Gebäudesanierung

Mit Förderprogrammen zum sparsamen Haus

Der Bund stellt mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr für Gebäudesanierungsprogramme bereit. Hausbesitzer können so finanzielle Hilfe für die energetische Sanierung bekommen. Was man machen kann, was sinnvoll ist und wofür es Geld gibt, lesen Sie hier.

Heizung© emmi / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland fällt auf den Gebäudebereich. Bei etwa 30 Prozent liegt der Anteil der Gebäude am gesamten CO2-Ausstoß. Eine energetische Sanierung hilft nicht nur, das Haus umweltfreundlicher zu machen, sondern lohnt auf lange Sicht auch finanziell und erhöht den Wohnkomfort.

Für wen lohnt sich die Sanierung?

Je älter ein Haus ist, desto höher ist in der Regel der Energiebedarf und entsprechend das Sparpotenzial. Wer genau wissen will, ob sich eine Gebäudesanierung lohnt, sollte sich individuelle Beratung holen. Hier helfen etwa die Verbraucherzentralen zu erschwinglichen Preisen. Weitergehende Gutachten von Sachverständigen kosten oft gut 1.000 Euro, sie werden aber vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 60 Prozent gefördert. Von ursprünglich 1.000 Euro bleiben also noch 400 übrig – wesentlich bezahlbarer. Hat man ein altes Haus und plant größere Sanierungsmaßnahmen, sollte man sich hüten, an der Beratung zu sparen, denn diese verschafft nicht nur einen guten Überblick über nötige Eingriffe, sondern hilft oft auch im Hinblick auf die mögliche Förderung weiter.

Was sind bei der Gebäudesanierung sinnvolle Maßnahmen?

Durch eine bessere Dämmung von Fassaden und Geschossdecken kann der Energieverlust über Außenwände oder Dach gesenkt werden. Modernere Fenster wiederum geben weniger Wärme durch die Scheiben ab und senken den Energieverbrauch.

Ein Wort der Warnung an dieser Stelle: Wer in einem denkmalgeschützten Gebäude lebt, der sollte sich gut informieren, welche Umbaumaßnahmen überhaupt erlaubt sind!

Was kann bei der Heizung gemacht werden?

Hier liegt neben der besseren Dämmung der zweite Schlüssel zum Senken des Energieverbrauchs. Moderne Heizkessel heizen zwar häufig weiter mit Öl oder Gas, sie benötigen aber deutlich weniger Brennstoff als alte Kessel. Selbst wenn man die alte Heizung erst einmal behält, lassen sich durch korrektes Einstellen der Anlage noch einige Euro sparen. Eine Alternative können mit Holz oder Holzpellets befeuerte Heizungen sein. Die Heizkessel werden oft auch mit erneuerbaren Energien kombiniert, etwa mit Erdwärme oder Solarwärme für Warmwasser. Zudem können Heizungsrohre besser gedämmt werden und senken Flach-Heizkörper den Verbrauch. Weiterhin lohnt es sich, in zeitgesteuerte Thermostate an den Heizreglern zu investieren, um nicht zu heizen, wenn man es gerade nicht braucht oder gar nicht zu Hause ist.

Welche Förderungen gibt es?

Die beiden größten Geldgeber bei der Altbausanierung sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Dabei kann man sich grob merken, dass man von der KfW Kredite mit sehr günstigen Konditionen bekommt und das BAFA lieber Bargeld verteilt.

Ein Beispiel: Ihr Haus ist gut gedämmt, aber die Ölheizung im Keller hat schon bessere Tage gesehen. Wenn sie diese durch einen modernen Gaskessel ersetzen, können Sie bei der KfW eine Einzelförderung beantragen, die in Form eines Investitionszuschusses daherkommt. Dabei kann sich ordentlich Geld ansammeln: Die Förderobergrenze liegt bei insgesamt 30.000 Euro je Wohnung für alle Maßnahmen.

