Wärmedämmung© Jean Kobben / Fotolia.com
Dämmung

Für die Dämmung eines Gebäudes gibt es mittlerweile gesetzliche Vorschriften, weil auch die Bundesregierung Interesse daran hat, Verbraucher zum Energiesparen anzuhalten. Bei den Dämmstoffen haben Immobilienbesitzer aber die Qual der Wahl.

Für die Dämmung von Gebäuden stehen viele Stoffe zur Wahl

Die Dämmung der Außenhaut eines Gebäudes schafft eine angenehme Wärme und ist ein Hauptfaktor für das persönliche Wohlfühlen. Der richtige Einsatz von Dämmstoff ermöglicht die massive Einsparung des Verbrauchs an Primärenergie, und somit an Energiekosten. Weitere wichtige Einsparmöglichkeiten sind die Dämmung der Fenster, die Reduzierung des Lüftungswärmeverlustes und die Wahl der Energiequelle bis hin zur Passivenergie, z. B. der Erwärmung durch Sonneneinstrahlung.

Durch die Wärmeisolierung mit Dämmstoff wird zudem die Bausubstanz vor Schäden geschützt. Die Bildung von Kondenswasser in unbelüfteten Ecken wird dadurch vermieden und damit die mögliche Bildung von Schimmel oder Fäulnis verhindert.

Technische und gesetzliche Grundlagen zu Dämmung und Dämmstoffen

Der Effekt der Wärmedämmung basiert auf der Isolation durch Luft, besonders in Bläschen oder zwischen Fasern eingeschlossener Luft. Materialien wie Beton, Ziegel und Putz isolieren sehr schlecht, nur Holz als Konstruktionsmaterial weist auch gute Eigenschaften als Dämmstoff auf. Daher sind bei konventionell beheizten Gebäuden zusätzliche Schichten aus Dämmstoff notwendig, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu erreichen.

Durch Gesetze und Verordnungen wie der Energieeinsparverordnung wird der Bedarf an Primärenergie für Wohngebäude limitiert. Die höchsten Anforderungen werden an Neubauten gestellt, aber auch bei Sanierungsarbeiten müssen neue Grenzwerte des Wärmebedarfs erfüllt werden. Zum Teil wird die Sanierung nach dem Erwerb eines Hauses auch zwingend vorgeschrieben. Über die einschlägigen Bestimmungen und Fördermöglichkeiten informiert beispielsweise die KfW.

Synthetischer Dämmstoff

Synthetisch hergestellter Dämmstoff wird z. B. aus bei hohem Druck aus Düsen aufgeschäumten, sogenanntem extrudierten Polystyrol (EPS) oder Polyurethan (PU) hergestellt. Bei Produktion mit vollkommen geschlossenen Poren sind sie nicht mehr aufnahmefähig für Wasserund können damit zur Dämmung im Erdbereich verwendet werden. Sie sind in Platten verschiedenster Stärke und Dichte und damit auch mit unterschiedlicher Druckfestigkeit verfügbar. Dämmstoffe aus Fasern, z.B. Mineralwolle oder Glasfaser, erreichen sehr hohe Dämmwerte und Brandschutzklassen, müssen aber vor Durchfeuchtung geschützt werden. Eines der vielen Spezialprodukte ist beispielsweise Schaumglas, das mit seiner enormen Druckbeständigkeit sogar für Fundamente eingesetzt werden kann.

Polystyrol ist als Dämmmaterial seit einem Brand in einem Londoner Hochhaus (2017) wieder stark umstritten. In einer bestimmten Form aufbereitet, kennt man den Kunststoff auch als Styropor. In Deutschland wird das Material als Hartschaum, als sogenanntes Schaum-Polystyrol häufig eingesetzt, ist in den meisten Bundesländern aber bei Häusern, die über 20 Meter hoch sind, verboten. Hierzulande werden Schutzmittel zugesetzt und der Dämmstoff wird als schwer entflammbar eingestuft.

Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen

Weniger energieintensiv in der Herstellung und, falls zertifiziert, auch schonender für die Natur ist Dämmstoff aus Naturfasern. Hier stehen Kork, Holzfasern, Holzwolle, Kokosfasern, Hanf und vieles mehr zur Auswahl. Traditionelle Baustoffe wie Stroh oder Schilfrohr und sogar Schafwolle werden wieder genutzt. Die Platten, Filze oder Schüttungen werden gegen Pilzbefall, Schädlinge und Brennbarkeit imprägniert. Recyclingstoffe wie Zelluloseflocken aus Altpapier können sogar durch kleine Bohrungen in Hohlräume eingeblasen werden.

Dämmstoff richtig einsetzen

Zum richtigen Einsatz von Dämmstoff muss in jedem Einzelfall das Verhalten gegenüber Wasserdampf geprüft werden, da dieser in einer bestimmten Temperaturzone im Dämmstoff kondensieren und damit die Dämmung gefährden könnte. Auch die Gefahr durch Wärmebrücken ist zu berücksichtigen. So nennt man wärmeleitende Bauteile, die durch die Dämmschicht hindurchgehen, also beispielsweise die Betondecke oder Stahlträger zum Balkon.

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