Gebäudesanierung

Mit Förderprogrammen zum sparsamen Haus

Der Bund stellt Millionen Euro pro Jahr für Gebäudesanierungsprogramme bereit. Hausbesitzer können so finanzielle Hilfe für die energetische Sanierung bekommen. Was man machen kann, was sinnvoll ist und wofür es Geld gibt, lesen Sie hier.

16.02.2021, 10:17 Uhr
Heizung© emmi / Fotolia.com

Rund 35 Prozent der Energie in Deutschland wird im Gebäudesektor verbraucht, zeigen Daten der Deutschen Energie-Agentur. Der Mammutanteil davon entfällt auch Wohngebäude: Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser machen zusammen rund 63 Prozent aus. Damit wird auch direkt klar, wie viel Potenzial zum Energiesparen hier schlummert.

Mit einer energieeffizienten Sanierung senkt man aber nicht nur die eigenen Energiekosten: Wegen des hohen Energieverbrauchs in Gebäuden sind auch die Einsparmöglichkeiten beim CO2 erheblich und genau das ist das Ziel der Bundesregierung, weshalb Modernisierungen, die den Energieverbrauch in Gebäuden senken, gefördert werden.

Für wen lohnt sich die Sanierung?

Die Beantwortung der Frage ist einfach: Wer in einem alten Haus wohnt, in dem die Fenster nicht richtig dicht, die Dämmung veraltet und die Gasheizung über 20 Jahre alt ist, gibt sehr viel mehr Geld für das Heizen aus. Wie die dena berechnet hat, kann man den Energieverbrauch mit entsprechenden Maßnahmen und 80 Prozent senken. In einem Beispiel mit einem 1950 erbauten Haus, das 2005 auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses 55 umgebaut wurde, ergaben sich beim Heizen nach 10 Jahren Einsparungen von 25.000 Euro - nach 20 Jahren würden sich die Investitionen für die Dämmung der Außenwände, Keller und Dachräume, neue Fenster, eine moderne Heizungs- und Lüftungsanlage und die Solarthemieanlage bezahlt machen. Mehr zum Effizienzhaus und den Fördermöglichkeiten durch die KfW-Bank erfahren Sie weiter unten im Text.

Kleine Maßnahmen: Was kann bei der Heizung gemacht werden?

Vorhergehendes Beispiel ist natürlich beinahe eine Komplettsanierung. Hausbesitzer können es auch langsamer angehen und auch mit kleineren Maßnahmen eine große Wirkung erzielen. Moderne Heizkessel etwa arbeiten sehr viel effizienter als alte Heizungen. Auch mit dem Umstieg auf eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe sind erhebliche Einsparungen möglich, genau so wie über die Nutzung intelligenter Thermostate und Smart Meter. Auch für kleinere Maßnahmen können Förderungen beantragt werden.

Welche Förderungen gibt es?

Die beiden größten Geldgeber bei der Altbausanierung sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Dabei kann man sich grob merken, dass man von der KfW Kredite mit sehr günstigen Konditionen bekommt und das BAFA lieber Bargeld verteilt.

Ein Beispiel: Ihr Haus ist gut gedämmt, aber die Ölheizung im Keller hat schon bessere Tage gesehen. Wenn sie diese durch einen modernen Gaskessel samt Solarthermieanlage oder durch eine Wärmepumpe ersetzen, können Sie beim BAFA eine Einzelförderung beantragen, die in Form eines Investitionszuschusses daherkommt. Dabei kann sich ordentlich Geld ansammeln: Die Förderobergrenze liegt bei insgesamt 60.000 Euro je Wohnung für alle Maßnahmen.

Über das BAFA können noch für weitere Einzelmaßnahmen Förderungen beantragt werden. Unterstützt werden beispielsweise Prüfungen bestehender Heizanlagen und der Austausch von Umwälzpumpen. Die KfW-Bank empfiehlt vor einer energetischen Sanierung einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Beratung und Gutachten lassen sich wiederum vom BAFA bezuschussen.

Das Komplettpaket: Ein KfW-Effizienzhaus

Will man das eigene Haus komplett auf den neusten Stand bringen oder ein neues Haus bauen, empfiehlt es sich ebenfalls, einen Blick auf die Kreditangebote der KfW zu werfen. Diese definiert den Begriff des Effizienzhauses, um unterschiedliche Gebäude überhaupt erst einmal vergleichbar zu machen. Dabei wird das KfW-Effizienzhaus am aktuellen Durchschnitt in Deutschland gemessen, eine Effizienz von 100 wäre demnach genau der Durchschnitt. Ist das eigene Haus besser (z.B. Effizienzhaus 40, was aktuell die beste Kategorie ist), heißt das, dass man prozentuell weniger Energieverbrauch und Wärmeverlust hat.

Ist man im Besitz einer Immobilie, hat man dabei einen entscheidenden Vorteil: Die Anforderungen sind deutlich niedriger als bei Neubauten. Wo ein Neubau für die Förderung mindestens ein KfW-Effizienzhaus 55 sein muss, werden Sanierungen schon ab Effizienz 100 (sprich: schlechter als der Durchschnitt) gefördert und es gibt sogar ein Sonderprogramm für denkmalgeschützte Gebäude. Voraussetzung bei der energieeffizienten Sanierung ist aber, dass ein Energieexperte hinzugezogen wird. Für letzteres kann aber auch ein Zuschuss beantragt werden. Bei einem Neubau kann optional eine Energieberatung in Anspruch genommen und ebenfalls die Förderung beantragt werden.

Was bekomme ich bei dieser Förderung?

Die KfW gewährt Kredite mit niedrigen Zinsen und ein Teil der Sanierungskosten werden erlassen. Bei einer Sanierung auf den Effizienzhaus-Standard 50 gibt es 40 Prozent an Zuschuss. Insgesamt gilt: Je ambitionierter das Thema Energieeffizienz angegangen wird, desto höher ist die Förderung. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude gibt es zum Juli 2021 sogar zwei neue Standards, mit denen ein zusätzlicher Zuschuss von bis zu 5 Prozent winkt. Dabei handelt es sich um die Klassen NH und EE. Die EE-Klasse wird erreicht, wenn das Gebäude seinen Energiebedarf zu 55 Prozent aus erneuerbaren Energien deckt.

Gibt es auch steuerliche Vergünstigungen?

Seit Januar 2020 können diejenigen, die ohne Förderung eine Sanierung durchgeführt haben, die neue Heizung usw. von der Steuer absetzen. Mit dem sogenannten Steuerbonus sind Ermäßigungen bis zu 40.000 Euro möglich.

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