Arbeiten und reisen

Work and Travel: Viele Wege führen ins Ausland

Work and Travel ist eine sehr gute Möglichkeit, um Land und Leute im Ausland kennenzulernen. Natürlich kann man auf eigene Faust in einem fernen Land auf Jobsuche zu gehen. Es gibt aber auch Anbieter, welche die Organisation übernehmen.

Reise© Dmitry Ersler / Fotolia.com

Eine der beliebtesten Möglichkeiten eines längeren Auslandsaufenthaltes stellt das Konzept "Work-and-Travel" dar. Es bietet die Gelegenheit, fremde Kulturen und neue Menschen kennen zu lernen und seine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Doch wann ist der optimale Zeitpunkt für einen solchen Auslandsaufenthalt? Zwar wählen viele die Zeit direkt nach dem Abitur, doch auch später noch macht Work-and-Travel Sinn. So kann man auch als Student die Gelegenheit nutzen, um während des Studiums oder zwischen Bachelor und Master noch einmal für eine etwas längere Zeit ins Ausland zu gehen. Durch die Kombination aus Reisen und Arbeiten kann man sich einen Teil des Aufenthaltes direkt vor Ort finanzieren.

Work-and-Travel: Für Fernziele wird ein Visum benötigt

Weltweit ist heutzutage ein großer Teil der Studenten international mobil. Das kann im Rahmen im eines Auslandssemesters, einer Sprachreise oder auch abseits des Studiengangs während eines Urlaubssemesters passieren. Work-and-Travel ist dann eine Möglichkeit vom Studiengang unabhängig zu reisen. In der EU funktioniert das ohne Visum. In anderen Ländern wird ein sogenanntes "Working Holiday Visum" benötigt. Dazu gehören Länder wie Neuseeland, Kanada oder Australien. Doch auch für exotischere Ziele wie Südamerika und Asien kann das Visum erworben werden. Je nach Land müssen unterschiedliche Bedingungen erfüllt werden. 2018 etwa galt für die Reise nach Australien eine Altersgrenze von 18 bis 30 Jahren und der Antragsteller musste finanzielle Rücklagen von ca. 3.000 Euro nachweisen. Das Visum selbst kostete rund 285 Euro.

Bevor man sich für ein Land entscheidet, sollte man zunächst einmal recherchieren, welche Bedingungen dort gelten und auch, wie hoch die Lebenskosten jeweils sind, da dies von Land zu Land natürlich sehr variieren kann. Grundsätzlich muss man sich auch überlegen, ob man die gesamte Reise selbst organisiert, oder über eine Organisation den Work-and-Travel-Aufenthalt buchen möchte. Diese unterstützt einen nicht nur bei der Jobsuche, sondern hilft auch bei Formalitäten aus, wie etwa mit der Beantragung des Visum oder zum Beispiel mit den benötigten Versicherungen.

Work and Travel auf eigene Faust: Eine Frage der Finanzierung

Für Studenten, die Work-and-Travel auf eigene Faust planen machen, stellt die Finanzierung eine zentrale Frage dar. Der große Vorteil von Work-and-Travel ist natürlich, dass man durch das Arbeiten vor Ort auch Geld verdient, welches man direkt zum Leben im Ausland verwenden kann. Reich wird man bei den angebotenen Jobs zwar nicht, doch das Gehalt bietet eine gute Grundlage für das Bezahlen einer Unterkunft und für das Einkaufen von Lebensmitteln. Klassisch sind Jobs wie Kellnern, Erntehilfe oder auch Kinderbetreuung. Ein gewisses Grundkapital sollte bestenfalls vor der Reise angespart werden. Insgesamt kann eine Reise innerhalb Europas leichter selbstständig organisiert werden.

Beispiele für organisierte Work-and-Travel-Programme

Wer jedoch für sein Work and Travel ein Fernziel bereisen möchte, der hat es mit einem professionellen Anbieter leichter. Beispielsweise sind bei einigen Ländern nur bestimmte Kontingente für Visa vorhanden. Für den Aufenthalt in den Vereinigten Staaten muss man einen Arbeitsplatz für das Visum nachweisen können. Für Afrika und Asien wiederum kann man ein Touristenvisum beantragen. TravelWorks, AIFS, PraktikaWelten und StepIn gehören zu den größten Anbietern für Work and Travel. Hier kann die komplette Organisation einer Kanada-Reise schon mal über 1.500 Euro kosten. Es lohnt sich daher auch einmal bei kleineren Anbieter nachzusehen, die sich beispielsweise auf ein bestimmtes Zielland konzentrieren.

Eine Alternative ist auch die Freiwilligenarbeit und das Engagement für ein bestimmtes Projekt. Denn so kann man nicht nur Neues von der Welt entdecken, sondern gleichzeitig auch noch etwas Gutes tun. Aber auch hier muss man damit rechnen, dass die Programme etwas kosten. Hilfsorganisationen, die Jobs und Praktika für Studenten anbieten, gibt es zahlreiche, sowohl im sozialen als auch im ökologischen Bereich. So kann man zum Beispiel in Ghana Kinder unterrichten oder sich in Südafrika um bedrohte Wildtiere kümmern.

Eine weitere Möglichkeit, die immer bekannter wird, ist das sogenannte "Wwoofen". Hierunter versteht man die Mitarbeit auf einem Biobauernhof, wobei man im Gegenzug meist kostenlos auf dem Hof wohnen darf. So kann man viel Geld sparen, weshalb vor allem Studenten diese Möglichkeiten für Work and Travel schätzen. Vor allem für diejenigen, die gern im Freien und mit Tieren arbeiten, eignet sich Wwoofing.

Regeln bei einem Urlaubssemester

Wer ein Urlaubssemester einlegt und eigentlich Bafög während des Studiums bezieht, muss sich darüber im Klaren sein, dass dieses für die Dauer des Urlaubssemesters nicht ausbezahlt wird. Allerdings gibt es als Student auch die Option, Auslands-Bafög zu beantragen. Hierzu muss man an Student einer deutschen Uni sein und während des Auslandsaufenthaltes ein mindestens 12-wöchiges Praktikum nachweisen, welches als Bestandteil des Studiums anerkannt wird. Ein solches zu absolvieren ist jedoch auch im Rahmen von Work-and-Travel möglich. In jedem Fall sollte man daran denken, die Rückmeldefrist für das nächste Semester einzuhalten. Eine weitere Möglichkeit sind Stipendien-Programme. Um ein solches zu erhalten, müssen acht bis zwölf Wochen Freiwilligenarbeit im jeweiligen Reiseland geleistet werden. Hierbei kann man sich entweder in sozialen oder in Umwelt-Projekten engagieren.

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