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Brexit

Über den Brexit haben die Bürger des Vereinten Königreichs im Juni 2016 bei einem EU-Referendum abgestimmt und die Mehrheit hat sich dafür entschieden. Was steckt hinter dem Begriff und gibt es eine Vorgeschichte zu der Entscheidung?

Brexit - Das britische Volk hat abgestimmt

Der Begriff "Brexit" bezeichnet die Bestrebungen innerhalb des Vereinigten Königreichs (Großbritannien plus Nordirland) per Austritt die EU zu verlassen. Die Wortneuschöpfung ist ein sogenanntes Kofferwort und verschmilzt zwei Begriffe. In diesem Fall wurde das neue Wort aus "Britannien" sowie "Exit" (englisch für "Ausgang" oder "Austritt") zusammengezogen. "Brexit" ist kein offizieller Begriff und wird vorrangig von den Medien und in der breiten Öffentlichkeit verwendet.

Mehr als 51 Prozent der Briten stimmten für den Brexit

Vollzogen wurde der Brexit bislang nicht, der mögliche Zeitpunkt ist ungewiss. Als erster Schritt wurde ein EU-Austritt von den wahlberechtigten Bürgern des Vereinigten Königreichs per EU-Referendum am 23. Juni 2016 beschlossen. Dabei stimmten 51,9 Prozent der britischen Wähler für und 48,1 Prozent gegen einen Brexit. Die Wahlbeteiligung war dabei vergleichsweise hoch: Von den 46,5 Millionen wahlberechtigten britischen Staatsbürgern nahmen 72,2 Prozent an der Abstimmung teil. Schottland, der Großraum London sowie die Universitätsstadt Cambridge stimmten dabei deutlich gegen einen Brexit.

Der Brexit in Geschichte und Gegenwart der EU

Den ersten Versuch eines Brexit gab es vor mehr als 40 Jahren: 1975, nur zwei Jahre nach dem Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, Vorläuferin der EU) stimmten 67 Prozent der wahlberechtigten Briten für einen Verbleib in der Europäischen Gemeinschaft (Quelle: researchbriefings.parliament.uk). Auch danach hatte es regelmäßig erfolglose Bestrebungen für einen Brexit gegeben. Die Abstimmung von Juni 2016 ist somit ein Akt von historischer Bedeutung. Bindend für die britische Regierung ist das Bürger-Referendum nicht. Nach Artikel 50 des EU-Vertrages hat das britische Unterhaus dem Brexit zuzustimmen, bevor die Regierung dem Europäischen Rat in Brüssel den Austrittswillen offiziell mitteilt. Kommt es dazu, müssen EU und Großbritanniens innerhalb von zwei Jahren die Einzelheiten des Brexit aushandeln und festlegen. Danach haben beide Seiten auf Antrag die Möglichkeit stockende Verhandlungen zu verlängern.

Wirtschaftliche Folgen des Brexit für Großbritannien, Deutschland und die EU

Ob der Brexit für Großbritannien sowie die EU und damit Deutschland von Vorteil oder Nachteil ist, wird je nach Standpunkt und ökonomischer Sichtweise von Experten unterschiedlich bewertet. Die diesbezüglichen Prognosen gehen weit auseinander. Erschwerend kommt hinzu, dass der Ausgang der Verhandlungen ungewiss ist. Das macht einen möglichen Brexit für die übrigen EU-Länder wie Deutschland zu einem wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktor. So hat die Börse panisch auf das Abstimmungsergebnis reagiert und den DAX (Deutscher Aktienindex) sowie das Britische Pfund abstürzen lassen. Das kann sich negativ für deutsche Anleger und Investoren auswirken und das Wachstum der deutschen Wirtschaft schrumpfen lassen.

Insgesamt müssen Europa und Großbritannien ihre Handelsbeziehung von Grund auf neu festlegen. Welche Konsequenzen sich dadurch ergeben, zeigen sich erst danach. In der Theorie können sich für Europäer beispielsweise Änderungen beim Flugrecht oder beim Roaming ergeben Studienaufenthalte in Großbritannien könnten deutlich teurer werden und auch bei der Auslandskrankenversicherung könnten andere Bedingungen gelten.

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