Benzin und Diesel

Abgasuntersuchung: In der Regel alle zwei Jahre Pflicht

Bei der Abgasuntersuchung gilt, dass bei den meisten Kraftfahrzeugen die Prüfung in einem zweijährlichen Intervall verpflichten durchgeführt werden muss. Welche Fahrzeuge sind davon ausgeschlossen, wie hoch sind die Kosten und wer führt die Untersuchung durch?

Auspuff© Avantgarde / Fotolia.com

Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren setzen im Fahrbetrieb Abgase frei. Hohe Konzentrationen dieser Gase in der Luft verursachen Gesundheitsschäden. Außerdem beeinträchtigen diese Abgase die Umwelt. Um Gesundheitsgefährdung und Umweltverschmutzung in Grenzen zu halten und den Schadstoffausstoß zu kontrollieren, wurde die Abgasuntersuchung (AU) eingeführt. Im Verlauf der Abgasuntersuchung soll genau ermittelt werden, welche Schadstoffe in welcher Menge das geprüfte Fahrzeug bei bestimmten Drehzahlen des Motors produziert und ausstößt.

Worin besteht der Unterschied zwischen Haupt- und Abgasuntersuchung?

Die Hauptuntersuchung (HU) überprüft den technischen Zustand des Kraftfahrzeuges, während die Abgasuntersuchung (AU) die Schadstoffemission des Fahrzeugs misst und somit die Einhaltung der Abgasnorm überwacht. Bis 2009 gab es zwei getrennte Prüfplaketten. Seit 2010 ist die Abgasuntersuchung Bestandteil einer jeden Hauptuntersuchung. Es gibt nur noch eine Prüfplakette, die dauerhaft am hinteren amtlichen Kennzeichen des Fahrzeuges angebracht wird und die turnusmäßig vorgeschriebenen Fahrzeuguntersuchungen dokumentiert.

Wie oft muss eine Abgasuntersuchung durchgeführt werden?

Für die meisten Kraftfahrzeuge schreibt der Gesetzgeber alle zwei Jahre eine obligatorische Hauptuntersuchung und damit auch eine Abgasuntersuchung vor. Besitzer von Wohnmobilen mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht müssen ihr Fahrzeug alle 12 Monate überprüfen lassen. Die erste Haupt- und Abgasuntersuchung fabrikneuer Fahrzeuge ist für Neuwagen erst 36 Monate nach ihrer Erstzulassung fällig. Neue Wohnmobile und Motorräder hingegen dürfen nicht drei Jahre bis zur ersten Abgasuntersuchung warten.

Die Frist bis zur nächsten fälligen Untersuchung beginnt mit dem Monat und Jahr der Erstzulassung (vermerkt in der Zulassungsbescheinigung) bzw. der letzten erfolgten Haupt- und Abgasuntersuchung (erkennbar auf der Prüfplakette). Ausnahme sind Kraftfahrzeuge, die nur saisonal zugelassen werden. Wäre die fristgerechte Untersuchung während der "Ruhezeit" fällig, so ist sie im ersten Monat der nächsten Zulassung und Inbetriebnahme durchführen zu lassen.

Wie viel kostet eine Abgasuntersuchung?

Wenn die Hauptuntersuchung – und damit heutzutage zugleich die Abgasuntersuchung – für ein Fahrzeug fällig ist, heißt es landläufig, das Fahrzeug brauche einen neuen TÜV. Das liegt daran, dass der TÜV wohl die bekannteste Prüfgesellschaft ist, die Haupt- und Abgasuntersuchungen vornimmt. Neben dem TÜV bieten weitere Prüfgesellschaften wie z.B. die DEKRA oder die KÜS Haupt- und Abgasuntersuchungen für Kraftfahrzeuge an. Die Preise sind regional und bei den verschiedenen Anbietern unterschiedlich, müssen aber von den Prüfgesellschaften pro Bundesland festgelegt werden. Fahrzeughalter zahlen 2018 für eine Hauptuntersuchung inklusive Abgasuntersuchung beim Tüv Süd in Baden-Württemberg für ein Auto (bis zu 3,5 Tonnen) 102,20 Euro, und für ein Motorrad 67 Euro. In Hamburg fallen 110 und 67 Euro an. Bei der DEKRA kosten beide Prüfungen zusammen für ein Fahrzeug 103 und für ein Motorrad 74 Euro.

Veränderte Prüfverfahren nach Diesel-Abgas-Skandal

Eine Zeit lang beschränkte sich die Abgasuntersuchung bei Kraftfahrzeugen, die über ein On-Board-Diagnose-System (OBD) verfügten, auf die Kontrolle von Fehleranzeigen des Systems. Nach dem Versuch verschiedener Autohersteller, die Messwerte für die Schadstoffemission zu manipulieren, ist seit Januar 2018 wieder die Abgasuntersuchung direkt am Auspuffrohr des Fahrzeuges vorgeschrieben. Bei dieser sogenannten Endrohrmessung wird eine Sonde ins Auspuffrohr geführt. Diese misst, welche Schadstoffe bei laufendem Motor ausgestoßen werden. Darüber hinaus gehört zu jeder Abgasuntersuchung eine Sichtprüfung aller Bauteile, die für den Ausstoß von Abgasen relevant sind wie z.B. Auspuffanlage und Luftfilter.

Ausnahmen für ältere und langsame Fahrzeuge

Alle zulassungspflichtigen Kraftfahrzeuge, die mit einem Otto- oder Dieselmotor ausgestattet sind, müssen regelmäßig zur Abgasuntersuchung. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, die keine Abgasuntersuchung benötigen:

  • Kraftfahrzeuge mit einem Otto-Motor, die erstmalig vor dem 1. Juli 1969 zugelassen worden sind
  • Fahrzeuge, deren Höchstgeschwindigkeit weniger als 50 Kilometer pro Stunde beträgt
  • Fahrzeuge mit drei Rädern oder einem Gesamtgewicht von weniger als 400 Kilogramm

Ebenso sind Kraftfahrzeuge mit einem Dieselmotor, die eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als 25 Kilometern pro Stunde fahren, weniger als vier Räder haben oder erstmals vor dem Januar 1977 zugelassen wurden von der Abgasuntersuchung befreit. Auch für Quads, "Trikes" sowie Leichtkrafträder mit und ohne Beiwagen mit einer Erstzulassung vor dem 1. Januar 1989, für Zugmaschinen in der Land- und Forstwirtschaft sowie für selbst fahrende Arbeitsmaschinen (z.B. in der Weinlese) und Stapler ist keine Abgasuntersuchung erforderlich.

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