Satelliten-Internet: Was es kann und wer es braucht

Das Internet hat hierzulande in nahezu jedem Haushalt Einzug gehalten. So hängen derweil rund 93 Prozent aller Haushalte in Deutschland am Netz und 53 Millionen internetfähige Handys gewähren ihren Besitzern den Zugang ins World Wide Web. Dennoch ist schnelles Internet nicht flächendeckend verfügbar und das kann sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen ein Problem sein. Eine mögliche Lösung lautet Satelliten-Internet.

Die Qual der Wahl: Möglichkeiten und Grenzen

Die meisten Breitbandzugänge zu Hause werden über DSL realisiert. Der Begriff hat sich als Schlagwort für schnelles Internet etabliert. DSL steht für "Digital Subscriber Line" und wird meist mit 16, 50 oder 100 Mbit/s angeboten. VDSL und Vectoring machen auch bei DSL diese hohen Datenraten möglich und bringt zum Beispiel Podcasts, Internet-TV und Serverdienste noch schneller in die eigenen vier Wände. Der TV-Kabelanschluss hat sich mit noch weit höherem Spitzenspeed als Konkurrent zu DSL etabliert und wo Glasfaser bis ins Haus verlegt ist, kann man ebenfalls Highspeed nutzen.

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Zu wenig Glasfaser, LTE noch mit Lücken

Grundvoraussetzung für den Zugriff auf die beworbenen Geschwindigkeiten stellen leistungsfähige Verbindungen dar – und die sind bei Weitem noch nicht in ganz Deutschland ausreichend vorhanden. Glasfaserkabelleitungen beispielsweise knüpfen in Deutschland lediglich an sieben Prozent aller Anschlüsse an, und längst nicht an allen wird der Zugang auch genutzt. Viele Anschlüsse dieser Art führen zudem nicht zum privaten Verbraucher, sondern in die Bürowelten und Logistikzentren großer Unternehmen. Insbesondere auf dem Land ist es mit dem flotten Internet schlecht gestellt. Auch der prophezeite Ausbau von LTE (Long Term Evolution) hat noch Lücken hinterlassen: In ländlichen Gebieten, etwa im hohen Norden, gibt es noch immer reichlich Funklöcher. Neben diesen bekannteren Optionen zieht eine weitere Technik im Telekommunikationssektor Kreise: Satelliten-Internet.

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Die Technik hinter Satelliten-Internet

Der Aufbau einer Empfangsanlage für Satelliten-Internet gleicht in vielen Punkten dem Fernseh-Pendant: Auch der Internetzugang setzt eine Empfangseinheit für die Funkwellen voraus. Als die effektivste Signalverstärkung hat sich die ovale Form erwiesen und sie gilt als das Maß der Dinge, um Funkwellen einzufangen. Im Gegensatz zum TV-Programm gelangt Internet per Satellit jedoch über einen kleinen Umweg an den Kunden: Hinter der Satellitenschüssel muss ein Codierungsgerät geschaltet werden, welches die Signale umwandelt beziehungsweise entschlüsselt.

Bis vor einigen Jahren war dies lediglich in eine Richtung möglich, sodass nur das Empfangen (Downstream), nicht aber das Senden (Upstream) von Daten möglich war. Der Nutzer musste sich für letztere Übertragung regelmäßig über einen zusätzlichen ISDN-Port einwählen! In der Praxis macht sich der Unterschied zwischen Kabel und Satellit kaum bemerkbar: Beim Satelliten-Internet werden Signale ebenso wie beim Kabelanschluss wahlweise per LAN oder WLAN im Eigenheim verbreitet, sodass sowohl stationäre als auch mobile Gerätschaften wie Smartphone, Tablet oder Smarthome-Geräte online gehen können.

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Vor- und Nachteile von Sat-Internet

Der größte Pluspunkt von Sat-Internet wurde bereits genannt: Es ist so gut wie überall zu haben. Die Preise und die zugeschriebenen Übertragungsraten variieren, doch im Gegensatz zum regulären Internet "aus der Dose" stimmen die vertraglich vereinbarten und tatsächlichen Übertragungsraten nahezu überein. Was die Geschwindigkeit betrifft, so erreicht man über Satelliten-Internet meist um die 20-25 Mbit/s, Verbindungen mit bis zu 50 Mbit/s sind aber teilweise auch schon möglich.

Das Datenvolumen ist in der Regel begrenzt. Die teureren Tarife bieten mehr Inklusivvolumen, so wie man es von Mobilfunktarifen her kennt. Für die Hardware und die Installation fallen teils hohe Einmalkosten an. Ein weiterer Minuspunkt von Satelliten-Internet: Die Signale müssen einen entscheidenden Umweg nehmen, bevor sie auf das Modem beziehungsweise auf den Provider treffen. Rund 40.000 Kilometer trennen die Satelliten von der Erdoberfläche, sodass aufgrund der Paketlaufzeit von 700 ms größere Volumina leicht verzögert eintreffen. Von diesem Umstand sind jedoch in erster Linie Gamer betroffen, die ihre Passion online ausleben: Insbesondere beim Spielen actionreicher Ego-Shooter zählt jede Millisekunde.

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Satelliten-Internet: Die Alternative aus dem All

Die begrenzten Möglichkeiten zum flotten Surfen in abgeschiedenen Regionen hat das Satelliten-Internet auf den Plan gerufen. Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich bei dieser Alternative um ein Konzept via Satellitenübertragung und ist gut mit dem Fernseherempfang über Sat zu vergleichen.

