Heizen mit Sonnenwärme

Solarthermie-Förderung: Finanzielle Hilfe für den Umstieg

Mit der staatlichen Förderung von Solarthermie-Anlagen wird eine Abkehr von fossilen Energielieferanten hin zu erneuerbaren Energien auch finanziell unterstützt und somit attraktiver gemacht. Die wichtigsten Ansprechpartner sind BAFA und KfW-Bank.

Solarmodul© Ingo Bartussek/ Fotolia.com

Wer sich dafür entscheidet, Solarthermie zu nutzen, kann mit einem Zuschuss oder günstigen Kredit vom Staat rechnen. Die wichtigsten Ansprechpartner hierfür sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Ab Jahresbeginn 2018 gibt es ein neues Verfahren zur Antragstellung beim BAFA. Zuvor konnten die Anträge zur Förderung von Solarthermie auch noch nach der Inbetriebnahme einer Anlage gestellt werden. Ab 2018 muss der Antrag vorher beim BAFA eingehen. Das erforderliche Formular kann auf der Website bafa.de heruntergeladen werden.

Unter welchen Bedingungen wird Solarthermie gefördert?

Fördergelder werden vom Staat gezahlt, wenn man seine Solarthermie-Anlage nur für die Warmwasseraufbereitung nutzt und auch, wenn man Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung kombiniert. Zuschüsse gibt es außerdem für Systeme, bei denen die solarthermische Anlage wahlweise für die Wärme- oder Kälteerzeugung genutzt werden kann. Hier ist zu beachten, dass die Zuschüsse auch dann beantragt werden können, wenn eine bestehende Solaranlage erweitert wird.

Ob eine Basisförderung oder eine Innovationsförderung in Frage kommt, hängt einerseits davon ab, ob die Solaranlage an einem Bestandsgebäude oder einem Neubau installiert wird. Anderseits spielt die Größe der Kollektorfläche eine wichtige Rolle. Bei Neubauten wird die Solarthermie nur gefördert, wenn mindestens zwanzig Quadratmeter Kollektorfläche installiert werden. Eigentümer von Bestandsgebäuden können die staatlichen Zuschüsse schon dann beanspruchen, wenn mindestens drei Quadratmeter geplant sind. Für die Förderung von Systemen, die wahlweise Wärme oder Kälte erzeugen können, gilt immer eine Mindestfläche von 20 Quadratmetern.

Wann können Zusatzförderungen beantragt werden?

Viele Gebäudeeigentümer haben den Wunsch, mehrere Varianten der umweltfreundlichen Wärmeerzeugung zu nutzen. Auch das wird in der Bundesrepublik Deutschland vom Staat belohnt. Wer beispielsweise zusätzlich eine Wärmepumpe betreiben möchte, kann eine ergänzende Förderung in Höhe von 500 Euro beantragen. Möglich sind dabei alle Varianten von der Luft-Luft-Wärmepumpe bis hin zur Erdwärmepumpe. Die gleiche Förderung gibt es auch, wenn das System der Solarthermie mit einer Biomasseanlage kombiniert wird. Sollte ein Kesseltausch notwendig oder aus Gründen der Effizienz ratsam sein, bezuschusst das BAFA auch diese Maßnahme mit 500 Euro, wenn es sich bei dem neu installierten Modell um einen Brennwertkessel handelt.

Wer kann die Solarthermie-Förderung in Anspruch nehmen?

Die Förderung von Solarthermie ist nicht auf Privatpersonen beschränkt, sondern sie spricht gezielt auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler an. Das macht die Zuschüsse beispielsweise auch für Baugenossenschaften und Eigentümergemeinschaften interessant. Kleine Produktionsbetriebe können gleich mehrfach profitieren, indem sie die Dachflächen ihrer Produktions- und Lagerhallen mit einer Kombination aus einer solarthermischen Anlage und einer Photovoltaikanlage versehen. Sogar Kommunen können Zuschüsse bekommen, wenn sie ihre öffentlichen Gebäude im Rahmen einer energetischen Sanierung mit Solaranlagen ausstatten.

Weitere Förderprogramme für Solarthermie

Neben dem BAFA gibt es noch weitere Stellen, die man für einen finanziellen Zuschuss oder einen günstigen Kredit ansprechen kann. Sehr bekannt sind die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bei denen es neben zinsgünstigen Krediten auch teilweise ordentliche Tilgungszuschüsse gibt. Teilweise sind die Kredite sogar mit der BAFA-Förderung kombinierbar.

Andere KfW-Programme schließen eine ergänzende Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle aus. Genaue Informationen dazu können den für die jeweiligen Förderkredite geltenden Bedingungen der KfW entnommen werden. Für Privatpersonen sind hier vor allem die Programme 151, 153, 167, 270 und 275 sowie die Zuschussprogramme 430, 431 und 433 interessant.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche regionale oder kommunale Förderprogramme sowie Programme einzelner Bundesländer. Wer sich gut informiert, kann somit einen erheblichen Anteil der Kosten einer Solarthermie-Anlage einsparen.

Sowohl solarthermische Anlagen als auch Photovoltaikanlagen haben auch über die finanziellen Fördermöglichkeiten hinaus Vorteile. Damit wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz durch die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes geleistet. Außerdem verschaffen diese Systeme den Besitzern Unabhängigkeit von der künftigen Entwicklung der Marktpreise für fossile Energieträger.

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