CO2 Emissionen© designeo / Fotolia.com
Emissionshandel

Der Emissionshandel soll letztendlich den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. Auf diesem Weg sollen zudem unter anderem Aufforstung, nachhaltige Landwirtschaft und gute Recyclingsysteme gefördert werden.

Emissionshandel soll CO2-Ausstoß senken

Linden (afp/red) - Der Emissionshandel ist ein Instrument der Marktwirtschaft, mit dem die Länder der Europäischen Union (EU) ihre Klimapolitik betreiben. Das Ziel ist es dabei, möglichst viel CO2 mit möglichst wenig Kostenaufwand einzudämmen und so unser Klima nachhaltig zu schützen. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel werden in die unterschiedlichsten Klimaschutzmaßnahmen gesteckt. Durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, sollen die privaten Haushalte beispielsweise von geringeren Heizkosten profitieren.

Wie funktioniert das Geschäft mit Verschmutzungsrechten?

Der Emissionshandel in der EU hat seinen Ursprung im 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokoll. In dem internationalen Klimaschutz-Abkommen verpflichteten sich 39 Industriestaaten, bis 2012 den Ausstoß von Klimagasen um insgesamt fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Die Ziele innerhalb der EU gehen schon über das kommende Jahr hinaus: Deutschland will bis 2020 40 Prozent weniger Schadstoffe ausstoßen als 1990.

Um den Schadstoffausstoß zu verringern, wurde in der EU am 1. Januar 2005 der Emissionshandel gestartet. Die beteiligten Unternehmen erhalten anhand der zuvor festgelegten Maximalmenge an Treibhausgasen Verschmutzungsrechte, die sogenannten Zertifikate, die ihnen den Ausstoß bestimmter Mengen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids (CO2) erlauben.

Von der EU-Emissionshandelsrichtlinie erfasste Unternehmen

In den ersten beiden Handelsperioden (2005 bis 2007/ 2008 bis 2012) betraf die EU-Emissionshandelsrichtlinie bestimmte energieintensiven Industriesektoren, darunter Verbrennungsanlagen, Erdölraffinerien, Eisen- und Stahlwerke. Ab 2012 mussten auch Fluggesellschaften Verschmutzungsrechte kaufen. Stößt ein Unternehmen weniger CO2 aus als ihm zusteht, kann es die übrigen Zertifikate verkaufen. Umgekehrt müssen Betriebe, die mehr Schadstoffe ausstoßen, als ihnen die Zahl ihrer Zertifikate erlaubt, Verschmutzungsrechte zukaufen.

Emissionshandel Infografik Der Emissionshandel soll den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen reduzieren. Wie das genau funktioniert, veranschaulicht die Infografik.© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Gibt es ausreichend Zertifikate am Markt?

Das System ergibt nur dann Sinn, wenn die Zertifikate knapp sind - in der ersten Emissionshandelsphase von 2005 bis 2007 wurden aber so viele der Papiere kostenlos an die Unternehmen ausgegeben, dass die Rechnung nicht aufging. Für die zweite Phase, die im Jahr 2012 endet, wurde die jährliche Gesamtzuteilung deshalb um 57 Millionen Tonnen CO2 auf rund 450 Millionen Tonnen gekürzt. Das reichte aber nicht aus. Vor allem in Deutschland habe sich eine Gruppe von "Klimanutznießern" herausgebildet, die zu viele kostenfreie Zertifikate erhielten und mit hohem Gewinn veräußerten. Es wurde schon mehrmals Schindluder mit dem Handelssystem getrieben. Auch 2014 forderten unter anderem Experten eine Reform des Handels mit den Zertifikaten.

Quelle: AFP

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Strompreis

    Umlagen und Handelspreise sinken: Strom bleibt teuer

    Strom ist in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern teuer. Und daran ändert sich wohl auch im kommenden Jahr nichts, obwohl staatliche Umlagen und die Beschaffungspreise für die Stromhändler sinken.

  • Lichterkette

    Zeitung: Bei Billig-Lichterketten droht tödlicher Stromschlag

    Bei neuen Lichterketten sollte der Preis nicht das entscheidende Kriterium sein. Einer Zeitschrift zufolge gibt es bei den günstigeren Modellen etliche, die für den Menschen gefährlich werden können. Im schlimmsten Fall droht demnach sogar ein tödlicher Stromschlag.

  • Smart Meter

    Verzögerung bei der Einführung smarter Stromzähler

    Intelligente Stromzähler sollen dabei helfen, den Stromverbrauch in Deutschland zu drosseln. Deshalb werden alte Stromzähler nach und nach gegen die digitale Version ausgetauscht. Für Stromkunden mit einem geringen Verbrauch hat die Umrüstung bereits begonnen. Bei den Großkunden gibt es eine Verzögerung.

  • RWE

    RWE steigert Gewinn - bangen um Kohlemeiler

    Der Essener Energieriese RWE kann sich 2017 über eine deutlich verbesserte Bilanz gegenüber dem Vorjahr freuen. Besorgt zeigt sich Konzernchef Krebber über die politischen Pläne zur Drosselung des Kohlestroms. In Deutschland basiert der Kraftwerkspark der Firma zu 60 Prozent aus Kohlemeilern.

  • Auspuff

    Südkorea fordert Millionen-Bußgelder von Daimler, BMW und Porsche

    Gegen BMW, Daimler und Porsche wurden auch durch Südkorea Strafgelder verhängt. Die Autobauer sollen gegen Emissionsvorschriften verstoßen haben. Die höchste Strafe soll dabei BMW mit über 60,8 Milliarden Won zahlen.

Top