Kurzstrecke

Mit NFC wird das Smartphone zur Kreditkarte

NFC steht für Near Field Communication. Damit wird ein Standard bezeichnet, der dem kontaktlosen Austausch von Daten zwischen zwei Medien dient, ähnlich wie WLAN, aber eben über eine sehr kurze Distanz. NFC ist die Grundlage für das Bezahlen mit dem Smartphone.

20.01.2021, 11:00 Uhr
Bezahlen per HandyKontaktlos Bezahlen: NFC ist die Basis für Mobile Payment.© Tyler Olson / Fotolia.com

Das Einkaufen mit dem Handy ist eine einfache und bequeme Alternative zu klassischen Zahlungsmethoden: Denn statt erst mühsam nach Bargeld zu kramen oder die passende EC-Karte hervorholen zu müssen, reicht es beim mobilen Payment aus, das Smartphone aus der Tasche zu ziehen und an das Zahlungsterminal zu halten. Mittels NFC (Near Field Communication, zu deutsch: Nahfeldkommunikation) tauschen das Mobilgerät des Kunden und die Kasse des Händlers blitzschnell alle für die Zahlung nötigen Daten aus. So ist der Einkauf im Lebensmittelgeschäft, die Hotelrechnung oder der Restaurantbesuch innerhalb weniger Sekunden bezahlt. Doch welche Voraussetzungen müssen eigentlich erfüllt sein, um die Zahlung per Handy nutzen zu können? Zunächst braucht es ein kompatibles Smartphone.

Welche Smartphones sind für mobiles Bezahlen geeignet?

Um als Kunde die Vorteile des mobilen Bezahlens nutzen zu können, ist ein Smartphone mit NFC-Chip erforderlich. Der Technologie-Standard ermöglicht auf sehr kurze Distanz einen sicheren Datenaustausch zwischen zwei Geräten, wie in diesem konkreten Fall dem Handy des Kunden und dem Bezahlterminal des Händlers. Die meisten aktuellen Smartphones mit Android- oder iOS-Betriebssystem sind mit einem NFC-Chip ausgestattet. Wer sich unsicher ist, ob sein Gerät NFC unterstützt, kann das über die Einstellungen kontrollieren. Hier sollte im Bereich drahtlose Datenübertragung der Menüpunkt "NFC" vorhanden sein. Über diesen lässt sich der Chip bei Bedarf aktivieren bzw. deaktivieren. Wenn das Smartphone NFC unterstützt, ist eine wichtige Voraussetzung für mobiles Bezahlen erfüllt. Darüber hinaus benötigen Nutzer aber noch eine App von einem Zahlungsdienstleister.

Welche Anbieter bieten Apps für mobiles Payment?

Zu den bekanntesten Anbietern für die mobile Zahlungsabwicklung zählen Google Pay (Android) und Apple Pay (iOS). Beide bieten Nutzern eine kostenlose, über Google Play oder den Apple App-Store erhältliche Wallet-App an, in der sie verschiedene Zahlungsmittel hinterlegen können. Möglich sind je nach Anbieter die Karten verschiedener Banken, Paypal-Konten oder Kreditkarten von Unternehmen wie American Express, Visa oder Mastercard. Nach Überprüfung legt die Wallet-App eine virtuelle Kopie des Zahlungsmittels an und ermöglicht so das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone.

Neben Google Pay und Apple Pay bieten die Sparkasse und Volksbank jeweils eigene Lösung zum mobilen Bezahlen an. So bietet die Sparkasse ihren Kunden die kostenlose Wallet-App "Mobiles Bezahlen" an. Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken können die VR-Banking-App nutzen, um ihre Debit- und Kreditkarten auf dem Smartphone zu verwalten und damit kontaktlos einzukaufen. Darüber hinaus bieten auch die Deutsche Bank, Online-Banken wie N26 und Privatbanken wie comdirect oder die Commerzbank bieten ihren Kunden ebenfalls eigene App-Lösungen für mobiles Payment an. Welcher Anbieter am besten geeignet ist, ist von den persönlichen Vorlieben abhängig, bei welchem Institut man Kunde ist und welches Betriebssystem man nutzt.

