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Immobilienkauf mit Makler: Worauf sollte man achten?

Beim Immobilienkauf kann einem ein Makler sehr viel Arbeit abnehmen und einen vor einem Fehlkauf bewahren. Viele schrecken vor den Kosten zurück, die durch einen Immobilienmakler entstehen können. Worauf sollte man achten und welche Fragen sollte man unbedingt stellen?

14.02.2020, 16:55 Uhr
HauskaufBisher ist die Höhe der Maklerprovision beim Immobilienkauf noch nicht im Gesetz festgeschrieben.© psdesign1 / Fotolia.com

Eine neue Arbeitsstelle, Zusammenziehen mit dem Partner oder ein Häuschen im Grünen für die ganze Familie – fürs Umziehen gibt es jede Menge Gründe. Laut dem Portal Statista wechselt pro Jahr etwa jeder zehnte deutsche Bundesbürger seine Behausung, also insgesamt acht Millionen Menschen. Hierzu wird meist die Suche im Internet genutzt, um entsprechende Angebote zu finden. Wer dazu selbst keine Zeit oder Nerven hat, rekrutiert einen Immobilienmakler. Und davon gibt es jede Menge, sodass die von Immobilienmaklern verkauften oder vermieteten Objekte je nach Standort einen Anteil von bis zu 50 Prozent am Markt ausmachen können. Welche Kosten bei der Immobiliensuche mit einem Makler enstehen und wie man einen guten Makler findet, erklären wir im Folgenden.

Vorteile eines Immobilienkaufs mit Makler

Ein Immobilienmakler kann den Wert eines Objektes zumindest näherungsweise einschätzen und bringt Erfahrung und Fachverständnis für die aktuelle Marktsituation mit. Im besten Fall verfügt er über ein umfassendes Netzwerk, sodass er viele Immobilien kennt, die gar nicht erst im Internet inseriert werden. Für einen Kaufinteressenten bietet ein Immobilienkauf mit Makler den Vorteil, dass sich dieser entsprechend der Kundenwünsche um die passenden Immobilien kümmert, beim Abwickeln wichtiger Termine hilft und oft auch für besonders kurze Vermarktungszeiten sorgt, sodass der Käufer möglichst bald erhält, wonach er sucht.

Immobilienkauf mit Makler – wie findet man den richtigen?

Der Markt ist groß, und natürlich gibt es auch unter den Immobilienmaklern schwarze Schafe. Eine erste Anlaufstelle sind Freunde und Nachbarn: Kennt im Bekanntenkreis vielleicht schon jemand einen kompetenten Vermittler? Wie also erkennt man einen guten Makler?

Ein guter Makler sollte:

  • eine Ausbildung im Immobilien-, Bau- oder Bankbereich haben
  • Referenzen vorweisen können
  • eine Einschätzung der Immobilie abgeben und diese Bewertung auch begründen können
  • die Organisation von Besichtigungsterminen übernehmen
  • alle für den Kauf relevanten Unterlagen sowie ein aussagefähiges und bebildertes Exposé für den Käufer bereithalten
  • zwischen Käufer und Verkäufer vermitteln und für beide Seiten eine gute Lösung finden können
  • Informationen zu vertraglichen Angelegenheiten geben können
  • die Ausarbeitung des Kaufvertrags gemeinsam mit dem Notariat erledigen
  • bei der Beurkundung mit anwesend sein
  • eine reibungslose Objektübergabe inklusive Erfassung der Zählerstände durchführen und sich auf Wunsch auch um die weitere Betreuung der Immobilie kümmern

Wenn ein Makler all diese Anforderungen erfüllt, dann hat er während des Prozesses des Immobilienkaufs mit Sicherheit jede Menge Arbeit gehabt und sich sein Geld auch redlich verdient. Es ist übrigens auch völlig legitim, einen Immobilienmakler um Referenzen zu bitten und nach der Vorgehensweise bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie zu fragen.

Welche Provision ist beim Immobilienkauf mit Makler angebracht?

Bei einem Kauf oder Verkauf ist die Höhe der Maklerprovision zwischen Makler und Käufer bzw. Verkäufer frei vereinbar. Auch wer letztendlich den Makler bezahlt, ist nicht festgelegt. Es sind mehrere Varianten möglich: Entrichten die Verkäufer eine Provision, nennt man das eine Innenprovision bzw. Verkäufercoutage. Umgekehrt zahlt bei der Außerprovison der Käufer die Maklercourtage. Möglich ist es auch, dass sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision teilen (Mischprovision). Laut einem Gesetzentwurf von 2019 könnte das bald Vorschrift werden.

Auch wenn eine maximale Provisionshöhe nicht durch den Gesetzgeber vorgeschrieben ist, haben sich in der Praxis ortsübliche Provisionen bewährt, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden – zum Beispiel in Baden-Württemberg oder Berlin sind es circa 7,15 Prozent, in Bremen dagegen 5,95 Prozent (Quelle: Immoverkauf24).

So oder so kann man versuchen, über die Höhe der Maklercourtage mit dem Immobilienmakler zu verhandeln. Hier gilt: Je geringer die Nachfrage, desto höher ist somit die Chance, einen Gebührennachlass zu erhalten. Ebenso sind Makler oft bei sehr hohen Kaufpreisen bereit, ihre Provision zu verringern.

Welche zentralen Fragen sind beim Immobilienkauf mit Makler zu stellen?

Folgende Fragen sollten vor einem Immobilienkauf unbedingt geklärt werden:

  • Ist der Preis des Objektes marktgerecht?
  • Wie ist der aktuelle Zustand der Immobilie? Müssen Sanierungen vorgenommen werden und wann erfolgte die letzte?
  • Ist es möglich, über eine Preisminderung zu verhandeln? (Vergleichsangebote, notwendige Reparaturen bzw. Renovierungsarbeiten?)
  • Mit welcher Höhe muss bei den Betriebskosten gerechnet werden?
  • Wann ist der voraussichtliche Übernahme-/Bezugstermin?
  • Bei einer Wohnung: Entspricht die Teilungserklärung den Wünschen und Vorstellungen?
  • Liegen Informationen für die evtl. mit zu erwerbenden Einrichtungsgegenstände vor? (beispielsweise Küchenzeile)
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