Strommasten © Thorsten Schier / Fotolia.com
Anreizregulierung

"Mit der Anreizregulierung werden den regulierten Unternehmen Anreize gegeben, eigene Anstrengungen zu unternehmen, ihre Effizienz zu steigern" lautet die Definition der Bundesnetzagentur von der Regelung, die im Jahr 2009 eingeführt wurde. Sinn und Zweck soll es sein, den Wettbewerb unter Strom- und Gasanbietern zu steigern.

Anreizregulierung: Ein kompliziertes System

Strom- und Gasnetzen gelten als natürliche Monopole, die in der Hand weniger großer Energiekonzerne liegen. Für die Durchleitung von Strom und Gas stellen die Netzbetreiber Gebühren in Rechnung, die sogenannten Netzentgelte. Die Netzentgelte sind in den letzten Jahren ständig gestiegen, allerdings wurde in der Vergangenheit nur ein kleiner Teil wieder in den Ausbau und die Modernisierung der Netze reinvestiert. Dies wurde als Indiz für überhöhte Netzentgelte und einen mangelnden Wettbewerb gewertet. Aus diesem Grund wurde 2009 in Deutschland die sogenannte Anreizregulierung eingeführt: Ein staatlicher Eingriff, um Verbraucher vor zu hohen Netzentgelten zu schützen.

Mit der Anreizregulierung Kosten senken

Zunächst geht es bei der Anreizregulierung darum, eine Kostensenkung bei Gas- und Stromanbietern zu erwirken. Dazu werden so genannte Erlösobergrenzen festgesetzt, an denen sich sämtliche der rund 1500 Energielieferanten messen müssen. Diese wiederum orientiert sich an dem Anbieter, sprich Konkurrenten, der am effektivsten arbeitet. Dieser Energieversorger stellt die Messelatte für alle anderen dar.

Anreiz durch Zusatzgewinn

Derjenige, der sein Netz daraufhin am günstigsten betreibt, also seine Effizienz steigert und somit die Obergrenze unterschreitet, darf die finanzielle Differenz in die eigene Tasche wirtschaften. So wird also eine Anreizregulierung geschaffen – der mögliche Zusatzgewinn gibt einen Anreiz zur Preisregulierung. Schließlich sind im Endpreis, den der Verbraucher zahlt, etwa ein Drittel Netzkosten enthalten.

Anreizregulierung: Unterschiede je nach Größe der Betreiber

Um mit der Anreizregulierung ineffiziente Betreiber sozusagen zum Sparen zu zwingen, wird die Obergrenze jedes Jahr um einen gewissen Prozentsatz gesenkt. Gleichzeitig löst das auch einen Druck auf die Zulieferer aus. Die Erlösobergrenze indes wird nach jeweils fünf Jahren festgelegt. Geschaut wird dann unter anderem auf die Höhe der Netzkosten.

Von Vornherein hatten kleine Anbieter sowie Stadtwerke, vertreten durch den Verband der Netzbetreiber (heute unter anderem aufgeteilt in den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW), die Befürchtung, die Anreizregulierung nicht erfüllen zu können. Auch deshalb nehmen Betreiber – nach Antragstellung – mit bis zu 30.000 Kunden an einem einfacheren Verfahren teil.

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