Mehr Sonnenstrom nutzen

Photovoltaik: So können Sie den Eigenverbrauch erhöhen

Wer mit einer Photovoltaikanlage selbst Strom erzeugt, kann den Eigenverbrauch des Sonnenstroms mit unterschiedlichen Maßnahmen steigern und muss somit weniger Strom zukaufen. Unser Ratgeber erklärt, wie mehr Sonnenstrom im eigenen Haus genutzt werden kann.

Solaranlage© Dariusz T. Oczkowicz / Fotolia.com

Für Betreiber einer Photovoltaikanlage wird das Thema Eigenverbrauch zunehmend wichtiger. Hauptsächlich liegt das daran, dass die Einspeisevergütung für selbsterzeugten Sonnenstrom, der in das öffentliche Stromnetz abgegeben wird, gesunken ist. Hier gibt es Tipps, wie der Anteil an Sonnenstrom, der im eigenen Haushalt verbraucht wird, erhöht werden kann.

Stromspeicher und Photovoltaikanlage kombinieren

Die eigene Stromversorgung können Haushalte mit einem Stromspeicher verdoppeln oder gar verdreifachen, erklärt der der Ökoenergieversorger Polarstern. Demnach rechnen sich auch die Investitionskosten für den Batteriespeicher, die meist ähnlich hoch liegen wie die Kosten der PV-Anlage. Entscheidend sei die Qualität der Anlagentechnik. Denn gingen Photovoltaik-Module oder Speicher schnell kaputt, zahle ein Haushalt drauf. Die Investitionen für PV-Anlage und Speicher rechneten sich meist erst nach 12 oder mehr Jahren.

Wärmepumpe und E-Auto im System integrieren

Werden PV-Anlage und Speicher auf weitere, im Gebäude befindliche Energietechnik wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Ladestellen für Elektroautos abgestimmt, verbessert dies den Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit, so der Energiedienstleister weiter. Schließlich würde noch mehr Strom selbst genutzt statt eingespeist. Im Idealfall, wenn PV-Anlage, Speicher und Wärmepumpe aufeinander abgestimmt seien, verbessere sich der Autarkiegrad eines Haushalts spürbar, wie Untersuchungen der HTW Berlin zeigten. So könnten trotz stromintensiver Wärmepumpe 60 bis 65 Prozent des benötigten Stroms aus eigener Erzeugung gedeckt werden.

Schatten auf Modulen: Leistungsoptimierer einsetzen

Der Vorteil von Leistungsoptimierern bestehe darin, dass eine geringere Stromerzeugung eines Moduls die Gesamtleistung der PV-Anlage nur wenig beeinträchtigen würde. Das sei besonders bei Dachanlagen mit wechselnder Beschattung wichtig. Würfen Kamine oder Bäume einen Schatten auf einzelne Module, sinke deren Leistung und ohne Leistungsoptimierer auch die der anderen Module. Weil die Nachrüstung eines Leistungsoptimierers teuer sei, lohne es sich schon bei der PV-Installation, die Umgebung und neue Bepflanzungen oder angrenzendes Bauland zu berücksichtigen.

Mit smarten Geräte den Eigenverbrauch erhöhen

Die smarte Verknüpfung von Strom erzeugenden und Strom verbrauchenden Geräten steigere die Wirtschaftlichkeit der eigenen Energieerzeugung zusätzlich. Dazu zähle beispielsweise die Nutzung intelligenter Stromzähler, sogenannten Smart Metern. "Sie sind die Grundlage, um Stromerzeugung und -nutzung einander anzupassen und über Smart Meter Gateways als Schnittstelle auch smarte Haushaltsgeräte zu steuern", erklärt Florian Henle von Polarstern. So könnten Wasch- und Spülmaschinen, die über smarte Steckdosen am Stromnetz hängen oder selbst smarte Funktionen besitzen, bevorzugt bei Sonneneinstrahlung laufen. Genauso könnten je nach Sonneneinstrahlung Jalousien hoch- oder heruntergefahren werden, um die Sonnenkraft zum Wärmen der Räume zu nutzen.

Photovoltaikanlage reinigen

In sehr speziellen Umgebungen steigere auch das Reinigen der PV-Anlage die Leistung und verbessere den Eigenverbrauch. Das sei besonders bei stark verschmutzter Luft durch sehr nahgelegene Industrie, Landwirtschaft oder Kamine der Fall. In der Regel reinige aber der Regen die PV-Module und auch der Einfluss von Laub und Schnee auf die Leistung der PV-Anlage sei gering.

Übrigens: Für langjährige PV-Anlagenbetreiber, die noch eine vergleichsweise hohe EEG-Einspeisevergütung erhalten, wird die eigene Stromversorgung künftig spannend, rät der Ökostromversorger. Laufe die Förderlaufzeit von 20 Jahren aus, lohne sich die Installation eines Speichers, um den Eigenverbrauch zu steigern.

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