Hochspannungsleitungen© JWS / Fotolia.com
Durchleitung

Von der Durchleitung bekommt der Endverbraucher meist wenig mit, da dies eine Sache der Anbieter ist. Bei der Durchleitung nutzt ein Stromanbieter Stromnetzte, welche ihm nicht gehören, und muss aus diesem Grund Gebühren bezahlen.

Ohne Durchleitung kein alternativer Stromlieferant

Wer sich entschlossen hat, seinen Stromanbieter zu wechseln, muss bisweilen ein bis zwei Monate und in Einzelfällen noch länger auf die Bestätigung des Stromvertrags durch den neuen Anbieter warten. Diese Verzögerung kommt in der Regel zustande, weil erst ein Abkommen über die jeweilige Durchleitung des Stroms erfolgen muss.

Was bedeutet Durchleitung?

Durchleitung des Stroms bedeutet: Im Falle eines Stromanbieterwechsels muss der Strom des neuen Anbieters bis zum Haushalt des Verbrauchers durchgeleitet werden. Der Netzbetreiber und in der Regel vorherige Stromanbieter kann in diesem Fall für die Durchleitung eine Netznutzungsgebühr verlangen. Über die Höhe dieser Entgelte müssen sich der neue und der alte Stromanbieter zunächst in einem "Durchleitungsabkommen" einigen, wobei es zu zähen Verhandlungen und einigem Zeitaufwand kommen kann. Die Durchleitungsgebühr umfasst für gewöhnlich die Ausgaben für Netzaufbau und -erhaltung, Reparatur und Dienstleistungen für Frequenz- und Spannungshaltung. Bislang wird die Höhe der Netznutzungsentgelte nicht durch die Bundesnetzagentur reguliert.

Verbraucher werden nicht mit der Durchleitung behelligt

Generell erfahren die Verbraucher von diesen Verhandlungen zwischen den beiden Stromversorgern nichts. Sie bekommen sie höchstens in Form einer längeren Wartezeit bis zum neuen Tarif zu spüren. Eine Mehrbelastung des Verbrauchers nach den Verhandlungen wegen zu hoher Netznutzungsentgelte ist nicht zulässig. Es kann aber in seltenen Fällen sein, dass ein Vertrag über die Durchleitung aus diesem Grund nicht zustande kommt. In diesem Fall ist ein Wechsel zum neuen Stromanbieter nicht möglich. Der Kunde kann die Verhandlungen und ihr Ergebnis nicht beeinflussen; er muss aber nicht fürchten, dass der Grundversorger die Durchleitung verweigert. Das ist ihm nämlich gesetzlich nicht möglich.

Zunächst Beistellung statt Durchleitung

Wenn sich ein Abkommen zwischen den beiden Stromversorgern hinauszögert, kann der neue Stromanbieter dennoch einen schnellen Wechsel möglich machen, indem er auf das Mittel der Beistellung zurückgreift. In diesem Fall kauft er dem Grundversorger eine Strommenge ab, um sie dann zu seinem Tarif an die Verbraucher abzugeben. Es kommt also zunächst nicht zu einer Durchleitung, aber der Wechsel findet sofort statt. Allerdings entsteht dadurch beim neuen Stromanbieter eine negative Bilanz, da er den Strom teurer einkauft, als er ihn wieder verkaufen kann. Daher stellt die Beistellung nur eine Übergangslösung bis zum Ende der Verhandlungen dar.

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Die Strompreise werden von mehreren Faktoren beeinflusst. Neben Steuern und Abgaben spielen Netznutzungentgelte eine wichtige Rolle.

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