Drohne© Halfpoint / Fotolia.com
Drohnenversicherung

Das Thema Drohnenversicherung kann einem den Spaß am eigenen Quadrocopter ganz schön vermiesen. Das liegt vor allem daran, dass dahinter ein Geflecht aus Gesetzen und Paragraphen steht, die für den Laien nicht sofort zu verstehen sind.

Drohnenversicherung für Piloten leicht erklärt

Kennzeichnungspflicht, Kenntnisnachweis, Erlaubnisnachweise: Drohnenverordnungen regeln, wer einen Quadrocopter oder Multicopter wo und unter welchen Umständen aufsteigen lassen darf. Schon mal vorne weg: Für die allermeisten Drohnen besteht eine Versicherungspflicht. Im Folgenden haben wir die gesetzlichen Grundlagen zum Thema Drohnenversicherung zusammengetragen. Außerdem erläutern wir, welche Aspekte beim Abschluss einer Versicherung zu berücksichtigen sind.

Gesetzliche Grundlagen der Drohnenversicherung

Ob 100 Gramm oder 500 Kilogramm: Drohnen, die höher als 30 Meter aufsteigen können, gehören zu den unbemannten Fluggeräten und Flugmodellen, für die grundsätzlich Versicherungspflicht besteht. Die einzelnen Vorschriften hierzu ergeben sich aus dem Luftverkehrsgesetz (LuftVG). So legt § 43 Absatz 2 LuftVG fest, dass der "Halter eines Luftfahrzeugs" dazu verpflichtet ist, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die mit der sich die Kosten für eine "Haftung auf Schadensersatz" decken lassen. Was einige nicht wissen: Kommt es zu einem Schaden, für den der Halter gar nicht verantwortlich ist, muss der Drohnenpilot dennoch dafür haften und sogar auch für Folgeschäden. Im Grunde ist nur dann keine Versicherung nötig, wenn die Drohne ausschließlich in Geschlossenen Räumen genutzt wird.

Drohnenversicherung: Arten und Unterscheidungsmerkmale

Bezüglich der Drohnenversicherung ist zu unterscheiden zwischen der

  • privaten oder gewerblichen Nutzung
  • einer Mitversicherung
  • einer Spezialversicherung.

Tipp 1: Bestehende Privathaftpflichtversicherung prüfen – Sind Drohnen mitabgedeckt?

Wird der Quadrocopter rein privat genutzt und handelt es sich um ein Modell, das nicht mehr als 1.500 Gramm wiegt, so sind Schäden eventuell bereits über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Bei älteren Versicherungsverträgen sollte man genau hinschauen, denn einige enthalten noch eine Klausel, nach der nur motorenfreie Flugmodelle versichert sind. Andere Verträge sehen eine Versicherung nur für Drohnen bis 250 Gramm vor. Im Zweifelsfall sollte also eine schriftliche Auskunft beim jeweiligen Versicherungsunternehmen eingeholt werden.

Tipp 2: Neue Privathaftpflicht inkl. Drohnenschutz

Andersherum können Drohnenpiloten auch erwägen, sich eine entsprechende neue Privathaftpflichtversicherung zu suchen, die einen Drohnenschutz beinhalten. Das kann sehr viel günstiger sein, als eine spezielle Drohnenversicherung abzuschließen. Wichtig ist es hierbei, auf Einschränkungen wie das Maximalgewicht achten.

Tipp 3: Auf Einschränkungen bei der Drohnenversicherung achten (z.B. beim Gewicht der Drohne)

Oftmals wollen auch Freunde und Bekannte den neuen Multicopter mal ausprobieren. Hier ist aber Vorsicht geboten. Die reguläre Haftpflichtversicherung sichern Schäden nämlich nur ab, wenn die eigenen Kinder oder Ehepartner die Fernbedienung in der Hand hatten. Will man auch den besten Freund einmal die Drohne übergeben, sollte eine Spezialversicherung abgeschlossen werden. Spezielle Drohnenversicherung sind zumeist auch etwas großzügiger, was das Gewicht des Fluggerätes angeht.

Tipp 4: Drohne nicht leichtfertig an Dritte verleihen

Daneben gibt es noch kleinere Bereiche, auf die es je nach Nutzung der Drohne zu achten gilt. Beispielsweise gibt es ein paar wenige Versicherungen, die nur dann greifen, wenn man die Drohne auf speziellen Modellflugplätzen nutzt. Bei anderen Versicherungen sind öffentliche Veranstaltungen beim Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wiederrum andere schließen die Steuerung per Smartphone aus.

Drohnen für die Firma kreisen lassen

Wer eine Drohne zu gewerblichen Zwecken nutzt, ist verpflichtet, eine eigenständige Drohnenversicherung abzuschließen, da die private Haftpflichtversicherung diese Nutzungsart nicht deckt. Gewerbliche Drohnenversicherungen haben zudem den Vorteil, dass sich ein Gruppentarif abschließen lässt. Was bedeutet, dass mehrere Drohnen über einen Tarif versichert sind – sofern sie jeweils einzeln genutzt werden. Zudem lassen sich darüber mehrere Nutzer versichern. Wer zu guter Letzt auch die Drohne selbst vor Schäden absichern will, benötigt hierfür eine Kaskoversicherung.

Die Höhe der Deckungssumme

Wie hoch die Deckungssumme sein muss, ist aus rechtlicher Perspektive eine Wissenschaft für sich, denn auch hier gibt es wieder einen eigenen Paragraphen. Die Mindesthöhe der Deckungssumme ergibt sich aus § 37 LuftV und wird anhand des Gewichts des Luftfahrzeugs ermessen. Alle Luftfahrzeuge bis zu einem Höchstgewicht von 500 Kilogramm sind dem Gesetz zufolge für "Schäden aus einem Unfall" mit einem "Kapitalbetrag von 750.000 Rechnungseinheiten" zu versichern. Diese Rechnungseinheiten bezeichnen keine konkrete Summe, sondern beziehen sich auf Vorgaben, wie sie durch den Internationalen Währungsfonds täglich neu ermittelt werden.

Bei der Entscheidung über die Höhe der Deckungssumme, sollten folgende Überlegungen eine Rolle spielen. Wir "nur" die Lieblingspflanze im Garten des Nachbarn zerstört, sind die Kosten vermutlich unerheblich. Kommt es bei einem Drohnenflug zu bei dem Unfall an dem mehrere Autos beteiligt sind und Personen verletzt wurden, so entstehen massive Kosten für den Halter der Drohne. Letztendlich müssen Drohnenpiloten selbst entscheiden und Kosten und Risiken abwägen.

Nachweis mitführen und Drohne kennzeichnen

Der Nachweis über den Abschluss einer Drohnenversicherung sollte man immer dabei haben. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Geldbußen geahndet werden kann. Übrigens besteht für Drohnen auch eine Kennzeichnungspflicht, sobald sie mehr als 0,25 Kg wiegen. Das Gerät muss dann eine Plakette tragen, auf der Name und Adresse des Besitzers zu sehen sind.

Top