Steinkohle-Bergbau

Zeitung: Evonik-Chef Müller rüttelt am Kohleausstieg

Der frühere Bundeswirtschaftsminister und heutige Evonik-Chef Werner Müller will deutsche Steinkohle-Zechen weiterlaufen lassen. "Das würde mich freuen", sagte Müller der "Rheinischen Post". Zuvor hatte schon IG BCE-Chef Hubertus Schmoldt gefordert, den Ausstieg aus dem subventionierten Bergbau zu überdenken.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - "Bereits heute hat sich die Schere zwischen den Förderkosten heimischer Steinkohle und den Preisen für Importkohle deutlich verkleinert. Wenn der Weltmarktpreis weiter steigt, ist die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Steinkohle eine konkrete Perspektive", betonte Müller.

Zugleich machte er einen Vorschlag für die politische Durchsetzung längerer Laufzeiten: "Hier wird man in Richtung eines politischen Tauschgeschäfts denken. Längere Laufzeiten von deutschen Zechen gegen längere Laufzeiten von deutschen Atomkraftwerken."

Der Evonik-Chef, der früher Chef des Kohlekonzerns RAG war, sieht auch Chancen, dass die SPD das mitmacht: "Sie will die CO2-Emissionen um 40 Prozent senken. Das geht aber nur, wenn wir die Atomkraftwerke länger laufen lassen. Von Wind und Sonne kann ein Industrieland nicht leben."

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