Der größte Vorteil von Satelliten-Internet ist die ortsunabhängige Verfügbarkeit: Ungeachtet des Standorts dürfen Sie sich als Nutzer dieser Technik einer stabilen Verbindung fast sicher sein. Dies gilt sogar für Gebiete, in denen kein Mobilfunknetz vorhanden ist. Manchmal ist der Griff zur Weltraumfunk gar die einzige Möglichkeit, um an der Welt des Internets teilzuhaben. Einen weiteren Pluspunkt verdient sich Sat-Internet aufgrund der geringen Störanfälligkeit: Kann der irdische Empfang durch allerlei Faktoren unterbrochen werden, fließen die Signale aus dem All in einem stabilen, allerdings leicht verzögerten, Umfang. Die Gründe hierfür sind zahlreich. Der terrestrische Internetempfang durchläuft zum Beispiel etliche Stationen, die aufgrund technischer Störungen, Updates, Wartungen und Umstrukturierungen an Kapazitäten verlieren und unter Umständen gänzlich ausfallen können. Satelliten-Internet weist für diese Komplikationen ein wesentlich geringeres Risiko auf. Bereits die Tatsache, dass nur ein Bruchteil aller Internetnutzer den Umweg übers All nutzt, garantiert den Providern mehr Kapazitäten. Zudem können sich die Anbieter bei Engpässen zügiger unter die Arme greifen, da sie dieselben Übertragungswege nutzen und dennoch unabhängig voneinander ans Netz gehen.

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So gelangen Sie an die nötigen Geräte

Sämtliche Komponenten, die für den Zugang ins Internet via Satellit benötigt werden, stellen die Sat-Internet-Anbieter zum Kauf oder zur Miete zur Verfügung. Zu den bekanntesten Anbietern gehören orbitcom, skyDSL, getinternet und Filiago. Ist die Technik für den Empfang per Satellit installiert, erfolgen Einwählen und Übertragung automatisch. Sollten Sie bereits TV-Sendungen über eine Satellitenanlage erhalten, können Sie diese zwar nicht nutzen, dafür jedoch ersetzen und über die Neuanschaffung auch das Fernsehprogramm genießen. Grund: Für den Internetzugang per Satellit wird eine rückkanalfähige Satellitenschüssel benötigt, denn nur diese ermöglicht eine bidirektionale Übertragung, sodass Daten sowohl empfangen als auch gesendet werden können.

Seit der gesetzlich vereinbarten Routerfreiheit dürfen die Anbieter übrigens keine Vorgaben bei der Wahl von Modem & Co. aufstellen, doch häufig machen Kompatibilitätsprobleme dem barrierefreien Surfen mit den persönlichen Wunschelementen einen Strich durch die Rechnung. Für Personen mit weniger Technikwissen lohnt sich folglich der Griff zu bereitgestellten Komplettpaketen.

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Wissenswertes zur Sat-Internet-Hardware

Kümmern Sie sich selbst um die Hardware, sollten Sie grundlegende Merkmale der Technikausstattung beachten. Zunächst müssen Router beziehungsweise Modem aktuelle Verschlüsselungstechniken wie etwa den WPA2-Schlüssel unterstützen. Andernfalls bietet auch der Sprung durch die Stratosphäre Hackern leichten Zugriff. Eine möglichst hohe Verschlüsselungsrate, angegeben in Bit, gilt als ebenso essenziell. Für den drahtlosen Internetempfang ist zudem der Funkstandard bedeutsam: Verfügen Sie über einen WLAN-Router, der die Übertragung via ac-Technik unterstützt, profitieren Sie von sowohl schnellen als auch sicheren Verbindungen – selbst wenn mehrere Endgeräte, etwa Smartphone, Tablet und Notebook, angeschlossen sind.

Bei der Auswahl der Satellitenschüssel sind der Durchmesser und die Antennenlänge bedeutsam. Bei guten Wetterverhältnissen reichen Durchmesser von gut 45 Zentimetern aus, doch um auf Nummer sicher zu gehen raten Experten zu Schüsseln im 60-Zentimeter-Format. Mieter müssen zudem darauf achten, ob das Anbringen einer Satelliten-Schüssel im Mietvertrag erlaubt ist.

Worauf beim Anbietervergleich zu achten ist

Mit unserem Breitbandrechner können Sie ohne großen Aufwand schnell einen passenden Tarif finden, egal ob DSL, Kabel oder eben Satelliten-Internet. Wichtig: Anhand der Vorwahl wird zunächst eine grobe Prüfung durchgeführt. Danach kann man seine komplette Adresse eingeben. Im Einzelfall kann es vorkommen, dass die genauere Standortprüfung dann doch ergibt, dass der Anschluss nicht oder nicht in der gewünschten Geschwindigkeit realisiert werden kann.

Ganz gleich, ob Sie in der Einöde, fernab von Funkmasten, oder inmitten der Millionenmetropole mit florierenden Infrastrukturen den Weg ins Internet suchen: Bei der Auswahl des Anbieters für den Internetanschluss sind etliche Punkte zu beachten. Die Verfügbarkeit des gewünschten Anbieters stellt schließlich nur einen Aspekt dar. Die maximalen Verbindungsraten, die Netzstärke und buchbare Optionen sowie natürlich der Preis sind zusätzliche wichtige Vergleichskriterien. Dies gilt für sämtliche Internetverbindungen, angefangen vom klassischen Kabelanschluss über DSL bis hin zur mobilen High-Speed-Alternative LTE oder eben Satelliten-Internet.

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