Tipps zur Riester-Rente

Riester-Rente als Standbein für die Altersvorsorge

Die Riester-Rente gilt auch unter Politikern zum Teil als umstritten. In unserem Ratgeber geben wir einen Überblick über die staatlich geförderte Altersvorsorge und machen auf die Vorteile und auch auf die Kritikpunkte aufmerksam.

Rente© Kurhan / Fotolia.com

Private Vorsorge verhindert drohende Altersarmut

Die staatlichen Renten in Deutschland sind sicher – doch allein darauf sollten sich gesetzlich versicherte Arbeitnehmer nicht verlassen. Mit der immer weiter wachsenden Belastung der Rentenkassen durch die steigende Zahl der Rentner und der sinkenden Anzahl an Beitragszahlern wird eine private Vorsorge immer wichtiger. Nur wer zeitig mit dem Sparen anfängt, kann ein Abrutschen in die Altersarmut als Rentenbezieher verhindern. Für den Aufbau einer Altersvorsorge steht in unserem Land eine ganze Palette von Anlage- und Sparformen sowie Versicherungen bereit. Eine davon ist die sogenannte Riester-Rente.

Altersvorsorge mit der Riester-Rente

Mit Beginn des neuen Jahrtausends wurde in Deutschland das Rentensystem reformiert, die private Vorsorge rückte deutlicher in den Vordergrund. Der damalige Bundesminister für Arbeit und Soziales, Walter Riester, entwarf eine besondere Rentenversicherung, deren Beitragszahlungen steuerlich gefördert werden und deren Guthaben besonders geschützt sind. Solche Verträge tragen heute noch seinen Namen. Mit der Riester-Rente förderte die Bundesregierung die Bereitschaft der Bürger, einen Teil ihres Einkommens langfristig für das Alter zurückzulegen, statt es sofort für den Konsum zu auszugeben. Viele Deutsche nutzen die Riester-Rente für ihre Altersvorsorge, bis zum 3. Quartal 2017 wurden immerhin mehr als 16 Millionen Verträge abgeschlossen.

Vorteile gegenüber anderen Sparformen

Riester-Zertifizierungen werden vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) beispielsweise für Banksparpläne, Rentenversicherungen oder auch Direktversicherungen vergeben, wenn sie die Rückzahlung der verzinsten Einlagen ab dem 60. Lebensjahr als regelmäßige Rentenzahlungen vorsehen. Der Staat fördert die Einzahlungen in den Riester-Rentenvertrag mit einer Zulage, wenn mindestens 60 Euro im Jahr (verminderte Zulage) bzw. mindestens 4 Prozent des Jahreseinkommens (volle Zulage) eingezahlt werden. Die förderfähigen Beiträge sind auf jährlich 2.100 Euro begrenzt. Die jährliche Grundzulage pro Person beträgt derzeit 175 Euro, zusätzlich gibt es Kinderzulagen. Zulageberechtigt sind sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Selbständige, Bezieher von Arbeitslosengeld sowie Hartz-IV-Leistungen und Kindererziehende. Die Beitragszahlungen können in der Einkommenssteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Guthaben der Riester-Renten sind vor Pfändungen und vor der Insolvenz geschützt – auch bei einem Antrag auf Hartz-IV-Leistungen muss ihr Vermögen nicht "aufgezehrt" werden, bevor Betroffene Geld erhalten.

Steuerabzug im Rentenfall

Wie bereits erwähnt ist die Auszahlung der Riester-Rente ab dem 60. Lebensjahr möglich. Das gilt aber nur für Verträge, die vor 2011 geschlossen worden. Für jüngere Verträge wurde hierfür das 62. Lebensjahr festgeschrieben. Für gewöhnlich beginnt die Auszahlung aber mit dem Eintritt in die reguläre Altersrente. Gezahlt wird dann lebenslang, wobei der Betrag nicht geringer werden darf. Eine Einmalzahlung in Höhe von 30 Prozent ist möglich. Die Einzahlungen in die Riester-Rente werden durch die Abzugsmöglichkeit als Sonderausgabe zwar wie erwähnt steuerlich gefördert. In der Auszahlungsphase mit Beginn des Rentenalters gelten die Renten dann aber als Einkommen und müssen versteuert werden.

Für wen lohnt es sich?

Riester-Rentenverträge lohnen sich vor allem für Bezieher kleiner Einkommen, für Familien mit Kindern und für Alleinerziehende. Sie profitieren von den hohen Zulagen für bereits kleine Beitragszahlungen. Für sie bedeutet die später gezahlte lebenslange Rente eine zusätzliche Sicherheit. Die Versteuerung in der Auszahlungsphase beeinträchtigt sie nicht so stark, da ihre Renteneinkommen oft nicht weit über dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen. Für Gutverdienende dagegen gibt es attraktivere Sparformen als die Rentenversicherung mit ihrer doch sehr niedrigen Mindestverzinsung.

Kritikpunkte der Riester-Renten

Die derzeit niedrige Verzinsung gehört auch zu den Punkten, die Kritiker häufig anführen. Sowohl Riester-Versicherungen als auch Banksparpläne leiden im Moment unter einer sehr niedrigen Verzinsung. Bei vielen Riester-Renten müssen von den Beiträgen zudem auch Abschluss- und Verwaltungskosten getragen werden, die die Rendite weiter schmälern. Außerdem setzen die Versicherer eine hohe Lebenserwartung voraus – verstirbt der Rentenbezieher sehr früh, so hat er eine zu kleine Rente erhalten. Das verbleibende Guthaben kann dann oft nur auf eine Riester-Rente des Ehepartners oder von zulageberechtigten Kindern vererbt werden, sonst gehen die staatlichen Zuschüsse verloren.

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