Nun würden Sie aber gerne noch Heizmaterial sparen und Ihr Wasser mit einer Solaranlage auf dem Dach erhitzen. Kein Problem, denn hier springt das BAFA in die Bresche und gibt einen Zuschuss. Andere vom BAFA geförderte Maßnahmen sind beispielsweise Holzpelletheizungen oder Wärmepumpen. Das Schöne bei der BAFA-Förderung: Sie lässt sich bis zu neun Monate nach Abschluss des Umbaus noch beantragen.

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Förderungen ist, wer sie beantragen darf. Während man beim BAFA einfach selbst anfragt, muss bei der KfW noch vor Baubeginn ein Gutachten von einem zugelassenen Energieberater erstellt werden, der auch den Förderantrag stellt. Wie oben schon einmal erwähnt, lassen sich Beratung und Gutachten wiederum vom BAFA bezuschussen.

Das Komplettpaket: Ein KfW-Effizienzhaus

Will man das eigene Haus komplett auf den neusten Stand bringen, empfiehlt es sich, einen Blick auf die Kreditangebote der KfW zu werfen. Diese definiert den Begriff des Effizienzhauses, um unterschiedliche Gebäude überhaupt erst einmal vergleichbar zu machen. Dabei wird das KfW-Effizienzhaus am aktuellen Durchschnitt in Deutschland gemessen, eine Effizienz von 100 wäre demnach genau der Durchschnitt. Ist das eigene Haus besser (z.B. Effizienzhaus 40, was aktuell die beste Kategorie ist), heißt das, dass man prozentuell weniger Energieverbrauch und Wärmeverlust hat.

Ist man im Besitz eines Altbaus, hat man dabei einen entscheidenden Vorteil: Die Anforderungen sind deutlich niedriger als bei Neubauten. Wo ein Neubau für die Förderung mindestens ein KfW-Effizienzhaus 55 sein muss, werden Altbausanierungen schon ab Effizienz 115 (sprich: schlechter als der Durchschnitt) gefördert und es gibt sogar ein Sonderprogramm für denkmalgeschützte Gebäude.

Was bekomme ich bei dieser Förderung?

Die KfW gewährt bei kompletten Altbausanierungen im Normalfall einen Kredit von bis zu 100.000 Euro, bei 0,75 Prozent effektivem Jahreszins. Der eigentliche Clou ist aber der Tilgungszuschuss: Im besten Fall (Effizienz 55 für Sanierungen) muss man 27,5 Prozent des Kredites nicht zurückzahlen – man bekommt also bis zu 27.500 Euro geschenkt. Wie schon bei der KfW-Einzelförderung gilt hier, dass ein zugelassener Energieberater den Papierkram übernehmen muss. Unterm Strich ist das aber sinnvoll, denn eine Komplettsanierung ist ein komplexes Projekt, das mit dem nötigen Fachwissen deutlich reibungsloser über die Bühne geht.

Gibt es auch steuerliche Vergünstigungen?

Findet in den eigenen vier Wänden nun ein großer Umbau statt, hat man mehrere Möglichkeiten, das Ganze von der Steuer abzusetzen. Am einfachsten ist erst einmal, sich einen Teil der Handwerkerkosten wiederzuholen. Dabei bekommt man zwanzig Prozent der reinen Arbeitskosten (ohne Baumaterial) wieder, mit einer Obergrenze von immerhin 1.200 Euro. Der Haken: Das lässt sich nicht mit einer KfW-Förderung kombinieren. Man sollte also vorher gut durchrechnen, welche der beiden Varianten finanziell lohnender ist.

Manchmal passiert es aber auch, dass man umbauen muss. "Außerordentliche Belastung" nennt sich das im Rechtsjargon und ein klassischen Beispiel ist heftiger Schimmel oder andere Gesundheitsgefahren, wo denen man erst nach Erwerb des Hauses erfahren hat. Aber auch der Einzug der pflegebedürftigen Großeltern kann Umbauten wie ebenerdige Duschen oder Treppenlifte nötig machen. In solchen Fällen kann man noch einmal höhere Beträge von der Steuer absetzen.

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