschätzen der zu erwartenden Kosten für Heizung und Strom. Außerdem kann unter anderem abgewogen werden, wie gut die Dämmung der Fassade und die des Daches ist beziehungsweise wie neu Fenster und Türen sind und wie optimal die Heizungsanlage ausgelegt ist. Gleichzeitig zeigt der Energieausweis auf, wie viel Mieter oder Käufer noch an Arbeit und Geld in die Immobilie stecken müssten, um sie aus ökonomischer wie ökologischer Sicht bestmöglich nutzen zu können.

EnEv 2014: Modernisierung der Ausweise

Mit der EnEv 2014 sind einige Neuregelungen hinzugekommen. Ähnlich der Effizienzklassen bei Waschmaschinen oder Kühlschränken, werden im Energieausweis nun auch Gebäude in die Klassen A+ bis H eingeteilt. Bisher galt, dass Energieausweise für Interessenten generell zugänglich sein müssen. Nun müssen die Ausweise spätestens bei der ersten Besichtigung vorgelegt werden.

EnergieausweisDer Energieausweis gibt Auskunft über den Energieverbrauch eines Hauses und hilft Strom- und Heizkosten abzuschätzen.© Andre Bonn / Fotolia.com

Wer benötigt einen Energieausweis?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Ausweisen. Vor der EnEv-Novellierung 2009 galt für Vermieter und Verkäufer, dass sie einen so genannten verbrauchsbasierten Energieausweis erstellen lassen mussten. Dieser zeigte schlicht den Energieverbrauch des Hauses bezüglich Heizung und Warmwasser an, der an den (bisherigen) Bewohnern gemessen wurde. Diese wenigen, notwendigen Informationen machten den Verbrauchsausweis in seiner Erstellung verhältnismäßig günstig. Mit der EnEV 2014 gibt es für diese Ausweise besondere Übergangsregelungen.

Nun müssen Gebäudeeigentümer nämlich den teureren Bedarfsausweis vorweisen. In der Regel werden Häuser, die maximal vier Wohneinheiten aufweisen und deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, nicht nach dem Verbrauch der Bewohner, sondern nach dem Jahresenergiebedarf des Hauses bewertet. Dies zu ermitteln ist wesentlich aufwendiger, macht den Energieausweis aber auch sehr viel genauer. Denn hierbei werden sowohl die Wärmedämmung der gesamten Gebäudehülle als auch die Leistung der Heizungsanlage berücksichtigt. Mit der EnEv 2014 werden auch Modernisierungsempfehlungen direkt im Energieausweis mit aufgeführt.

Aushang in öffentlichen Gebäuden

Mit der EnEV 2014 gilt die Ausweispflicht auch für manche öffentlichen Gebäude. Ab einer Größe von 500 Quadratmetern und bei regem Publikumsverkehr müssen die Ausweise gut sichtbar ausgehängt werden. Das gilt beispielsweise in Banken, Kinos oder dem Theater.

Einen Energieausweis erstellen lassen

Grundsätzlich gilt, dass jeder, der bestimmte Qualifikationen nach EnEv aufweist (beispielsweise nach Schulungen oder Ähnlichem), als Energieberater tätig sein darf und dementsprechend auch einen Energieausweis erstellen kann.

Wer die Erstellung eines Energieausweises vom Staat bezuschusst haben möchte, muss einen Berater finden, der vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) anerkannt wurde, meist ein qualifizierter Ingenieur oder Architekt. Da ein Energieausweis sowieso schon nicht ganz billig ist, sollte man bei der Auswahl des Energieberaters vorsichtig sein. So ist es ratsam, von Vornherein einen Festpreis zu vereinbaren – möglichst in Schriftform – damit auch nur das berechnet wird, was in Auftrag gegeben wurde.

Informationen in Immobilienanzeigen

Je nach Gebäudeart ist es verpflichtend, bestimmte Kennwerte aus dem Energieausweis auch in einer Immobilienanzeige anzugeben. Bei Nichtwohnbauten müssen die Art des Energieausweises und der wesentliche Energieträger für die Gebäudeheizung angegeben werden. Der Endenergiebedarf oder –verbrauch für Wärme und Strom müssen getrennt aufgeführt werden. Bei Wohngebäuden müssen zusätzlich noch die Energieeffizienzklasse und das Baujahr angegeben werden.

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