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Handynummer beim Anbieterwechsel mitnehmen - so geht's

Angst vor einer neuen Handynummer und deshalb wird seit Jahren zu viel beim alten Smartphonevertrag gezahlt? Das muss ganz und gar nicht sein, denn in der Regel kann man seine Rufnummer mitnehmen.

27.04.2020, 12:33 Uhr
TelefonierenSeine Handynummer kann man grundsätzlich mitnehmen, um wie gewohnt erreichbar zu sein.© Suprijono Suharjoto / Fotolia.com
p>Viele Handynutzer wollen bei einem Anbieterwechsel keine neue Rufnummer haben, sondern die alte mitnehmen. Das ist in der Regel auch kein Problem, denn die Möglichkeit besteht schon seit 2002. Und es gibt sogar noch eine gute Nachricht, denn die Bundesnetzagentur sagt jedem Kunden zu, dass ein lebenslanges Nutzungsrecht auf die Nummer besteht. Es spielt auch keine Rolle, ob es sich um einen Vertrag oder um eine Prepaid-Karte handelt.

Grundsätzlich ist es also kein Problem, dass die Rufnummer bei einem Anbieterwechsel mitgenommen wird. Ausnahmen bestätigen aber bekanntlich die Regel, sodass es Sonderfälle gibt.

Wie läuft so die Mitnahme der Rufnummer ab?

Eine Portierung beginnt damit, dass beim neuen Anbieter ein entsprechendes Formular ausgefüllt wird (in diesem beantragt man die Mitnahme). Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte auch der alte Provider bei der Kündigung darüber informiert werden. Geht es um einen Prepaid-Tarif, dann kommt in der Regel noch eine Verzichtserklärung dazu.

Das war es im Großen und Ganzen auch schon, denn den Rest übernimmt der neue Anbieter. Sobald die Umstellung erfolgreich war, trifft eine SMS ein. Im Rahmen der Portierung kann es unter Umständen zu einer kurzen Empfangsunterbrechung kommen.

Tipp: Bei manchen Providern kann auch über die Webseite eine Portierung beantragt werden. Manchmal wird diese sogar schon während der Bestellung eines Tarifs angeboten. So funktioniert das auch bei einem Wechsel über unseren Tarifrechner.

Auf die Angaben bei den Formularen achten

Damit die Rufnummernmitnahme keine unvorhersehbaren Probleme verursacht, sollten die Personenangaben bei den neuen Anträgen mit denen identisch sein, die beim Vertragsabschluss beim alten Anbieter gemacht wurden. Das bezieht sich unter anderem auf Abkürzungen, auf den Eintrag eines zweiten Vornamens und auf die Schreibweise vom Namen.

Wie viel kostet eine Portierung der Handynummer?

Eine Rufnummernmitnahme bedeutet immer einen höheren Verwaltungsaufwand. Das heißt, dass die Angelegenheit Geld kosten kann. Früher durften bis zu 30,72 Euro verrechnet werden, seit April 2020 liegt die Grenze bei deutlich erträglicheren 6,82 Euro. Das neue Limit wurde von der Bundesnetzagentur festgelegt.

Einige Anbieter werben allerdings mit einer kostenlosen Portierung, typisch sind aber auch Boni. Rein rechnerisch ist auch in diesem Fall die Mitnahme kostenlos.

Kann die Rufnummer auch während der Vertragslaufzeit mitgenommen werden?

Wenn der bestehende Handyvertrag noch länger läuft, kann man trotzdem eine Rufnummernportierung beantragen. Allerdings bedeutet das nicht, dass der bisherige Vertrag nach der Rufnummernmitnahme endet. Bis zum Ende der Vertragslaufzeit muss dennoch weiter die Grundgebühr an den alten Anbieter gezahlt werden.

Ist eine nachträgliche Mitnahme der Rufnummer möglich?

Ja, allerdings gibt es dafür keinen geregelten Zeitraum. Die meisten Anbieter arbeiten mit 30 Tagen ab Vertragsende, nicht selten stehen aber auch 90 Tage im Raum (Kulanz).

Der Knackpunkt ist allerdings, dass der Antrag dafür spätestens bei Vertragsende beim Provider vorliegen muss. Das hat damit zu tun, weil die Nummer ansonsten neu vergeben wird.

Wichtig: Die Daten von der alten SIM-Karte sichern

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die Daten auf der alten SIM-Karte (vor allem Telefonnummern und Textnachrichten) vor der Mitnahme gesichert werden müssen. Im Zuge der Portierung ändern sich zwar die Ruf- und Mailboxnummer nicht, man bekommt aber eine neue SIM-Karte. Diese ist leer und muss bei Bedarf erst mit den Daten der alten SIM bespielt werden.

Tipp: Um sich erst gar nicht darum kümmern zu müssen, sollten die Rufnummern von Haus aus im Handy und nicht auf der Karte abgelegt werden. Auch ein zusätzliches Backup (zum Beispiel in der Cloud oder auf der Speicherkarte) ist kein Fehler.

In diesen Fällen kann es bei der Rufnummermitnahme zu Problemen kommen

Einer dieser Sonderfälle ist, dass Nummern innerhalb eines gleichen Konzerns zum Teil nicht portiert werden. Das kommt sehr oft bei Discount-Mobilfunkern vor, denn man schließt den Vertrag nicht mit ihm, sondern direkt mit dem Netzbetreiber ab. Ist man allerdings zuvor schon Kunde bei diesem gewesen, dann kann unter Umständen die Mitnahme verweigert werden. Ähnliche Probleme kann es geben, wenn ein Wechsel innerhalb einer Unternehmensgruppe in Betracht gezogen wird. Also sprich der Umzug von und zu einer anderen Tochter-Marke.

Die Verweigerung ist in all diesen Fällen allerdings nicht in Stein gemeißelt. Das heißt, einige Provider lassen sich auf individuelle Lösungen ein, sodass eine Portierung im Endeffekt doch möglich ist. Andere wiederum genehmigen diese gar nicht.

Wer sich unsicher ist, der sollte vor dem Anbieterwechsel beim neuen Provider nachfragen, ob es Probleme bei der Portierung geben kann.

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