Samsung PaySeit Oktober 2020 bietet auch Samsung einen eigenen Bezahldienst an. © Samsung Electronics
Google PayGoogle Pay gehört mit seinem Deutschland-Start 2018 zu den Urgesteinen. © Google
Apple PayApple Pay isst seit Dezember 2020 auch über die Sparkassen-Girocard nutzbar. © Apple

Wo ist die Bezahlung per Smartphone möglich?

Immer mehr Händler ermöglichen es Kunden, ihre Einkäufe bequem mit dem Smartphone zu bezahlen. Voraussetzung ist, dass die Kasse die kontaktlose Bezahlung via NFC unterstützt. Bei den meisten Ladenlokalen und Restaurants, die sonst auch Zahlungen durch einfaches Auflegen der Bank- oder Kreditkarte unterstützen, ist das heute der Fall. Zu erkennen sind diese Geschäfte an dem NFC-Wellensymbol und/oder einem Apple Pay-, Google Pay- und/oder Paypal-Aufkleber an der Eingangstür oder der Kasse.

Gibt es auch Möglichkeiten, ohne NFC mit dem Handy zu bezahlen?

Ja, einige Lebensmittelketten bieten zum Beispiel eigene Apps ein, die wie eine mobile Geldbörse funktionieren. Um im Markt für Einkäufe bezahlen zu können, ist zunächst eine Registrierung nötig. Dabei ist es erforderlich, das Kundenkonto mit einem Bankkonto oder einem externen Zahlungsdienstleister wie PayPal zu verbinden. Ist das erfolgreich erledigt, erscheint beim Bezahlen an der Kasse je nach Anbieter entweder eine PIN oder ein QR-Code auf dem Smartphone-Display. Durch Eingeben oder Einscannen durch den Kassierer wird der Zahlungsvorgang autorisiert. Märkte, die diese Form von Wallet-Apps anbieten, sind unter anderem Edeka und Netto. Die Mitbewerber Aldi und Lidl setzen hingegen ausschließlich auf die kontaktlose Zahlung via NFC.

Wie sicher ist mobiles Bezahlen via NFC eigentlich?

Das Bezahlen mit dem Smartphone gilt als sehr sicheres Verfahren. Vor allem, weil zum Auslösen eines Zahlungsvorgangs mittels NFC eine direkte räumliche Nähe zwischen dem Handy und dem Zahlungsterminal erforderlich ist. Konkret dürfen nur wenige Zentimeter zwischen den beiden Geräten liegen, um eine Kommunikation zu ermöglichen. Diese läuft verschlüsselt und ohne den Austausch von Konto- oder Kartennummern ab. Stattdessen sendet das Smartphone nur einen Token an das Zahlungsterminal, der bei der Bank der Nummer des Kontos zugeordnet ist. So können während des Zahlungsvorgangs keine sensiblen Daten durch Dritte abgegriffen werden.

Für zusätzliche Sicherheit sorgt die PIN-Eingabe. Je nach App ist diese grundsätzlich bei jedem Zahlungsvorgang oder aber nur bei Beträgen ab 25 oder 50 Euro erforderlich. In den Einstellungen der Payment-App lässt sich dies meist individuell einstellen. Geht das Handy verloren oder wird es gestohlen, ist es wichtig, die zur Zahlung mit dem Gerät verbundenen Karten oder Konten über den Sperrnotruf (116 116) sperren zu lassen. Denn die Haftung liegt wie bei normalen EC- und Kreditkarten beim Kunden.

Unter dem Strich halten viele Sicherheitsexperten das Bezahlen mit dem Smartphone für sicherer als die Zahlung mit klassischen Karten. Wichtig ist dafür aber, das Gerät nicht an Fremde zu übergeben und Updates von Apps und Betriebssystemen sofort nach deren Erscheinen zu installieren.

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