Wäsche waschen© Jürgen Fälchle / Fotolia.com
Effizienzklasse

Die von der EU festgelegten Effizienzklassen sollen Verbrauchern helfen, die Sparsamkeit von Elektro- und Haushaltsgeräten einzuschätzen. Doch die Angaben können auch verwirrend sein. Ist ein "A" nun gut oder doch nicht?

Effizienzklassen bei Elektrogeräten verstehen

Im Jahr 1998 führte die EU Energielabels für Elektrogeräte ein. Das Ziel war, den Verbrauchern eine Hilfe an die Hand zu geben und zum Kauf von sparsameren Geräten zu motivieren. Verbraucher konnten so problemlos den Energieverbrauch von Elektrogeräten vergleichen und durch Energiesparen ihre Stromkosten senken. Die Elektrogeräte wurden entsprechend ihrem Energieverbrauch zunächst in sieben Klassen eingeteilt, die mit den Buchstaben A bis G gekennzeichnet wurden. Dabei war A die beste Effizienzklasse mit dem geringsten Energieverbrauch, während G die schlechteste war.

Die Entwicklung der Effizienzklassen bei Elektrogeräten

Die Technik entwickelt sich schnell weiter. So gab es bald Elektrogeräte, deren Energieverbrauch in kWh so gering war, dass sie die Vorgaben der besten Effizienzklasse weit übertrafen. Daher wurden im Jahr 2003 die neuen Effizienzklassen A+ und A++ geschaffen. Schließlich kam im Jahr 2011 noch die Effizienzklasse A+++ hinzu. Problematisch ist, dass nicht jede Effizienzklasse für alle Elektrogeräte vorhanden ist.

EU Energieeffizienz-Label Beispiel für ein Energielabel (Waschmaschine)©

Wie unterscheiden sich die A-Effizienzklassen voneinander?

Elektrogeräte der Effizienzklasse A+ haben einen um 20 Prozent niedrigeren Stromverbrauch als solche der Klasse A. Die Effizienzklassen A++ und A+++ stehen für 40 Prozent bzw. 60 Prozent weniger Stromverbrauch. Mit diesem verringerten Stromverbrauch sinken natürlich auch die Ausgaben für Strom. Wie schnell sich Haushaltsgeräte mit einer besseren Effizienzklasse amortisieren, hängt dann auch von der Dauer und Häufigkeit der Nutzung ab.

Wie schnell lohnen sich sich sparsame Haushaltsgeräte?

Dies lässt sich am besten anhand einer Beispielrechnung verdeutlichen: Verbraucht ein Wäschetrockner der Effizienzklasse A im Schnitt 1,5 kWh pro Trocknung und wird er 100-mal pro Jahr verwendet, ergibt sich ein Stromverbrauch von 150 kWh. Bei Stromkosten von 24 Cent/kWh ergeben sich jährlich Stromkosten von 36 Euro. Ein Wäschetrockner der Effizienzklasse A+ benötigt bei einem um 20 Prozent geringeren Stromverbrauch nur 120 kWh bei 100 Trocknungen pro Jahr. Dies bedeutet Stromkosten von 28,80 Euro. Durch das sparsamere Gerät sinken die Stromkosten also um 7,20 Euro pro Jahr. Besser sieht es bei Elektrogeräten in der Küche aus, weil diese öfter genutzt werden: So sind Gefriergeräte an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Hier macht sich das Energiesparen entsprechend schneller auf der Stromrechnung bemerkbar.

Effizienzklassen für Elektrogeräte im Wandel

Um das Durcheinander der unterschiedlichen Effizienzklassen für Elektrogeräte zu beenden, werden in einem nächsten Schritt die Klassen A+++, A++ und A+ abgeschafft. Es gibt nur noch die Effizienzklassen A bis G. Die farbliche Kennzeichnung der Effizienzklassen auf den Energielabels bleibt im Prinzip erhalten. Eigentlich geht der Plan auf eine Verordnung aus dem Jahr 2017 zurück, deren Durchsetzung dann aber lange auf sich warten ließ. Aktuell ist die Einführung der neuen Labels für März 2021 vorgesehen.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Stromkosten senken

    Verivox: Strompreise verharren auf hohem Niveau

    Die Strompreise halten sich auch 2021 auf einem vergleichsweise hohen Niveau, berichtet Verivox. Das Vergleichsportal rechnet unter anderem vor, wie sich der Anstieg der Netzgebühren auf der Stromrechnung niederschlagen.

  • E-Auto Ladestecker

    Lichtblick: Unterwegs Strom laden ist eine Zumutung

    Beim Strom laden haben es Fahrer von Elektroautos unterwegs immer noch schwer, so das Ergebnis des vierten Ladesäulenchecks von Lichtblick. Demnach ist nicht nur der Zugang zu den Ladesäulen kompliziert, sondern auch die Abrechnungsmodelle.

  • Strompreise

    Netzbetreiber: EEG-Umlage hätte ohne Deckelung bei 9,6 Cent gelegen

    Die EEG-Umlage wäre ohne die Deckelung seitens der Bundesregierung auf über 9 Cent pro Kilowattstunde geklettert, teilten die Übertragungsnetzbetreiber nun offiziell mit. Ursache dafür seien unter anderem die gestiegenen Börsenstrompreise.

  • Steckdose

    Verivox: Niedrigere EEG-Umlage bringt nur wenig Entlastung

    Damit die EEG-Umlage nicht weiter ansteigt, hat die Bundesregierung eine Maximalhöhe festgelegt. 2021 liegt die Ökostrom-Umlage somit bei 6,5 Cent pro Kilowattstunden. Die Entlastung fällt eher gering aus, so die Experten von Verivox.

  • Heizung Thermostatkopf

    Mit neuen Heizkörper-Thermostaten die Kosten deutlich senken

    Neue Heizkörper-Thermostate können je nach Haushaltsgröße und Verbrauch zu großen Einsparungen führen. Das gilt vor allem für programmierbare Thermostate, berichtet die Beratungsgesellschaft co2online.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.

Cookie-Einstellungen

Top