Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Doppeltarifzähler

Einen Doppeltarifzähler braucht, wer beim Strom Tag- und Nachtstrom bzw. Hoch- und Niedertarif unterscheiden muss. Das ist beispielsweise bei Häusern mit Nachtspeicheröfen oder Wärmepumpen der Fall.

Mit Doppeltarifzähler zwei Stromtarife nutzen

Bei einem Doppeltarifzähler hat man einen Stromzähler mit zwei Zählwerken im Haus hängen: Eines für den Tag, das andere für die Nacht - oder für eine andere Abrechnungsart, bei der ein Haushalt mit zwei verschiedenen Stromtarifen versorgt wird. Etwa 10 bis 15 Prozent der deutschen Haushalte machen von dieser Technik Gebrauch. So zahlt man für den Strom, welcher nachts verbraucht wird, etwas weniger als beim Tagstrom. Zu einer bestimmten Uhrzeit, bei vielen Anbietern ist es 22 und 6 Uhr, schaltet sich der eine Zähler aus und der andere ein. So wird eine zeitgenaue Abrechnung des Stromverbrauches möglich.

Der Ursprung des Doppeltarifzählers

Ursprünglich konzipiert wurden Doppeltarifzähler bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals wurde die Stromproduktion hauptsächlich über Kohlekraftwerke und später via Atommeiler realisiert: Beide sind nicht sonderlich gut in ihrer Leistung regulierbar. Tagsüber wurde deutlich mehr Strom verbraucht, nachts wusste man nicht wohin mit dem ganzen Strom. Um die Bevölkerung zu animieren, die Stromnetze besser und gleichmäßiger auszulasten, führte man den Doppeltarifzähler ein. Dieser ermöglichte den Bezug von sehr günstigem Strom während der Nacht. Das hatte zur Folge, dass viele Hauseigentümer auf Nachtspeicheröfen umstellten, damals eine sehr kostengünstige Variante zu heizen.

Für wen lohnt ein Doppeltarifzähler?

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Kosten für Tag- und Nachtstrom immer mehr angenähert. So zählt beispielsweise das Heizen mit Nachtspeicheröfen heute zu der teuersten Heizvariante überhaupt. Doch noch immer kann man von Doppeltarifzählern profitieren, wenn man nun einmal einen alten Speicherofen besitzt. So bietet es sich beispielsweise an, energieintensive Geräte wie Spülmaschine, Waschmaschine oder Trockner in der Nacht zu betreiben. Auch seine Akku-Sammlung für Handy, Kamera, Laptop und Co. sollte man mit einem Doppeltarifzähler in der Nacht betanken. Auch Besitzer einer Wärmepumpe erfreuen sich an den günstigeren Tarifen für den Pumpenbetrieb.

Smart Meter ermöglichen lastvariable Stromtarife

In Neubauten müssen sie eingebaut werden und kommen langsam auch in Altbauten. Sogenannte Smart Meter werden in Zukunft Doppeltarifzähler und einfache Stromzähler ersetzen. Denn Smart Meter ermöglichen die zeitgenaue Abrechnung und eine genaue Verbrauchsanalyse des Stroms. So ist es denkbar, dass in Zukunft immer mehr Menschen Smart Meter nutzen, um ihren Stromverbrauch zu kontrollieren und zu verringern. Die Stromanbieter ihrerseits sollen darauf mit last-und zeitabhängigen Tarife reagieren, die zum Stromsparen animieren.

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