Erneuerbare Energien© luigi giordano / Fotolia.com
EEG-Umlage

Die EEG-Umlage fußt auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG). Dieses garantiert Stromerzeugern eine feste Einspeisevergütungen für Ökostrom. Die Umlage wird von den Stromverbrauchern gezahlt – mit etlichen Ausnahmen allerdings, was immer wieder für Streit sorgt.

Was die umstrittene EEG-Umlage beinhaltet

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert. Betreiber von Winkraft- oder Photovaltaikanlagen können ihren Strom bevorzugt in das Netz der öffentlichen Versorger einspeisen und erhalten dafür eine festgelegt Vergütung. Die Höhe der Vergütung wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt und wird jedes Jahr im Oktober neu festgelegt. 2016 beträgt sie 6,35 Cent pro kWh.

Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, stammt aus dem Jahr 2000. Grundlage des EEG ist das Stromeinspeisegesetz von 1991. Inzwischen wurde das Gesetz vielfach geändert; es kamen Ausnahmen und Sonderregelungen hinzu, Schwachpunkte wurden ausgemerzt oder aus der Sicht mancher Kritiker erst neu geschaffen. Das EEG ist ein hochkompliziertes Konstrukt - kein Wunder, schließlich soll es nicht weniger als den kompletten Umbau unserer Energieversorgung organisieren. Die beiden wichtigsten Punkte des EEG sind die garantierte Abnahme von Ökostrom seitens der Netzbetreiber sowie die feste Vergütung des angelieferten Stroms.

Es wurde gesetzlich verankert, dass der nächstgelegene Netzbetreiber einer Ökostrom-Anlage diese sowohl anzuschließen als auch den von ihr erzeugten Strom einzuspeisen hat, und zwar vorrangig. Die Vergütungssätze wurden über 20 Jahre festgeschrieben und aufgrund der Marktentwicklung für neu anzuschließende Anlagen in den letzten Jahren mehrfach gesenkt. Die Vergütung sinkt zudem über die 20 Jahre stetig und gewollt. Dies soll garantieren, dass die Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können; das langfristige Ziel ist aber, dass die Anlagen später eigenständig am Markt bestehen können.

Die EEG-Umlage erhöht den Strompreis

Die EEG-Umlage wälzt nun all die Kosten, die sich aus der beschriebenen Förderung von Ökostrom ergeben, auf die Stromverbraucher ab. Wie hoch die umzulegende Summe ist, rechnen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber aus, indem sie den Gewinn aus dem eingespeisten Strom, den sie an der Strombörse verkaufen, den entstandenen Kosten gegenüberstellen. Zudem ermitteln die vier Netzbetreiber jeweils zum 15. Oktober eines jeden Jahres die voraussichtliche Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr. Die verbleibende Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen wird dann auf die Stromverbraucher umgelegt.

Höhe der EEG-Umlage für Haushaltsstromkunden bis 2014

Erhöht sich die EEG-Umlage, erhöhen sich meist auch die Strompreise, obgleich der direkte Zusammenhang kleiner ist als oft vermutet, weil die Umlage nur zu einem sehr geringen Teil in den Strompreis einfließt. Gleichwohl nutzen insbesondere konservative Politiker die EEG-Umlage häufig als Sündenbock, wenn es um die stark gestiegenen Strompreise in den letzten Jahren geht – und für Stromanbieter ist sie ein gern genommener Vorwand, um die Preise zu erhöhen.

Wenn Ausnahmen fast zur Regel werden

Pläne aus der Politik, die EEG-Umlage zu deckeln, wurden bislang nicht umgesetzt, nicht zuletzt deshalb, weil der Effekt verschwindend gering wäre. Angestrebt ist hingegen eine gründliche Überprüfung all der Betreiber, die sich von der EEG-Umlage haben befreien lassen. Dies ist unter gewissen Voraussetzungen rechtens und soll vor allem die energieintensive Industrie vor Wettbewerbsnachteilen im Ausland schützen. Jedoch hat die Zahl der Unternehmen, die eine Ausnahmegenehmigung erhalten haben, derart rapide zugenommen, dass die Kanzlerin höchstpersönlich Abhilfe zugesagt hat. Das letzte Wort ist hier aber noch nicht gesprochen.

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