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Stromvertrag: Das gilt für WGs

Beim Stromvertrag in einer Wohngemeinschaft sollte lieber von vornherein für klare Verhältnisse gesorgt werden. Ist die Stromrechnung plötzlich zu hoch, ist Ärger nämlich vorprogrammiert. Welche Möglichkeiten gibt es?

Mobil surfenWer übernimmt in einer WG eigentlich den Stromvertrag?© Fxquadro / Fotolia.com

Stromrechnung und Stromvertrag können schnell zu einem Reizthema werden. Vor allen Dingen dann, wenn man in einer Wohngemeinschaft wohnt, in der mehrere Mieter beim Stromverbrauch berücksichtigt werden müssen. Um hier von vorneherein einem Streit vorzubeugen, lohnt es, vor Bezug einer WG genaue Richtlinien für die Nutzung vom Strom und für den Stromvertrag aufzustellen.

Stromabrechnung für die WG – von vornherein die Krise?

Auch innerhalb einer WG können die Interessen recht unterschiedlich gelagert sein. Es gibt Mitbewohner, die der modernen Technik sehr zugetan sind und die eine entsprechende Ausrüstung ihr Eigen nennen. Entsprechend intensiv gestaltet sich der Stromverbrauch.

Andere Mitbewohner bevorzugen den ökologischen und leben eher stromsparend. Sie verbrauchen entsprechend weniger Strom, was sich bei der Abrechnung bemerkbar macht. Die jährliche Stromabrechnung kann daher schnell zu einem Streitthema werden.

Hinzu kommen die Einzüge und Auszüge in die WG. Das Thema Strom bringt auch hier schnell eine ungünstige Stimmung mit sich, die unnötig ist und die durch klare Regelungen befriedet werden kann.

Wer schließt in einer WG den Stromvertrag ab?

Für Wohngemeinschaften bieten sich hier mehrere Möglichkeiten an. Der Stromvertrag kann mit dem Vermieter, mit einem der Mietbewohner oder mit mehreren Mitbewohner geschlossen werden.

Fakt ist, dass der Hauptmieter nicht automatisch für alle Mietangelegenheiten verantwortlich ist. Es gibt Wohngemeinschaften ohne Hauptmieter, bei denen der Vermieter für den Stromvertrag zuständig ist. Hier erhält dann beispielsweise auch jeder Mieter einen eigenen Mietvertrag. Das Gleiche passiert auch mit dem Stromvertrag. Denn auch hier ist der Vermieter der Vertragsnehmer, der dann Unterverträge mit den jeweiligen Mietern der WG abschließt.

Wenn der Vermieter den Stromvertrag abschließt

Der Vermieter kann in diesem Fall die jährlichen Stromkosten auf die einzelnen WG-Mitglieder umrechnen. So muss kein direkter Abschlag an den Stromlieferanten gezahlt werden, da der Vermieter diesen Abschlag übernimmt. Am Ende des Abrechnungsjahres wird der Strom so wie die Nebenkosten auch genau nachgerechnet und festgelegt, ob die Vorleistung gereicht hat oder ob eine Nachzahlung bzw. Rückzahlung fällig wird.

Klar wäre hier ein getrennte Verbrauchererfassung wünschenswert. In der Realität sieht es aber oft anderes aus. Hier stellt sich auch die Frage, wie man dann den Stromverbrauch aus den gemeinschaftlich genutzten Räumlichkeiten prüfen möchte.

Stromvertrag mit mehreren WG-Mitbewohner

Möglich wäre auch, den Stromvertrag mit zwei bis maximal drei Vertragspartnern pro WG direkt beim Stromanbieter abzuschließen. Ein paar wenige Stromversorger ermöglichen eine bestimmte Anzahl an Vertragsnehmern pro Stromzähler.

In diesem Fall muss dann aber sichergestellt werden, dass jeder WG-Bewohner auch in etwa den gleichen Stromverbrauch hat, um hier gerecht abrechnen zu können, da keine Zwischenzähler eingeschaltet werden und es nur eine Jahresabrechnung gibt, die durch die Anzahl der Vertragsnehmer geteilt wird. Haften tut somit nicht nur ein, sondern alle Vertragsnehmer, was beim Streit eindeutig ein Vorteil sein kann.

Was sollte derjenige, der den Vertrag abschließt, beachten?

Wird nur ein Vertragsnehmer ausgewählt, sollte er, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, mit den anderen WG-Bewohnern einen Untervertrag abschließt. Das bedeutet, dass der Vertragsnehmer mit den WG-Bewohnern schriftlich regeln muss, wie die Abrechnung des Stroms zu erfolgen hat. So können Missverständnisse von Anfang an vermieden werden.

Bei einem Auszug oder einem neuen Einzug ist zudem wichtig, dass der genaue Stichtag und Zählerstand notiert wird, damit spätestens bei der Jahresabrechnung rund um den Stromvertrag exakt gegenrechnet werden kann.

Ebenso ist von vornherein darauf zu achten, dass die WG eine homogene Masse bildet und dass die Interessen vor allen Dingen bezüglich des Stromverbrauchs ähnlich gelagert sind oder eben Gegenmaßnahmen - sprich unterschiedliche Anteile an der Stromrechnung - von vornherein festgelegt werden.

Wie sieht es mit Stromverträgen in Wohnheimen aus?

In einem Wohnheim läuft es ähnlich wie in einer WG. In der Regel ist es so, dass das Wohnheim als Hauptvertragsnehmer gegenüber dem Stromanbieter agiert. Innerhalb der Zimmer werden dann Zwischenzähler geschaltet, die eine korrekte Abrechnung des Stroms möglich machen. So kann jeder einzelne Bewohner seine Zahlung für den Strom leisten.

Möglich ist aber auch, dass eine monatliche Pauschale für Strom an das Wohnheim gezahlt wird und keine separate Rechnung mit Hilfe der Jahresrechnung eröffnet wird. Der Stromvertrag läuft somit automatisch über den Betreiber des Wohnheims und der Bewohner hat bezüglich der Abrechnung keine eigenen Vorkehrungen zu treffen.

In wenigen Fällen ist es auch so, dass der Bewohner von einem Wohnheim einen eigenen Stromvertrag mit dem Stromversorger abschließen muss. Dies ist aber selten der Fall, da das relativ aufwendig ist, weil in dem Fall unbedingt separate Stromzähler vorhanden sein müssen und Stromverträge oft eine Mindestvertragslaufzeit beinhalten.

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