Anschlussfinanzierung

Anschlussfinanzierung – Restschuld kostengünstig tilgen

Läuft die aktuelle Finanzierung aus und ist das Darlehen noch nicht vollständig zurückgezahlt, ist es unumgänglich, dass der Kreditnehmer sich mit einer Anschlussfinanzierung beschäftigt. Welche Möglichkeiten es gibt, seine Schulden zu dezimieren, lesen Sie hier!

Baufinanzierung Vergleich© Marco2811 / Fotolia.com

Mit der verbleibenden Schuld umgehen

Nimmt man einen großen Kredit auf, wie er häufig beim Hausbau nötig wird, lassen sich lange Rückzahlungszeiträume meist nicht verhindern. Häufig ist die Zinsbindung kürzer als die Zeit in der der Kredit abgezahlt werden kann, eine Anschlussfinanzierung wird notwendig. Um diese möglichst kostengünstig zu gestalten, hat man grundsätzlich drei Möglichkeiten: Die Prolongation, die Umschuldung oder das Forward-Darlehen. Dabei hat man die Möglichkeit, Darlehensbedingungen neu zu verhandeln, Sondertilgungen zu vereinbaren und den Kredit allgemein an die vermutlich geänderten Lebensumstände anzupassen. Wer flexibel bleiben möchte, kann bei den Banken nach Krediten mit kurzen Kündigungszeiten fragen, so kann man schnell auf Änderungen am Markt reagieren. Hierbei schlagen die Banken jedoch einen gewissen Prozentsatz auf die zu zahlenden Zinsen auf. Das Risiko bei der Anschlussfinanzierung sind höhere Zinsen und somit eine steigende Tilgungssumme. Außerdem sollte man damit rechnen, dass die Bank erneut die Kreditwürdigkeit prüft.

Die Anschlussfinanzierung mit einem Volltilger-Darlehen umgehen

Gänzlich umgehen lässt sich eine Anschlussfinanzierung über ein Volltilger-Darlehen. Hierbei wird das gewährte Darlehen innerhalb der Zinsbindung getilgt. Da solche Rückzahlungen für die Bank gut kalkulierbar sind, belohnt sie Volltilger mit hohen Zinsrabatten. Das bedeutet bei entsprechender Geldsumme jedoch hohe monatliche Rückzahlungen – diese können viele Normalverdiener jedoch nicht stemmen und müssen sich deswegen irgendwann mit einer Anschlussfinanzierung beschäftigen.

Prolongation – alles beim Alten? Nicht ganz.

Die wohl bequemste Möglichkeit der Anschlussfinanzierung ist die Prolongation, also das Verbleiben bei der bisherigen Bank und die Annahme des unterbreiteten Angebotes für die Anschlussfinanzierung. Dieses flattert spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung ins Haus. Es müssen keine weiteren Unterlagen vorgelegt werden und es entstehen keine weiteren Kosten – man könnte es allerdings gegebenenfalls auch günstiger haben.

Daher sollte man sich schon vor dem erwarteten Angebot der Bank über die Anschlussfinanzierung weitere Angebote von anderen Banken einholen – und sei es nur, um der aktuellen Bank das günstigere Angebot vorzulegen, um gegebenenfalls noch an den angebotenen Konditionen etwas zu machen. Häufig zeigt sich die Bank durchaus verhandlungsbereit, um ihre Kundschaft an sich zu binden.

Umschuldung – auf zur neuen Bank

Bei der Anschlussfinanzierung sollte man Angebote anderer Banken durchaus ernst nehmen. Denn hier steckt viel Sparpotenzial. Hat man einen Anbieter gefunden, dessen Konditionen einem zusagen, ist die Umschuldung gar nicht so kompliziert, wie sie sich vielleicht anhört. Die neue Bank möchte sehr ähnliche Informationen haben, wie sie bei der Erstfinanzierung vorgelegt werden mussten. Man kann sich also einfach den entsprechenden Ordner mit eventuell notwendigen Aktualisierungen schnappen und sich mit diesem auf den Weg zur ausgewählten Bank machen. Wenn der Vertrag bei der neuen Bank unterschrieben ist, regeln die Banken grundsätzlich alles Weitere unter sich, so auch die Abtretung der Grundschuld und die Auszahlung untereinander. Die Kosten für die Umschuldung sind vergleichsweise gering. Sie liegen meist zwischen 0,2 und 0,3 Prozent der Kreditsumme und werden bei entsprechend günstigeren Angebot der neuen Bank schnell wieder wettgemacht.

Forward-Darlehen: Frühzeitig die Zinsen von morgen bestimmen

Macht man sich bereits sehr frühzeitig um eine Anschlussfinanzierung Gedanken, kann man außerdem über ein Forward-Darlehen bei der gewählten Bank nachdenken. Hier schließt man vor Ablauf der Zinsbindung einen Vertrag zur Anschlussfinanzierung mit bereits festgesetzten, häufig günstigen Zinsen. So schließt man das Risiko steigernder Zinsen in der Zukunft aus und hat maximale Planungssicherheit. Preis dafür ist ein kleiner Aufschlag auf die aktuell zu zahlenden Zinsen. Außerdem muss das Forward-Darlehen angenommen werden, auch wenn die Zinsen zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung eigentlich niedriger liegen. Da mittelfristig jedoch von steigenden Zinsen auszugehen ist, könnte sich ein Forward-Darlehen für den ein oder anderen lohnen.

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