Elektroauto© Tom-Hanisch.de / Fotolia.com
Elektroauto

Es könnte fast als die Erfüllung eines Menschheitstraums gelten - das Auto in die Steckdose stecken und nach wenigen Stunden einfach losfahren. Seit wenigen Jahren ist das Elektroauto – kurz E-Auto – nun auf dem Vormarsch, und wird nicht nur von Entwicklern und Herstellern gefeiert. Doch nicht alle Stimmen klingen so begeistert.

Das Elektroauto – Pro und Contra

Das weltweite Verkehrswachstum lassen die Emissionen rasant steigen. Im Kampf gegen den Klimakiller setzt die Industrie zunehmend auf elektrische Antriebe. Sie sind leise und stoßen kein klimaschädliches Kohlenstoffdioxid aus. Auch der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffe, die für die Herstellung von Benzin und Diesel benutzt werden, setzt man damit ein Ende.

Rund 80.000 solcher Elektroautos sind 2019 auf deutschen Straßen unterwegs, es sollen aber schnell deutlich mehr werden. Aus diesem Grund investiert die Bundesregierung auch gemeinsam mit der Industrie mehrere Milliarden in die Forschung neuer Antriebe. Dennoch: Die verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten und die geringe Leistungsfähigkeit der Elektroautos, lässt viele deutsche Autofahrer noch zögern.

Was für ein Elektroauto spricht

Ganz klar ist der Kostenaspekt ein wesentlicher in der Diskussion um das Elektroauto. Denn die steigenden Preise an den herkömmlichen Tankstellen bekommt jeder Autofahrer zu spüren – ganz gleich, ob er Benzin oder Diesel benötigt. Die momentane Alternative für viele lautet, das Fahrzeug auf Auto- beziehungsweise Erdgas umrüsten zu lassen. Vor allem für Vielfahrer ist das lohnenswert, sie sparen nicht selten 60 bis 80 Cent pro Liter, so dass sich die Kosten für einen Tank schnell wieder amortisiert haben.

Doch auch Gas, nicht zuletzt aufgrund der umstrittenen Ölpreiskopplung, kann nicht so kostengünstig getankt werden wie Strom, obwohl der Preis für Haushaltsstrom seit einigen Jahren stetig ansteigt. Ein Gesichtspunkt, der das Elektroauto in jedem Fall attraktiv erscheinen lässt. Des Weiteren ist das E-Auto was den CO2- Ausstoß angeht im Gegensatz zu allen anderen Varianten unschlagbar – zumindest auf den ersten Blick.

Was Elektroautos kosten

Während noch vor wenigen Jahren Elektroautos für viele Käufer preislich wenig interessant waren, gibt es mittlerweile auch Modelle im unteren Preissegment. Günstige Elektroautos sind bereits ab circa 20.000 Euro zu haben. Für ein Mittelklassemodell müssen Verbraucher nochmal 10.000 Euro obendrauf legen.

Damit bis 2020 eine Million Stromer auf den Straßen unterwegs sind, hat das Bundeskabinett am 18. Mai 2016 eine Kaufprämie für Elektroautos auf den Weg gebraucht. Bis zu 4.000 Euro erhalten Verbraucher, wenn sie sich für ein reines Elektrofahrzeug entscheiden. Wer ein Hybridfahrzeug wählt, erhält 3.000 Euro. Die Kaufprämie wird jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und von der Industrie finanziert. Die Kaufprämie ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft: So darf der Nettolistenpreis für das Basismodell bei maximal 60.000 Euro liegen. Käufer müssen mindestens neun Monate lang im Besitz des Elektroautos bleiben, das gilt auch für Leasing. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird.

Doch nicht nur die Kaufprämie soll den Absatz von Elektroautos anschieben. Rückwirkend zum 1. Januar 2016 sind Besitzer von reinen Elektroautos für zehn Jahre von der Zahlung der Kfz-Steuer befreit. Darüber hinaus finanziert der Staat mit 300 Millionen Euro den Aufbau von 15.000 neuen Strom-Ladestellen, davon mindestens 5.000 Schnellladestationen.


Contra Elektroauto: Woher kommt der Strom?

Was das Elektroauto so umstritten macht, vielleicht in Deutschland mehr als andernorts, ist die Frage, ob die genannten Vorteile wirklich welche sind. Denn Strom kommt nicht einfach so aus der Steckdose, sondern muss wie alle anderen Energien auch gewonnen werden. Hierzulande geschieht dies seit Jahrzehnten fast selbstverständlich über Kohle- und (noch) vor allem Atomkraftwerke (AKW). Problematisch ist dabei, dass die Weise der Stromgewinnung die positive Ökobilanz des Elektroautos wieder ruiniert.

Zum anderen machten es uns AKW zwar stets möglich, Elektrizität relativ günstig zu beziehen. Doch werden genau diese bis spätestens 2020 vom Netz gehen und auch Kohlekraftwerke werden über kurz oder lang der Vergangenheit angehören. Viele Branchenkenner bezweifeln, dass bis dahin die regenerativen Energien erstens soweit ausgebaut sein werden und zweitens so effizient und in benötigter Menge produziert werden können, als dass jeder deutsche Haushalt, jede Firma, jede Institution ausreichend versorgt würde. Wäre dies nicht der Fall, wäre der Umkehrschluss noch höhere Strompreise.

Was den Klimaschutz angeht, muss außerdem berücksichtigt werden, dass bei der Herstellung von E-Autos CO2 ausgestoßen wird.

Reine Elektroautos

Elektroauto

Die Autos werden nicht von einem klassischen Verbrennungsmotor, sondern einem Elektromotor angetrieben. Die Batterie wird direkt an der Steckdose aufgeladen. Die Elektroautos sind fast emissionsfrei und laufen sehr leise - verursachen also wenig Lärm. Nachteil ist jedoch die geringe Reichweite, so dass sie im Alltag meist nur im städtischen Bereich eingesetzt werden.

Elektroautos mit Range-Extender

Elektroauto

Elektroautos mit einem sogenannten Reichweitenverlängerer, auch Range Extender genannt, verfügen zusätzlich zum Elektromotor über einen Benzinmotor, der die Batterie mit Strom versorgt. Sie haben eine sehr viel höhere Rechweite gegenüber normalen Elektroautos. Sie sind sind nicht mit Hybridfahrzeugen zu verwechseln. Der Antrieb erfolgt hier stets über den Elektromotor.

Hybridfahrzeuge

Hybridmotor

Hybridautos werden von einem Elektromotor und einem klassischen Verbrennungsmotor (meist Benziner) angetrieben. Dabei wird die überschüssige Leistung des Benzinmotors zum Laden der Batterie genutzt. Diese speist bei Bedarf den Elektromotor. Hybridfahrzeuge verbrauchen weniger Kraftstoff und haben einen geringeren Ausstoß von CO2. Sie sind in der Anschaffung aber meist erheblich teurer.

Brennstoffzellenfahrzeuge

Benzin-Preise

Bei diesen Autos wird der Elektromotor von einer Brennstoffzelle mit Strom versorgt. Die elektrische Energie wird in der Brennstoffzelle erzeigt, wo Sauerstoff und Wasserstoff (H2) zur Reaktion gebracht werden. Einziges Abfallprodukt dieser Reaktion ist Wasserdampf. Die Brennstoffzellenautos sollen so an die Reichweite von aktuellen Benzinmotoren heranreichen.

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