Zuhause arbeiten

Möglichkeiten zum Steuern sparen im Homeoffice

In Zeiten von Covid-19 erledigt ein Großteil der Angestellten die Büroarbeit im Homeoffice. Das ist oftmals eine Herausforderung, bietet aber auch allerhand Vorteile. Wie sich durch die Arbeit in den heimischen vier Wänden auch steuerliche Vorteile nutzen lassen, erklären wir in diesem Beitrag.

07.08.2020, 16:20 Uhr
DSL-Tarife VergleichDamit die Kosten durch das Homeoffice bei der Steuer angemeldet werden können, gibt es feste Regeln.© HconQ / Fotolia.com

Was lässt sich steuerlich absetzen: laufenden Kosten im Homeoffice

Durch die Arbeit im Homeoffice steigen unweigerlich auch die laufenden Kosten in vielen Bereichen. Das betrifft insbesondere den Verbrauch. Läuft der private Stromzähler nun über viele Monate acht Stunden länger am Tag, steigen die Kosten dafür ganz erheblich. Auch die Nutzungsdauer von Telefon und Internet dürfte i. d. R. deutlich höher ausfallen als unter normalen Umständen. Hier sind die Möglichkeiten zum Steuern sparen im Homeoffice jedoch geringer. Denn die meisten Haushalte besitzen günstige Flatrate-Verträge. Da die Telekommunikation zu Hause auch privat genutzt wird, können die Kosten dafür zudem nicht in voller Höhe geltend gemacht werden. Akzeptiert wird von den Finanzämtern für gewöhnlich ein Anteil von bis zu 50 Prozent. Selbiges gilt für alle Büroartikel. Druckerpapier, Tinte und Toner, Schreibwaren u. v. m. kann eindeutig der beruflichen Tätigkeit zugeordnet werden.

Das häusliche Arbeitszimmer

Ein immer wieder heiß diskutiertes Thema im Bezug auf die steuerliche Behandlung ist das häusliche Arbeitszimmer. Wie und unter welchen Voraussetzungen sich das Büro zu Hause von der Steuer absetzen lässt, hat den Gesetzgeber bereits vor Corona immer wieder beschäftigt - und all jene, die zumindest teilweise im Homeoffice tätig sind. Inzwischen sind die Bedingungen diesbezüglich deutlich geregelt. Hier lässt sich der größte Teil an Steuern sparen.

Um durch das häusliche Arbeitszimmer Kosten bei der Steuer geltend machen zu können, muss es sich dabei um einen eigenen, klar vom Rest der Wohnung getrennten Raum handeln. Eine gemischte Nutzung ist hingegen nicht zulässig. Wer seinen Schreibtisch z. B. Im Wohn- oder Schlafzimmer aufstellt, hat dadurch deshalb keine steuerlichen Vergünstigungen - nicht einmal anteilig. Pech für alle, die sich keine große Wohnung leisten können.

Weitere Kriterien an den Arbeitsplatz

Ebenfalls ausschlaggebend ist, dass das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeiten darstellt und dass kein alternativer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Gerade die letztere Voraussetzung dürfte in Zeiten von Corona in den allermeisten Unternehmen erfüllt sein. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber eine schriftliche Anordnung ausstellt, aus der hervorgeht, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt werden.

Ist ein eigens für die Arbeit eingerichteter Raum hingegen vorhanden, sind die Kosten zu 100 Prozent absetzbar. Mit Hilfe der vorhandenen Fläche, lässt sich also der genaue Anteil von der Gesamtmiete berechnen. Darüber hinaus akzeptieren die Finanzämter auch den entsprechenden Anteil an den Verbrauchskosten für Strom, Wasser und Heizung. Unterm Strich bringt das heimische Büro deshalb meist einen nicht unerheblichen Vorteil bei der Steuerlast. Auch in dem Fall, dass das häusliche Arbeitszimmer nicht über das gesamte Jahr hinweg genutzt wird, gilt dabei der Höchstbetrag von aktuell 1.250 Euro.

Vorübergehendes Umfunktionierung möglich

Wer bei sich bislang kein Arbeitszimmer eingerichtet hat, sollte dies zeitnah tun, sofern die Möglichkeit besteht. Denn dadurch lassen sich eine Menge Steuern im Homeoffice sparen. Das Gästezimmer z. B. - falls vorhanden - ist dafür prädestiniert. Ein darin untergebrachtes Bett oder Sofa, der Fernseher und alles andere, was nicht an einen Arbeitsplatz gehört, muss dafür allerdings vorübergehend weichen. Ist das geschafft, ist noch eine Dokumentation mit Hilfe von ein paar Fotos zu empfehlen. So lässt sich auch später noch der Beweis erbringen, dass der Raum in der Zeit der Corona-Krise auch tatsächlich als reines Arbeitszimmer genutzt worden ist. Den errechneten Anteil der Kosten trägt man schließlich in der nächsten Steuererklärung bei den Werbungskosten ein.

Steuern sparen im Homeoffice: Was man nicht vergessen sollte

Im Homeoffice übersieht man leicht die zusätzlichen Absetzungsmöglichkeiten. Denn auch der entsprechende Anteil einer Hausrats- oder Gebäudeversicherung ist hierbei abzugsfähig. Im Falle von Eigentumswohnungen sind anteilige Abschreibungen, Zinsen für das Darlehen und die Grundbesitzabgaben zu berücksichtigen, um Steuern zu sparen im Homeoffice. Des Weiteren sind Kosten für die Reinigung und eventuell anfallende Renovierungsarbeiten relevant. Auch hier gilt: Schriftliche Belege sollten aufbewahrt werden.

Neuanschaffungen für das Arbeiten von zu Hause aus

Wird das Arbeitszimmer für die Corona-Zeit eingerichtet, müssen oft viele Dinge eigens dafür angeschafft werden. Die entsprechenden Belege sollten unbedingt aufgehoben werden. Neues Mobiliar, Hardware oder ein hochwertiger Schreibtischstuhl sind nur einige Beispiele, die als notwendige Neuanschaffungen anzusehen sind.

Erstattungen durch den Arbeitgeber

Statt die Arbeitsmaterialien und die oben erwähnten laufenden Kosten von der Steuer abzusetzen, können sie sich die Mitarbeiter eines Unternehmens aber auch von selbigem erstatten lassen. Das ist immerhin auch dann möglich, wenn kein häusliches Arbeitszimmer vorhanden bzw. anerkannt ist. Sofern mit dem Arbeitgeber keine höheren Beträge vereinbart worden sind, ist dabei eine Erstattung von 20 Prozent der Kosten, höchstens jedoch pauschal 20 Euro pro Monat möglich. Ob diese Summe die tatsächlichen Zusatzkosten deckt, die im Homeoffice entstehen, ist zumindest fraglich. Kosten, die durch das Homeoffice entstehen bei der Steuer abzusetzen, kann sich mehr lohnen.

Änderungen zu den Regeln für Steuer und Homeoffice sind möglich

In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, wonach insbesondere die Regelungen zum häuslichen Arbeitszimmer angepasst werden sollten, damit mehr Menschen Steuern sparen im Homeoffice. Es lohnt sich deshalb, die Entwicklungen der kommenden Monate im Auge zu behalten. Vielleicht lassen sich durch neue Gesetze noch mehr Steuern sparen im Homeoffice.

Mehr zum Thema
Top