Widerspruch

Zeitung: Kosten für Erneuerbare sinken 2005

Die Subventionen für erneuerbare Energien dürften in diesem Jahr erstmals sinken. Das geht aus einem internen Papier des Bundesumweltministeriums hervor, das dem "Tagesspiegel" vorliegt. Die vom VDEW in der letzten Woche veröffentlichten Kosten seien damit unzutreffend.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ots) - Nach den Zeitungsinformationen belaufen sich die Mehrkosten für Strom aus Wind, Sonne und Biomasse nur noch auf 2,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 2,5 Milliarden Euro. Damit widerspricht das Umweltministerium dem Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), der die Belastung der Verbraucher durch Ökostrom vor wenigen Tagen mit 2,7 Milliarden Euro angegeben hatte.

So habe der VDEW einen "unzutreffend niedrigen" Vergleichspreis für konventionellen Strom angenommen, heißt es in dem Papier. Als korrekte Größe müsse man den Börsenpreis für Grundlaststrom heranziehen - und der sei im vergangenen Jahr von 2,85 auf 4,2 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Damit sei die Differenz zum teureren Ökostrom deutlich geschrumpft.

Bei einer durchschnittlichen EEG-Vergütung von 9,53 Cent und 45447 Gigawattstunden Ökostrom kommt das Umweltministerium daher auf Subventionskosten von 2,4 Milliarden Euro. Und das, obwohl die Gesamtstrommenge aus Sonne, Wind und Biomasse im vergangenen Jahr um knapp 20 Prozent gestiegen ist.

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