Atomenergie© Thomas Bethge / Fotolia.com
Atommüll

Sie heißen Morsleben, Asse II und Gorleben, die deutschen Atommüll-Endlager. Ganz gleich, ob sie nicht mehr oder noch nicht mit dem giftigen Abfall belastet werden, diesen Entsorgungsstätten ist allen gemein, dass sie umstritten sind und Ängste bei der umliegenden Bevölkerung hervorrufen.

Atommüll - eine Last für die Welt

Atommüll ist radioaktiver Abfall, der überwiegend bei der Stromerzeugung in Atomkraftwerken entsteht. Auch in Industrie, Medizin und Forschung fallen radiaktive Abfälle an, jedoch in vergleichsweise geringen Mengen. Seit mehr als 50 Jahren wird auf diese Weise tonnenweise Atommüll produziert. Doch wohin mit dem Müll? Die sichere Endlagerung bleibt weltweit ein ungelöstes Problem.

Wohin mit dem giftigen Atommüll?

Derzeitig geht man von rund 300.000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls auf der Erde aus. Weiter kommen ca. 12.000 Tonnen pro Jahr hinzu. Auch wenn Deutschland die Atomkraftwerke 2022 abschaltet, werden andere Länder weitermachen. Tatsächlich hat man in der Vergangenheit den Atommüll im Meer entsorgt. Schnell aber erwies sich diese Möglichkeit als zu gefährlich. Seitdem versucht man geeignete Endlager auszumachen und diese Suche ist noch nicht abgeschlossen. Proteste seitens der Bevölkerung und Organisationen gibt es genug - gegen die sogenannten Endlager und auch gegen die Atommülltransporte.

Wo lagert der deutsche Atommüll?

In Deutschland wird Atommüll bisher an verschiedenen Orten gelagert. Der Salzstock bei Gorleben wird als als mögliches Endlager für hochradioaktiven Müll "erkundet". Ob dort jemals Atommüll entgelagert wird, ist noch nicht entschieden. Das ehemalige Salzbergwerk Morsleben wurde zunächst von der DDR als Atommülllager genutzt, ab 1990 wurde es als gesamtdeutsches Lager weiter betrieben. 1998 wurde die Stilllegung von Morsleben beschlossen.

Das niedersächsische Schachtanlage Asse wird seit 1967 als Atommüllager genutzt. Nach dem bekannt wurde, dass es wiederholt zu Wassereinbrüchen kam, wurde 2013 die Rückholung der radioaktiven Abfälle beschlossen. Die Kosten werden auf vier bis sechs Milliarden Euro geschätzt. Die radioaktiven Substanzen sollen in größtenteils im Schacht Konrad eingelagert werden. Die Schachtanlage Konrad in Salzgitter ist ein geplantes Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Fukushima - ein Denkzettel?

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima hat ein Umdenken bewirkt, nicht nur bei Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern weltweit. In der Vergangenheit hatte mit Ausnahme der "Grünen" so gut wie jede Regierung ihren Teil zur heutigen Problematik beigesteuert und bis heute scheint sich in Sachen Atommüll nur wenig bewegt zu haben. Einer der vielen Aspekte, die Greenpeace schon lange kritisiert. Die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland ist im Jahre 2011 endgültig beschlossen worden.

Atommüll-Endlager nicht sicher genug

Vor allem hat sich Greenpeace den Kampf gegen das Endlager Gorleben auf die Fahnen geschrieben. Der Grund: Speziell diese Entsorgungsstätte ist ein ehemaliger Salzstock, der bereits - so ergaben Untersuchungen von Greenpeace - eklatante Mängel aufweisen soll. So ist der Atommüll beispielsweise unterhalb des Grundwasserspiegels gelagert. Laut den Umweltaktivisten sei es nicht unwahrscheinlich, dass Radioaktivität irgendwann mit dem Grundwasser in Berührung komme.

Die nachfolgende Grafik zeigt den für das Jahr 2040 prognostizierten Bestand radioaktiver Abfälle, der in einem Endlager eingelagert werden muss.

Statistik: Für das Jahr 2040 prognostizierter Bestand radioaktiver Abfälle

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