Internetstandards

LTE, DSL und Kabelinternet im Vergleich

Wer nicht nur Mails abrufen oder Messages auf Facebook posten möchte, der braucht heutzutage oft Datenraten ab sechs Mbit/s aufwärts. Die bekommt man über Zugänge wie DSL, Kabel oder Mobilfunk, sprich LTE. Doch worin unterscheiden sich die jeweiligen Standards und für wen ist welcher Zugang am besten geeignet?

29.01.2020, 09:54 Uhr
LAN-Verbindung© Heiko Barth / Fotolia.com

Der Hauptunterschied zwischen Kabelinternet, DSL und LTE besteht neben den potenziellen Geschwindigkeiten vor allem in der technischen Umsetzung, der Art des Zugangs und natürlich auch dem Preis, der als Grundgebühr für den jeweiligen Zugang fällig wird.

Kabelinternet: Hohe Datenraten zum kleinen Preis

Kabelinternet wird über das Glasfasernetz realisiert, daher sind in diesem Bereich derzeit erheblich höhere Bandbreiten möglich als mit einem DSL-Anschluss. Im Spitzenbereich lassen sich mit Kabelinternet Datenübertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s im Download erreichen. Diese hohen Datenraten sind aber noch nicht überall verfügbar. Bestimmte Faktoren wie alte Leitungen im eigenen Haus können die Geschwindigkeit des Kabelinternets aber auch noch mal nach unten beeinflussen.

Spezieller Kabelrouter und neue Antennendose notwendig

Da Kabelinternet über das Fernsehkabel läuft, braucht man allerdings eine moderne Antennendose mit vier Anschlussbuchsen - eine sogenannte Multimedia-Kabeldose. Diese muss bei vielen Kunden durch einen Techniker erst mal neu angebracht werden. Auch ein spezielles Kabelmodem bzw. WLAN-Kabelrouter mit integriertem Modem ist notwendig, die Hardware wird in der Regel aber von den Anbietern gestellt.

Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit zwei große Kabelanbieter: Vodafone Kabel Deutschland und PŸUR, diese teilen sich die Kunden regional auf. Vodafone ist bundesweit in allen 16 Bundesländern vertreten. Daneben bieten auch noch einige kleinere Unternehmen Kabelinternet an, diese Angebote sind allerdings meistens lokal begrenzt.

DSL: der schnelle Klassiker fürs Internet

Im Gegensatz zum Kabelinternet kommt DSL über die Telefonleitung - also eine Kupferleitung - ins Haus. Es gibt verschiedene Varianten von DSL: ADSL, SDSL und VDSL. Die Übertragungsraten von DSL liegen zwischen einem und 250 Mbit/s, wobei sich die höchsten Bandbreiten mit einem VDSL-Anschluss und der Turbo-Technik Super-Vectoring erzielen lassen.

Seitdem im Jahr 2004 das Telekom-Monopol für die Vermarktung von DSL gekippt wurde, gibt es in diesem Bereich zahlreiche Anbieter und damit eine weitaus größere Auswahl an Tarifen als im Bereich des Kabelinternets. Auch wenn DSL über die Telefonleitungen realisiert wird, gibt es immer noch einige Regionen in Deutschland, in denen diese Art des Internetzugangs nicht oder nur mit geringen Bandbreiten verfügbar ist. Das liegt daran, dass immer noch einige Telefonleitungen für die Datenübertragung ungeeignet sind bzw. die Strecke zur nächsten Vermittlungsstelle zu lang ist.

LTE: Was kann der neue Mobilfunkstandard wirklich?

Wer kein DSL bekommen kann, hat auch die Möglichkeit, schnelles Internet über das Mobilfunknetz zu beziehen. LTE (Long Term Evolution) ist mittlerweile ein weit verbreiteter Mobilfunkstandard, über den höhere Internet-Geschwindigkeiten erreicht werden können als über die UMTS-Erweiterung HSDPA. Möglich sind Datenraten von 500 Mbit/s bis zu 1 Gbit/s. Mit dem neuen Standard 5G werden mobile Verbindungen noch schneller und leistungsfähiger. Zuerst einmal wurde LTE in den ländlichen Gebieten ausgebaut. Das lag an der Auflage, vorrangig die Gebiete mit LTE zu versorgen, die kein schnelles Internet haben. Mittlerweile hat man in den Städten und Ballungsgebieten beste Chancen, das Netz zumindest eines LTE-Anbieters zu empfangen.

LTE für unterwegs und zu Hause

Derzeit wird der Mobilfunkstandard hauptsächlich mobil genutzt. Für den stationären Zugang wird ein spezieller Router benötigt. Tarife für LTE sind erschwinglich und in allen Preisklassen erhältlich. Allerdings wird die Surfgeschwindigkeit, wie bei allen Tarifen für mobiles Internet, nach dem Erreichen eines bestimmten Datenvolumens im Monat auf UMTS-Geschwindigkeit gedrosselt.

LTE, Kabelinternet oder DSL: Für wen sich welcher Standard eignet

Kunden, die auf hohe Datenübertragungsraten zu einem günstigen Preis Wert legen, sollten sich, sofern diese verfügbar sind, ruhig einmal die Tarife der Kabelanbieter ansehen. Auch mit den Tarifen der DSL-Anbieter sind Verbraucher in der Regel gut beraten. Hier sollte man sich allerdings genau überlegen, ob man die ganz hohen Datenübertragungsraten, die meistens teurer sind, wirklich braucht. Wer weder Kabelinternet noch DSL bekommen kann, trotzdem aber dringend schnelles Internet benötigt, sollte sich über die LTE-Verfügbarkeit vor Ort informieren. Gerade wenn keine andere Möglichkeit besteht, mit hohen Bandbreiten ins Internet zu gehen, kann ein LTE-Tarif eine Alternative darstellen.

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