Pakettarife

Tipp: Wann sich eine Doppel-Flatrate für DSL und Telefon lohnt

Für einen monatlichen Paketpreis können Kunden unbegrenzt ins deutsche Festnetz telefonieren und das Internet ohne Volumen- oder Zeitbeschränkung nutzen. Doch bevor man sich für eine solche doppelte Flatrate entscheidet, sollte man sich überlegen, ob man diese auch wirklich benötigt. Die Tipps der Redaktion!

Touchscreen-Handy© Georgiy Pashin / Fotolia.com

Was kostet es eigentlich, wenn man jeden Monat eine Pauschalgebühr für Telefon und Internet zahlt und sich somit gegen die meisten unliebsamen Überraschungen absichert? Derzeit liegen die günstigsten Tarife in den schmalsten Bandbreiten zwischen 30 und 35 Euro im Monat. Dafür bekommt man in aller Regel sowohl die Anschlüsse zum Surfen und Telefonieren als auch die zugehörigen Pauschaltarife. Mehr Speed kostet Aufpreis. Alle Telefonflats gelten nur fürs deutsche Festnetz. Sonderrufnummern, Auslandsverbindungen und Verbindungen ins Mobilfunknetz werden bei allen Anbietern extra berechnet.

Doppelflat für 20 Euro - alles drin?

Nun hat 1&1 vor kurzem ein Angebot für eine Doppel-Flatrate knapp unter 20 Euro aufgelegt. Von diesem Preis sollte man sich allerdings nicht blenden lassen, denn zusätzlich ist ein Telefonanschluss der Telekom vonnöten, der mit mindestens 16,37 Euro zu Buche schlägt. 1&1 kann also die Angebote von Alice, Arcor, Versatel und den Kabelanbietern nicht wirklich toppen. Stichwort Kabelanbieter: Dort bekommt man inzwischen auch Internet- und Telefonie-Angebote ohne einen Zwang zum Fernseh-Kabelanschluss. Doppel-Flatrates gibt es ab 30 Euro, alle Anschlüsse inklusive.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Bevor man sich für ein Doppelflat-Angebot entscheidet, sollte man gründlich überlegen, ob Pauschalen für beide Anschlüsse auch wirklich notwendig sind. So lohnt sich eine Flatrate zum Telefonieren in der Regel erst dann, wenn die monatlichen Verbindungsentgelte ins deutsche Festnetz acht bis zehn Euro übersteigen. Interessenten sollten sich bewusst sein, dass sich die Kosten für die Flatrate im Vergleich zu einem Standard-Telefonanschluss in der Hauptzeit erst nach rund 200 Gesprächsminuten deutschlandweit bzw. rund 250 Gesprächsminuten ins Ortsnetz rechnen. Gelegenheitstelefonierer oder Personen, die überwiegend in Handynetze telefonieren, sind ohne Flatrate oft günstiger dran.

Zudem sind selbst zehn Euro im Monat für eine Festnetz-Flatrate nicht gerade wenig, rechnet man das in Call-by-Call-Minuten um: Legt man einen durchschnittlichen Minutenpreis von zwei Cent im offenen Call-by-Call zugrunde (was hoch gerechnet ist), muss man über acht Stunden im Monat nur ins deutsche Festnetz telefonieren, um auf zehn Euro zu kommen. Telefoniert man meist in der günstigeren Nebenzeit, kommt man locker auf über zwölf Stunden. Sprich: Flatrates lohnen sich nur für Vielnutzer bzw. für Familien und Wohngemeinschaften.

Sind die Tarife überall zu bekommen?

Die Ausbaugebiete sind unterschiedlich. Alle Tarife, die auf einem Telekom-Telefonanschluss basieren, sind im gesamten DSL-Ausbaugebiet zu haben. Die Verbreitungsgebiete von Arcor, Versatel und Alice sowie die der Telekom-freien Angebote von 1&1, freenet und Tele2 sind kleiner. Zusätzlich gibt es diverse Stadtnetzbetreiber, deren Netz sich meistens auf Ballungsgebiete und Großstädte beschränkt. Generell ist die Chance auf einen DSL-Anschluss dort, wo noch ältere Kupferkabel liegen, deutlich größer als zum Beispiel in vielen Gebieten Ostdeutschlands, in denen hochmoderne, aber ohne zusätzliche Aufbauten DSL-untaugliche Glasfaserkabel verlegt wurden. Unter dem folgenden Link können Sie die DSL-Verfügbarkeit an Ihrem Wohnort checken. Wichtig zu wissen: Teilweise bieten die Anbieter ihre Tarife auch im Telekom-Ausbaugebiet an und zahlen dann die Kosten für den zusätzlich zu buchenden Telekom-Telefonanschluss.

Den Background kann man sich nicht aussuchen

Gut zu wissen: Man hat generell keinen Anspruch darauf, dass die Telefon-Flatrate nicht über VoIP realisiert wird, sondern übers Festnetz. Nur wenn die Sprachqualität sich dauerhaft zur Katastrophe entwickeln sollte, könnte man klagen. Das ist jedoch sehr unwahrscheinlich, auch wenn die VoIP-Sprachqualität teilweise noch zu wünschen übrig lässt. Künftig sind derlei Überlegungen ohnehin obsolet, denn mit den Netzen der nächsten Generation werden alle über die Datenleitung telefonieren, ob sie wollen oder nicht. Nicht zuletzt die damit möglichen Einsparungen sorgen für nach wie vor fallende Preise. Wer kein Problem mit VoIP hat, sollte auch die Kombination DSL-Flatrate plus VoIP-Flatrate von einem extra Anbieter ins Auge fassen: Damit lassen sich durchaus noch ein paar Euro sparen.

Fazit

Die Ära der Flatrates steht noch am Anfang. Während sich die Doppelflats nun fest etabliert haben, bieten erste Anbieter schon Vierfach-Flatrates an. So hat zum Beispiel 1&1 neben einer Internet- und Telefonflat auch eine Flatrate für Mobilfunk und Filme im Programm. Auch bei Anbietern wie Arcor, Versatel und Alice kann man als DSL-Kunde vom Handy aus unbeschränkt ins deutsche Festnetz telefonieren. Was für den einen gut ist, ärgert den klassischen Wenignutzer: Es werden immer weniger Zeit- und Volumentarife angeboten, viele Nutzer werden zu einer Flatrate regelrecht gedrängt. Und: Wer viel surft, telefoniert nicht zwangsläufig auch viel - bezahlt werden muss aber beides; selbstredend auch dann, wenn man auf Reisen ist und die Zugänge gar nicht nutzt.

Das scheinen auch die Anbieter erkannt zu haben: Nach einer Zeit, in der es fast nur noch Doppelflats gab, werden jetzt wieder vermehrt Einzeltarife angeboten, teilweise sogar mit einem kleinen Volumenbudget.

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