Gebäudesanierung

Mit Förderprogrammen zum sparsamen Haus

Der Bund stellt Millionen Euro pro Jahr für Gebäudesanierungsprogramme bereit. Hausbesitzer können so finanzielle Hilfe für die energetische Sanierung bekommen. Was man machen kann, was sinnvoll ist und wofür es Geld gibt, lesen Sie hier.

Heizung© emmi / Fotolia.com

Etwa ein Viertel der Energie in Deutschland wird im Gebäudesektor verbraucht, zeigt der Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur 2018. Zweidrittel des Wärmeverbrauchs in Wohngebäuden geht demnach auf das Konto der Bestandsgebäude, die vor 1979 errichtet wurden. Hier besteht folglich jede Menge Luft nach oben. Mit einer energieeffizienten Sanierung senkt man nicht nur die eigenen Energiekosten: Wegen des hohen Energieverbrauchs in Gebäuden sind auch die Einsparmöglichkeiten beim CO2 erheblich.

Für wen lohnt sich die Sanierung?

Die Beantwortung der Frage ist einfach: Wer in einem alten Haus wohnt, in dem die Fenster nicht richtig dicht, die Dämmung veraltet und die Gasheizung über 20 Jahre alt ist, gibt sehr viel mehr Geld für das Heizen aus. Wie die dena berechnet hat, kann man den Energieverbrauch mit entsprechenden Maßnahmen und 80 Prozent senken. In einem Beispiel mit einem 1950 erbauten Haus, das 2005 auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses 55 umgebaut wurde, ergaben sich beim Heizen nach 10 Jahren Einsparungen von 25.000 Euro - nach 20 Jahren würden sich die Investitionen für die Dämmung der Außenwände, Keller und Dachräume, neue Fenster, eine moderne Heizungs- und Lüftungsanlage und die Solarthemieanlage bezahlt machen. Mehr zum Effizienzhaus und den Fördermöglichkeiten durch die KfW-Bank erfahren Sie weiter unten im Text.

Kleine Maßnahmen: Was kann bei der Heizung gemacht werden?

Vorhergehendes Beispiel ist natürlich beinahe eine Komplettsanierung. Hausbesitzer können es auch langsamer angehen und auch mit kleineren Maßnahmen eine große Wirkung erzielen. Moderne Öl- und Heizkessel etwa arbeiten sehr viel effizienter als alte Heizungen. Auch mit dem Umstieg auf eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe sind erhebliche Einsparungen möglich, genau so wie über die Nutzung intelligenter Thermostate und Smart Meter. Auch für kleinere Maßnahmen können Förderungen beantragt werden.

Welche Förderungen gibt es?

Die beiden größten Geldgeber bei der Altbausanierung sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Dabei kann man sich grob merken, dass man von der KfW Kredite mit sehr günstigen Konditionen bekommt und das BAFA lieber Bargeld verteilt.

Ein Beispiel: Ihr Haus ist gut gedämmt, aber die Ölheizung im Keller hat schon bessere Tage gesehen. Wenn sie diese durch einen modernen Gaskessel samt Solarthermieanlage oder durch eine Wärmepumpe ersetzen, können Sie bei der KfW eine Einzelförderung beantragen, die in Form eines Investitionszuschusses daherkommt. Dabei kann sich ordentlich Geld ansammeln: Die Förderobergrenze liegt bei insgesamt 50.000 Euro je Wohnung für alle Maßnahmen.

Weitere Fördermöglichkeiten bietet das BAFA. Unterstützt werden beispielsweise Prüfungen bestehender Heizanlagen und der Austausch von Umwälzpumpen. Die KfW-Bank empfiehlt vor einer energetischen Sanierung einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Beratung und Gutachten lassen sich wiederum vom BAFA bezuschussen.

Das Komplettpaket: Ein KfW-Effizienzhaus

Will man das eigene Haus komplett auf den neusten Stand bringen oder ein neues Haus bauen, empfiehlt es sich ebenfalls, einen Blick auf die Kreditangebote der KfW zu werfen. Diese definiert den Begriff des Effizienzhauses, um unterschiedliche Gebäude überhaupt erst einmal vergleichbar zu machen. Dabei wird das KfW-Effizienzhaus am aktuellen Durchschnitt in Deutschland gemessen, eine Effizienz von 100 wäre demnach genau der Durchschnitt. Ist das eigene Haus besser (z.B. Effizienzhaus 40, was aktuell die beste Kategorie ist), heißt das, dass man prozentuell weniger Energieverbrauch und Wärmeverlust hat.

Ist man im Besitz einer Immobilie, hat man dabei einen entscheidenden Vorteil: Die Anforderungen sind deutlich niedriger als bei Neubauten. Wo ein Neubau für die Förderung mindestens ein KfW-Effizienzhaus 55 sein muss, werden Sanierungen schon ab Effizienz 115 (sprich: schlechter als der Durchschnitt) gefördert und es gibt sogar ein Sonderprogramm für denkmalgeschützte Gebäude. Voraussetzung bei der energieeffizienten Sanierung ist aber, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 01.02.2002 gestellt wurde und ein Energieexperte hinzugezogen wird. Für letzteres kann aber auch ein Zuschuss beantragt werden. Bei einem Neubau kann optional eine Energieberatung in Anspruch genommen und ebenfalls die Förderung beantragt werden.

Was bekomme ich bei dieser Förderung?

Die KfW gewährt bei kompletten Sanierungen im Normalfall einen Kredit von bis zu 100.000 Euro, bei 0,75 Prozent effektivem Jahreszins. Für Einzelmaßnahmen können bis zu 50.000 Euro an Kredit beantragt werden. Der eigentliche Clou ist aber der Tilgungszuschuss: Im besten Fall (Effizienz 55 für Sanierungen) muss man 27,5 Prozent des Kredites nicht zurückzahlen – man bekommt also bis zu 27.500 Euro geschenkt. Bei einem Neubaus sind das übrigens nur 15.000 Euro. Wie schon bei der KfW-Einzelförderung gilt hier, dass ein zugelassener Energieberater den Papierkram übernehmen muss. Unterm Strich ist das aber sinnvoll, denn eine Komplettsanierung ist ein komplexes Projekt, das mit dem nötigen Fachwissen deutlich reibungsloser über die Bühne geht.

Gibt es auch steuerliche Vergünstigungen?

Findet in den eigenen vier Wänden nun ein großer Umbau statt, hat man mehrere Möglichkeiten, das Ganze von der Steuer abzusetzen. Am einfachsten ist erst einmal, sich einen Teil der Handwerkerkosten wiederzuholen. Dabei bekommt man zwanzig Prozent der reinen Arbeitskosten (ohne Baumaterial) wieder, mit einer Obergrenze von immerhin 1.200 Euro. Der Haken: Das lässt sich nicht mit einer KfW-Förderung kombinieren. Man sollte also vorher gut durchrechnen, welche der beiden Varianten finanziell lohnender ist.

Manchmal passiert es aber auch, dass man umbauen muss. "Außerordentliche Belastung" nennt sich das im Rechtsjargon und ein klassischen Beispiel ist heftiger Schimmel oder andere Gesundheitsgefahren, wo denen man erst nach Erwerb des Hauses erfahren hat. Aber auch der Einzug der pflegebedürftigen Großeltern kann Umbauten wie ebenerdige Duschen oder Treppenlifte nötig machen. In solchen Fällen kann man noch einmal höhere Beträge von der Steuer absetzen.

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